Was ist Weisheit?

Der unten stehende Text stammt aus unserem Gemeindeblättchen und ist irgendwann von dem Wuppertaler  Pfarrer Eberlein  verfasst worden. Mir gefällt der Text – auch, wenn ich mich mitunter meilenweit vom Inhalt entfernt sehe. Oder vielleicht gerade deswegen, jedenfalls taugt er für mich als geistige „Möhre vor der Nase“ – nicht nur zu Weihnachten.

Habt eine gute Zeit.


Was ist Weisheit?

Ein jegliches hat seine Zeit … Da merkte ich, dass es nichts besseres gibt als fröhlich zu sein und sich gütlich tun in seinem Leben …Nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. (Prediger 3)

Weisheit ist:
Anerkennen, dass alles seine Zeit hat, vergänglich ist.
Auch unser Leben. Auch wir.
Wir haben nicht die Ewigkeit. Das ist gut so.
So ist der Maßstab für alles was wir tun:
Sich beschränken auf unsere begrenzte Zeit;
Nicht wesentlich darüber hinaus planen und entscheiden.
Demütig sein.

Weisheit ist:
Die begrenzte Zeit nutzen:
Für uns; Für das, was uns Freude macht. Für das, was uns gut tut.
Für die, die uns anvertraut sind: Kinder, Eltern, Nachbarn, Freunde.
Für einen kleinen Teil unserer Welt, den wir lieben.
Vielleicht sogar für die, die wir nicht lieben.
In Heiterkeit.

Weisheit ist:
Die letzten Fragen getrost offen lassen können:
Die Frage nach dem Anfang: Warum ist etwas und nicht nichts?
Die Frage nach dem Ende: Worauf läuft es hinaus?
Die Frage nach dem Sinn: Wie gehört alles zusammen?
Wir können es sowieso nicht ergründen.
Wir müssen es auch nicht ergründen.
Weisheit ist: Demütige Heiterkeit – heitere Demut.


Anmerkung: Im Text kommt mehrfach das Wort „Demut“ vor. Ein nicht gerade modernes Wort in Zeiten der totalen und absoluten Selbstverwirklichung. Für mich bedeutet Demut das anerkennen der Grenzen meines eigenen so genannten freien Willens, sowie dem was größer ist als mein eigenes Ego. Klingt banal? Ich kann versichern, es gab in meinem Leben durchaus andere Zeiten .:)

Jeden Tag drei Fragen, Tag 28

  • Was macht für dich einen perfekten Tag aus ?

Gibt es den perfekten Tag ? Für mich gibt es gute Tage und weniger gute Tage. Merkmale guter Tage wären: Mich gesund zu fühlen – körperlich und mental. Ein Tag, an dem ich bei mir bleiben darf (also nicht außer mir bin), unabhängig von dem, was um mich herum geschieht. 

  • Warum dreht sich alles um dich ?

Die Frage unterstellt, dass das tatsächlich so wäre. Astronomisch betrachtet bin ich der Mittelpunkt des Universums. So wie Du – oder auch Du, der/die das jetzt liest. Wieder erdverbunden sehen die Dinge anders aus, heute. Um mich dreht sich nichts, von meiner gelegentlichen Eigenrotation mal abgesehen. 

  • Lass doch heute jemanden den Vortritt. „Nach Ihnen“

Aber ja doch. an guten Tagen bin ich sogar freundlich dabei. Wie hat es doch früher mal geheißen ? „Wo ich bin, ist vorne, Und wenn ich hinten bin, ist hinten vorne“ – hier sei ein dezenter Querverweis zu Frage 2 gestattet. Wieder ernsthaft – an guten Tagen macht es mir nichts aus, mich zurückzunehmen. 

~

Bröselzeit

Es ist ein Lebensgefühl, derzeit. Mein Lebensgefühl. Das sich alles, was keinen Bestand hat, auflösen möchte. Schaue ich bei mir, sehe ich meine Ohnmacht den Problemen anderer Menschen gegenüber. Meine zeitweise Ungeduld. Mein Unvermögen, anderen ihre eigene Geschwindigkeit zu lassen.

Das breitet sich nach außen Trichter-förmig aus.
Von Politik will ich erst gar nicht reden.

Zeit des Umbruchs, so scheint es.
Auf allen Ebenen.

So geht Evolution …

Quelle (sehenswert!):

http://www1.wdr.de/fernsehen/abenteuer-erde/sendungen/tierisch-genial-intelligenz-mit-fell-und-federn-100.html

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