Samstag, 220625

Urlaubszeit, seit gestern – was heißt, ein recht loser Tagesrhythmus und kein Wecker. Politik beschäftigt mich, es juckt zum schreiben, Stichworte Abhängigkeiten, von militärischen Schutz, von Energie, von inneren Frieden. Das lasse ich jetzt, vielleicht später, ich mag mir nicht den Morgen verderben.

Innerer Friede ist ja nicht nur gesellschaftspolitisch ein Begriff, sondern lässt sich trefflich aufs Individuum herunterbrechen. Das ist naheliegend, in diesen Zeiten. Ich mag Orte, die dabei unterstützen können, eben jenen inneren Frieden wieder zu sammeln. So wie diesen hier:

Need no attachment
My mind at ease
My mind at ease
My mind at ease
Gotta find my inner peace

Und – dann wäre noch die hier. Darf nicht fehlen. Sie weiß, dass sie da nicht hin soll. Allein es ist ihr Wurscht. Sie tut es dennoch, guckt frech und kommt heraus, wann es ihr beliebt, die Lilith, dunkle Seite des Mondes …

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Donnerstag, 220623

Wieder ein 23ster, meine Schicksalszahl. Der Sohn hat an einem 23sten Geburtstag, seine Mutter dito. Dann hat es noch den gleichnamigen Kultfilm und, ganz wichtig, den Psalm 23. Der regte einst auch große musikalische Geister an, und sei es nur für Schmähtexte, wie in dem Song „Sheep“ von Pink Floyd. Dennoch ein tolles Lied von einem tollen Album – mein erstes, anno 1977. Das erste von allen anderen Studio-Alben der Kapelle, bevor mich Jahre später härtere musikalische Spielarten begeisterten.

Musik & Geburtstage. Campino hatte gestern, noch so ein 60ster. Wir sind gemeinsam alt geworden, jeder auf seine Art. Auch, wenn du das nie ernsthaft in Erwägung gezogen hast, je deinen 60sten feiern zu können, alles Gute nachträglich!

Und noch einer hat Geburtstag, heute punktgenau. Hannes Wader wird 80, hätte er selbst wahrscheinlich auch nie gedacht. Herzlichen Glückwunsch, Held meiner Jugend, Monsieur Rotzig 🙂

Ein Lied, für das heute jeder in der Luft zerrissen würde, von Tierschützern und Feministen gleichermaßen mindestens gevierteilt. Ich find es toll, immer noch, sorry, meine Damen 🙂

Ene mene Mackel – die Sau machts mit nem Dackel

Sonntag, 220619

Doof aufm Ohr, Neugier & Nachhaltigkeit

Es hat Tradition, dass ich abgelegte Mobilphone übernehme, Resteverwerter, der ich sein kann. Und so kam ein Samsung A50 zu mir, zu schade für die Schublade und mit mehr Speicher ausgestattet als mein altes (!) S7. Alles wunderbar, es hat eine Migrations-App, die meine alten Einstellungen auf das neue Phon transferiert. Bis der erste Anruf kommt, es soll ja tatsächlich noch Menschen geben, die lieber reden als schreiben wollten, und das sogar in Echtzeit, also nicht als Sprachnachricht. Klassischer Dialog! Mein Headset hatte ich schon ausprobiert, das ging. Den Lautsprecher am Phon auch, in Ordnung. Wer nun aber weder die Ohrplöppel parat hat noch das versammelte soziale Umfeld an dem Gespräch teilhaben lassen möchte, der muss sich das Brikett ganz altmodisch ans Ohr halten. Und – ich höre kaum was, trotz hektischem Gefummel an dem Lautstärkeschieber. Also laut gestellt und erst mal kurz die Einsamkeit gesucht – und danach frustriert das Phon rückgetauscht. Kommt Zeit, kommt der passende Gedanke, meistens.

Erste Frage – wie heißt das Ding überhaupt, was möglicherweise kaputt sein könnte? Ohrhörer, Ohrmuschel, Ohrlautsprecher, so in der Art. Nächste Frage, wie kriege ich raus, ob das Teil defekt ist, zumal das Phon erstmal keine Simkarte hat? Das Netz verrät eine Samsung-eigene Testfunktion, die man mit *#0*# auf der Telefon-Tastatur aufrufen kann. Eine Menge Felder zum drauf rumdrücken, natürlich alle in englisch. Versuch macht klug und der richtige Button hat die Bezeichnung „Receiver“, woraufhin ein kläglich leiser auf- und abschwellender Prüfton erklingt, Aha, da ist also noch Hoffnung, vielleicht ist das winzige Ding (im Vergleich zur S-Klasse) schlicht nur verdreckt, Ohren können ja ordentliche Keimträger sein. Nächste Frage, wie bekomme ich den Schmand da heraus, ohne die filigrane Technik zu ramponieren? Klebeband, sagt das Netz. Ne olle Zahnbürste, sehr achtsam eingesetzt, sei auch hilfreich. Am besten sei allerdings so genannter Typenreiniger, eine Naturkautschuk-Knetmasse, an der so ziemlich alles hängen bleiben soll. Kann man kaufen, hab ich aber nicht, also versuche ich mich mit Zahnbürste und Klebeband, schön vorsichtig. Siehe da, nach zig Versuchen erscheinen winzige Löcher in dem Spalt, aha. Zur Unterstützung nehme ich den Sauger, auf schwächster Stufe – damit es mir nicht das komplette Teil entkernt. Es folgt ein weiterer Selbsttest und ein WLAN-Probeanruf, siehe da, man brüllt mich regelrecht an.
Gut so.

Sonst so?

Unheimliche Begegnung hier aufm Berg gestern, ein Motorrad wie aus einem Werner-Film, Auf Nachfrage Baujahr 1946, eine uralte Indian, nackt, ohne Farbe, unbeschreiblicher Sound. Musste leider schnell gehen, daher ein wenig unscharf, aber immerhin.

Und – Foto-Session mit Jungkatze, auf mehrfachen Wunsch.
Bitteschön.

Donnerstag, 220616

Eigentlich wollte ich über so Banalitäten schreiben. Meine Blutspende gestern. Die Schlägerei auf der Gathe auf dem Weg dorthin, die ich mit dem Rad umfahren habe. Die Erkenntnis, dass dieses alte Rad nicht mehr zu mir passt. Über komische Radiobeiträge der Katholen zum Feiertag heute.

Und dann schaue ich das Filmchen weiter unten und vergesse irgendwie alles andere. Berührt mich tief im innersten, geht es doch um nichts weniger als irgendwo dazugehören, zuhause sein, seinesgleichen finden. Trauer leben, Hoffnung finden, Allein sein, All-eins sein, fliegen lernen.

I can`t change?
Ein Film über einen komischen Vogel ❤
Danke dafür, liebe Springerin.

Mittwoch, 220615

Das Befinden? Müde, kaputt, Aua hier und da. Altersgemäß halt. Son Tag für Augen auf und durch. Das ist dann jetzt so. Damit unzufrieden zu sein, ist auch keine Lösung – Perferktionswahn & Superlativen – willkommen im derangierten Ego.

Und wenn es nicht so wurde, wie es sollte, dann sollte es so werden, wie es wurde. Das anzunehmen, ist hohe Kunst, wenn Mensch von Haus aus eher anders gestrickt ist. Dann lass ich das jetzt so, dann isses halt Kacke? Zack – schon wieder ne Bewertung drin. Besser ist, es gut sein lassen., in beiden möglichen Deutungen.

Montag, 220613

Wegen ausstehender Rechnungen setze ich mich an den Rechner, diese dann erfolgreich verdrängt und lieber bloggen. Es ist beinahe Vollmond, und der ist bekanntlich alles schuld. Darüber hinaus erinnert mich der 13te 6te an nunmehr schon zwei Menschen, die an diesem Tag Geburtstag haben und nicht mehr unter uns sind. Beide hatten und haben ihren Platz in meinem Leben, der eine über viele Jahre als mein treuer Saufkumpan und Berufskollege, die andere virtuell hier auf dieser Plattform. Macht es gut, gleich, wo ihr jetzt seid.

Sonst so?

Vollmond macht regelmäßig komische Sachen mit mir, vor allem in Sachen Nachtruhe. Außerdem fördert diese intensiv gefühlte Zeit allerlei Emotionen und das gerne unmäßig. Fressattacken sind noch die eher harmloseren Auswüchse dieser Zeitqualität. Seis drum, geht auch wieder vorbei.

Kleines Highlight am späten Nachmittag: Ich liege auf dem Sofa und versuche, den mangelhaften Nachtschlaf auszugleichen. Es klingelt, wie so oft, wenn ich ruhen möchte. Barfuß, in einem viel zu großen T-Shirt mit regionalen Bezug und mit einer unfrisierten, an ein geplatztes Sofakissen erinnernde fluchtwilligen Jungkatze unterm Arm öffne ich dem Paketboten die Tür. Sein Gesicht bei dem sich ihm bietenden Anblick – unbezahlbar. Gelacht haben wir beide – Originalgetreues fotografisches nachstellen des Auftritts wegen unwilligen Getier nicht möglich.

So ähnlich jedenfalls …

Sonntag, 220612

Gestern war Ölbergfest, wir waren nur mal kurz schnuppern, uns war es zu voll. Bilder gibt es beim Wassertiger, dort habe ich das 30fache Datenvolumen und kann es mir leisten, die Bilder in voller Größe zu veröffentlichen. War jedenfalls eine schöne rund, derweil hier der Bär tobte.

Sonst so? Bei ARTE gibt es eine gute Doku zum Thema gehen, sehr umfassend. Was die Wirkung auf die Psyche angeht, das kann ich nur bestätigen. Ist mir in den vergangenen zwei Jahren sehr bewusst geworden, wie gut es mir damit geht, wenn ich mich genügend bewege.

Werde ich heute fortsetzen 🙂

Freitag, 220610

Gelebte Gelassenheit

Kein leichtes Thema, das. Es ist eines, zuhause die Zeit fließen zu lassen, bei guten Übungen und in heimeliger Atmosphäre. Etwas anderes ist es, das mutmaßlich oder tatsächlich Verinnerlichte in den rauhen Gefilden des Alltags zu leben, solcherart, dass Mensch am Ende des Tages (Kackphrase, aber passt ausnahmsweise mal) vor sich selbst Bestand findet.

Dienstag nach Pfingsten, die Schränke sind gähnend leer, also heißt es einkaufen gehen. Natürlich dann, wenn alle gehen, nach Feierabend, am Nachmittag. Das Nötigste ist schnell zusammengesucht und ich stehe an der Kasse. Vor mir ein Paar, geschätzt Anfang 50 oder so, er wie ich Maskenträger, im Gegensatz zu den meisten anderen im Laden. Hinter deren Einkauf auf dem Laufband liegt ein „Warentrenner“, so heißen diese ominösen Holz- oder Kunststoffklötze wohl richtigerweise. Für mich ein Signal, mein Zeug dito aufs Band zu legen. Und so stelle ich mich ein wenig seitlich von der Drahtkarre und fange an. Ob ich nicht warten könne, fragt mich der Kerl vor mir. Wie alle anderen auch. Will das Arschloch mir ne Predigt halten oder was, meldet sich sofort das Ego. Ich nehme ihn fest in den Blick, Übungssache, ohne Augenaufschlag. Von der Predigt sage ich nichts, auch nichts davon, falls ich eine hören wolle, würde ich eine Kirche aufsuchen. Zu hören bekommt er, dass für mich ein Warentrenner das Signal sei, meinerseits anzufangen und lasse mich bei meiner Tätigkeit nicht weiter stören, nicht ohne besagten Herrn, dessen Einfalt auch die Maske nur notdürftig kaschiert, weiter im Blick zu behalten. Stellt der dreist seinen Einkaufskorb auf das Band, neben meinen Sachen, nicht auf (in dem Fall wäre das folgende wohl anders verlaufen), während das Gezeter weiter geht, in Richtung seiner Gattin. Man müsse doch höre ich und der macht das sonst immer wieder. (Achtung, potentielles Sendungsbewußtsein) Die so Bequatschte scheint klüger und wirkt bereits mäßigend. Bringt doch nichts, höre ich.

Kurz überlege ich, ihm anzubieten, aus seinem Korb (Stoffgeflecht) einen schicken passenden Hut für ihn zu basteln (sturmsicher, die Henkel passen zu seinen Ohren), derweil ich ihn weiter fest im Blick habe. Nächster Gedanke: Wenn du ihm das anbietest, musst du ggf. deine Worten umgehend Taten folgen lassen, der Glaubwürdigkeit halber. Was mit Sicherheit einen ziemlichen Aufstand und ein mögliches Ladenverbot nach sich ziehen würde. Keine gute Sache, ich kaufe zwar selten hier ein, aber doch regelmäßig. Die Entscheidung wird mir abgenommen, es braucht den Korb, um das Gelumpe am anderen Ende des Bandes zu verstauen.

Die zwei schieben ab, er immer noch zeternd und in meine Richtung gestikulierend. Ich hoffe, sie warten vor dem Laden, was sich leider nicht bewahrheitet. Oder vielleicht auch besser so. Zuhause angekommen, bin ich froh, mein Maul gehalten haben zu können. War wohl auch nicht nötig, spricht mein Gesicht doch auch mit Maske für sich, denke ich. Was in Ordnung geht, im Nachgang betrachtet. Fazit: Impulskontrolle ist möglich, auch für mich, eine beruhigende Erkenntnis und die Betätigung, auf dem richtigen Wege zu sein. Immerhin.

Montag, 220606

Pfingstmontag und Bilder einer kurzen Reise anlässlich meines 60sten. So kam ich mal hier weg und nicht in Verlegenheit, Feierlichkeiten zu inszenieren.

Ein Baumbild – erkennt ihr Mutter und Kind – Ente?

Vom Wasser und komischen Schwänen …

Von sturer Schwerkraft und rotierendem Untergrund – ich könnte stundenlang zuschauen, wenn die Menschen nicht so laut wären. Und die Stühle bequemer 😉

Altes und auf alt gemachtes …

Einschusslöcher inklusive …
Friedhofsallee …

Grünzeug und so – botanischer Garten.

Alter und Verfall – der hier hat noch Napoleon erlebt …

Und – Münster ist eine unglaublich junge Stadt – gefällt mir sehr!

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