Jeden Tag drei Fragen, Tag 8

  • Achte auf die Gegenwart Gottes. Kannst Du sie wahrnehmen ?

Wenn ich es schaffe, meinen Geist zum schweigen zu bringen, das Gedankenkarussel zu stoppen, bin ich offen z.B. für die Schönheiten der Schöpfung in der Natur. Abseits davon spüre ich die Gegenwart meiner höheren Macht im vertraulichen Austausch mit Gleichgesinnten, im Rahmen der Selbsthilfe. Oder auch im so genannten Alltag, wenn ich mich einem Menschen gegenüber ein Stück weit öffne, einen Vertrauensvorschuss gebe und mir vom Gegenüber mit Offenheit geantwortet wird. In einer Welt, die ansonsten wenig vertrauensvoll scheint, gleicht mir dies immer wieder einem kleinen Wunder. Auch manche glückliche Fügung in meinem Leben ließ mich seine Gegenwart spüren …

  • Was fehlt dir zum Glück ?

Eigentlich sollte nicht über das Glück gesprochen oder geschrieben werden … Glück ist ein scheues Reh, das schnell wieder von dannen eilt, wenn es seinen Namen hört. Im Grunde habe ich bislang alles erreicht, wonach ich strebte. Auch, wenn die Wege alles andere als gerade waren. Im Außen ist „das Glück“ also nicht zu suchen. Die „Innenschau“ ist der Schlüssel zum Glück.

  • Was willst du, das ich für dich tun soll ? (Lukas, 18.21)

Bleibe bei mir. Oder besser, stehe mir bei, dass ich dir zugewandt bleiben kann. 

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Jeden Tag drei Fragen, Tag 7

  • Was war heute dein Dankmoment ?

Morgens aufgewacht und es ist kein Zettel am großen Zeh 🙂 Nein, ernsthaft – mal bin ich dankbar, dass mir eine kniffelige, berufliche Aufgabe geglückt ist, mal bin ich dankbar für unsere so genannten Selbstverständlichkeiten, die im Grunde keine sind, wie z.B. sauberes Wasser, eine warme, trockene Bleibe, ausreichend Nahrung, Kleidung und Sicherheit. Immer öfter bin ich dankbar für meine zunehmende Selbstbeherrschung, ebenso für meine Lieben, die es meist gut mit mir meinen.

  • Glaubst Du an Zufälle ?

Definitiv nein. So viel kann mir gar nicht „zugefallen“ sein – das hatte schon irgendwie System – und vor allem in sich eine gewisse Konsequenz. „Gott würfelt nicht“ hat mal jemand gesagt – welche Richtung mein Leben einschlägt, hängt stark davon ab, welchen Impulsen ich folge und welchen nicht. Ob ich mich meiner höheren Macht zuwende oder mich eher abwende. Mir dienen als Orientierung auf dem Weg die 10 Gebote, in ihrer Einfachheit.

  • Worüber machst Du dir keine Gedanken ?

Tolle Frage. Ich soll mir also Gedanken darüber machen, worüber ich mir keine Gedanken mache. Das ist ein Widerspruch in sich, sollte mir dazu etwas einfallen, habe ich mir ja schon Gedanken gemacht – Zack, schon verloren. Man könnte besser fragen, worüber ich mir in der Regel weniger Gedanken mache – das gäbe eher einen Sinn. Hat man aber nicht. 

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Jeden Tag drei Fragen, Tag 6

  • Findet dich das Glück ?

Mit dieser Frage kann ich zunächst nicht sehr viel anfangen. „Das Glück“ ist ja kein eigenständiges Geschöpf, stets auf der Suche nach einem potentiellen Wirt. Darüber hinaus ist „das Glück“ ein sehr dehnbarer Begriff, der wie kaum ein anderer dem Zeitenwandel unterliegt. Aber zurück zur Frage, hier soll es ja um Antworten gehen und nicht um Korrekturen an den Fragen 😉 Wenn ich den „rechten“ Wolf in mir füttere, hat „das Glück“ durchaus eine Chance, mich zu finden.

  • Welche Hoffnung hast Du aufgegeben ?

Keine. Das wäre fatal für mich. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ , sagen viele Menschen, und einige fügen hinzu „aber sie stirbt“. Das will ich mir nicht leisten, ohne Hoffnung wäre ich nicht mehr hier. Dazu gehört allerdings auch, mich vor so genannten „falschen“ Hoffnungen zu hüten. Die Gabe der Unterscheidung zwischen „richtigen“ und „falschen“ Hoffnungen ist wiederum Teil der Lebenskunst 😉

  • Wem würdest du gerne mal die Wahrheit sagen ?

Wahrheit ist immer vom Auge des Betrachters abhängig, somit subjektiv und meist nur die Teilwahrheit. Wahrheit bedingt Vertrauen und Nähe, ansonsten gilt: „Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.“ Was nicht heißt, dass ich vorzugsweise die Unwahrheit sage. Oft schweige ich und denke mir meinen Teil. Ich bin vorsichtig geworden, mit dem, was ich so gerne für „die Wahrheit“ halte. Zu oft haben meine „Wahrheiten“ rückblickend dem Anspruch des Wortes nicht stand gehalten. 

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Jeden Tag drei Fragen, Tag 5

  • Wo hat Gott in deinem Leben Humor bewiesen ?

Da gab es so einige Situationen. Spontan fällt mir eine Begebenheit vor vielen Jahren, damals noch in der alten Wohnung der Liebsten, in Berlin, ein. „Alt“ ist hier durchaus wörtlich zu nehmen, auch die Elektrik, mit der ich es eines Tages zu tun hatte, war bester Kriegs-Standard und von meinem damals schon verstorbenen Schwiegervater als Mann vom Fach seinerzeit zumindest funktionell instand gesetzt worden. Auf mein Gefluche über für mich nicht nachvollziehbare Verkabelungen folgte ein handfester Stromschlag – was soll ich sagen, ich habe im Anschluss jemanden leise kichern hören 🙂

  • Worauf bist Du heute noch nicht wütend gewesen ?

Auf meine Arbeitskollegen. Das ist aber auch nicht wirklich schwer, derweil dieser Text am Wochenende vorgeschrieben wurde 🙂

  • Was ist halb so schlimm ?

Lief besser als angenommen. Ich mag die Formulierung nicht sonderlich, weil sie negativ besetzt ist. Halb so schlimm ist schließlich immer noch schlimm (genug).

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Jeden Tag drei Fragen, Tag 4

  • Was hörst Du, wenn alles still ist und Du die leise Stimme in dir sprechen lässt ?

Wahre Stille setzt das leiser-werden des „inneren Lärms“ voraus. Der braucht meist länger, um zur Ruhe zu kommen als der Verkehr draußen auf der Straße. Je nach Tagesform und -Zeit geht das mal mehr, mal weniger gut. Zu „hören“ ist dann eher weniger, zu spüren um so mehr. Alte Ängste, gepaart mit dem tiefen Gefühl, es „gut sein“ lassen zu können. Mal Frieden, mal Unfrieden, je nachdem, wie der Tag / die Tage waren. An guten Tagen fühle ich mich geborgen, in der Stille.

  • Ist in deinem Kopf Platz für die Probleme anderer ?

Leider nicht so oft, wie ich mir das wünsche. Dazu halten mich die Herausforderungen des Tages zu sehr gefangen. Auch bin ich zum Schluss gekommen, zumindest teilweise eine ordentliche Portion Egoismus vererbt bekommen zu haben. Das auf ein für mich und andere „gesundes“ Maß zu reduzieren, übe ich täglich. Was mich immer und in jedem Fall berührt, ist mit gefühltes, tiefes Leid bei meinem jeweiligen Gegenüber, losgelöst vom Tagesgeschehen.

  • Achte heute einmal bewusst auf dein Gegenüber. Was könnte ihm / ihr gut tun ?

Zuhören tut meistens gut. Manchmal aber auch eine klare und deutliche Ansage, aufrichtig und ohne Überheblichkeit. 

Jeden Tag drei Fragen, Tag 3

  • Wohin würdest Du gehen, um ein neues Leben anzufangen ?

Kann man das ? Ich kann die Umstände ändern, andere Stadt, andere Arbeit, und andere Menschen. Ein „neues Leben“ ist losgelöst von Äußerlichkeiten, das fängt tief in mir an. All dies und der Umstand, dass ich keine 30 mehr bin, lässt mich bleiben.

Wenn man die Frage auf reine Örtlichkeit beschränkt, finde ich den Gedanken reizvoll, im „Alter“ auf`s flache Land zu ziehen. Oder besser, flache Stadt … wenn ich sehe, wie sich mein betagter Vater hier in den Bergen quälen muss. Vermutlich wird das aber angesichts der Mieten in den „flachen Städten“ im Verbund mit der zu erwartenden Rente ein Traum bleiben.

  • Lebst Du in der Vergangenheit ?

Die Vergangenheit ist oft präsent. Das Gute daran ist, mit jedem Atemzug habe ich mehr und mehr davon, so dass ich durchaus auf eine Menge positiver Erfahrungen zurück blicken kann. An wirklich guten Tagen bin ich im hier und jetzt, mehr kann es eigentlich nicht geben. 

  • Hilft hartnäckiges Wünschen ?

Auf jeden Fall ! Davon bin ich fest überzeugt. Achte deine Wünsche – sie könnten Wirklichkeit werden. Allerdings werden sie nicht immer zeitnah erfüllt – und manche Wünsche eben auch nicht. Dann ist mir anderes beschieden – in der Vergangenheit hat sich dieses „anderes“ oft als das für mich passendere erwiesen.

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Sonntagschrist …

Auch ich war heute früh einkaufen und habe das gleiche gefühlt. als Teil der übellaunigen Menschen. Einen Lichtblick gab es auf dem riesigen, überfüllten, Regen-überströmten Parkplatz: Ein schwarzer Rabenvogel, hüpfend und fliegend die menschlichen Hinterlassenschaften zwischen den Autos und auf der Fahrbahn einsammelnd. Zwischenstopp auf der Dachreling eines Familien-Van`s mit artgerechtem Stuhlgang, schön an der Scheibe entlang – wenn man schon mal Pause macht.

Zurück im Quartier stand noch ein fußläufige Runde an, unter anderem zum nächstgelegenen Geldinstitut, in Sachen Bargeld. Dort hockte er wieder, im Eingangsbereich, mit seinen sieben Sachen. Vor einer Woche sah ich ihn schon in einer anderen Filiale … er sitzt auf dem Boden, raucht, trinkt sein Bier, spricht niemanden an, er bettelt nicht. Es riecht nach billigen Tabak, mich stört er nicht, der Geruch, für diesen kurzen Moment.

In meiner Hose ist noch etwas Kleingeld, ich trete auf ihn zu, sehe schon, dass er sich erklären möchte, doch bevor er etwas sagen kann, drücke ich ihm wortlos das bischen Kohle in die Hand, drehe mich um und gehe, während ich noch höre, oh, dat is aber nett …. Gerne, sage ich beim rausgehen.

Frei gekauft? Vielleicht …

vom suchen und finden

oder wie nennt man sowas …

Drüber reden und Jesu Worte toll finden, das kann ich anscheinend sehr gut, aber wenns  drauf ankommt dann versage ich …der ewige Kreislauf von Energie … da muss man Samstags einkaufen, bekommt schon an der Post den Wagen vom Hintermann in den Rücken gerammt, an der Kasse später dann drängelt der Nächste, auch noch Rentner, auf dem Parkplatz aggressives fahren und gehupe …. Stresslevel hoch 10!

An der Kasse im nächsten Laden steht ein Mann, ja er war schmutzig, er war ganz offensichtlich betrunken, hatte nicht genug Geld für den Alkohol den er sich kaufen wollte und konnte nur französisch, die Kassiererin sehr barsch und genervt, klar bei dem Stress, schnauzt ihn an, versprüht Parfum wegen des Geruchs, die Leute in der Schlange schütteln den Kopf und lästert… ich sage noch zu meiner Mutter; „Meine Güte, wer weiß warum er so geworden ist, vielleicht…

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