Sommer-Intermezzo im April

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Heute Abend wird es wieder nach gegrilltem Hammelfleisch duften, hier in den Hinterhöfen unseres Kiezes. So sehr mir die Enge hier in den Straßen und das Benehmen mancher Jung-Osmanen manchmal auf dem Nerv geht, (Ok, es gibt auch ebensolche Jung-Germanen, das muss fairerweise betont werden), so sehr liebe ich die Stimmung an solchen warmen Abenden. Stimmen-Geschnatter, Kinderlärm auf manchem Trampolin bis spät in die Nacht, unzählige Grillfeuer, die dazu anhalten, die Fenster besser geschlossen zu halten. Allem Chaos und aller Anarchie hier zum Trotze ist das immer noch die Heimstatt der Wahl hier, für uns.

Bürgerlich kann jeder 🙂

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So Gesellschaften

Erwähnte ich, wie sehr ich öffentliche Empfänge mit dem eitlen sich-zur-Schau-stellen schätze? Diese verlogene Selbstüberhöhung mit der Aussicht auf eventuelle, gute Geschäfte. Die ach so politisch-korrekte Wortwahl der Teilnehmer.

Ach Funny, du hast so tolle Einfälle. Und – du bringst mich auf echt gute Ideen. Wir haben ja ebenso zwei liebenswerte, ausgewachsene Kater – oder richtiger Weise haben sie uns … allerdings sind die Steine, auf denen sie ihr Geschäft erledigen, wenig kooperativ, was die Herausgabe eben dieses Mediums angeht. Ganz anders ihre nicht ganz so flüssigen Hinterlassenschaften! In Verbindung mit einer gewöhnlichen Steinschleuder und ein Paar Gummihandschuhe könnte ich mir vorstellen, den einen oder anderen Kraftfahrer, der hupend  den dicht bewohnten Berg hier hochbrettert, entsprechend zu bedenken. Könnt ihr euch auch so gut wie ich vorstellen, auf welche beeindruckende Größe sich ein noch recht frischer Katzenköttel ausbreitet, so er denn mit entsprechender Geschwindigkeit auf eine glatte Fläche trifft? Diese Bilder in meinem Kopf – hach.

So viel zu Thema ein-besserer-Mensch-werden.
Es grüßt der gute Wille…

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Mitternacht …

… und ich sitze vor dem Schirm, mit geschlossenen Augen, lausche dieser unglaublich nölenden Stimme. Der Typ kann alles, außer singen, aber ich mag ihn sehr.  Weil er mir aus der Seele spricht, aus meiner unseligen Seele im Land der Krämerseelen. Ja, ich kenne sie, die so genannte Realität, kann sie schlüssig erklären und sogar denen, die nachfolgen, Ratschläge geben, wie man sich in ihr am besten zurecht findet. Das ist mir ja irgendwie auch gelungen, nicht aus Überzeugung und schon gar nicht aus purer Lust am Konsum.

Freunde sind wir allerdings nicht geworden, weder die Realität noch deren selbst erklärten Verfechter und ich. „Isso“, sage ich manchmal und meine „scheiß drauf“ Fatalismus vs. Menschlichkeit.

Aber immer wieder gibt es Hoffnung. Manches Glitzern in fremden Augen lässt mich darauf schließen, so alleine nicht zu sein. Manche Wärme in der Begegnung mit anderen Randzonenbewohnern der Realität lässt mich spüren, ein Mensch unter Menschen zu sein.

Isso.
Und ist gut so.

PS: Nein, ich nehme es niemanden übel,
dieses feine Liedchen nicht zu Ende gehört zu haben 😉

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Vom rechten Ton und so

Es muss mir schon eine Herzenssache sein, wenn ich heute in mancher Gesellschaft rede. Oder ich habe einen temporären Grad an Wurschtigkeit erreicht, dass ich ihnen Futter gebe, ihre Vorurteile massivst bestätige. Dann spreche ich mit Bedacht Wuppertaler Mundart und drücke mich gezielt gewöhnlich aus, gerade so, dass ich mich anschließend noch selbst leiden mag. Ein sehr schmaler Grat übrigens 🙂 Aber – Wenn schon, denn schon. Meist allerdings schweige ich, wenn ich nicht gerade etwas essenzielles zu sagen habe und lasse die anderen plaudern, was durchaus lehrreich sein kann.

Mein Lieblings-Eckensteher ❤

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Wie gehe ich mit meinen AGGRESSIONEN um ?

Ei, da gibt es viele Möglichkeiten. Manch einer verausgabt sich beim Sport, andere suchen sich einen Therapieplatz und wieder andere machen zielorientiert damit Karriere, weil, wer zu nett ist, der bringt es bekannter Weise zu nicht viel, aus dem wird noch nicht einmal sonst was. Die übelste Variante ist, den Dingen freien Lauf zu lassen, verbal die Luft zu verschmutzen oder gar seinen Mitmenschen zu nahe zu kommen.

Da lob`ich mir so manche Anregung, gerade über die Musik. Wie gut geht zum Beispiel die Hausarbeit von der Hand, mit Punk-Rock im Ohr? Oder – wie friedlich kann ich nach dem Genuss von Rammstein bei zeitgleichen Gedanken an Arbeitgeber und/oder Kollegen werden? Die Beispiele sind mannigfaltig – gut zum Ausdruck bringt mir das Funny von Dannen (Songtext hier). Danke für den Tipp, Agnes !

Hört selbst … 😉

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