Höhlenbewohner

Gerade gesehen: Friendship – ein Beinahe-Roadmovie mit ernsten Hintergrund von 2010. Viel gelacht und am Ende tief bewegt … ein Stück deutsch/deutsche Realität.

Sonst so? Früher kannte ich Jungs, die auch so drauf waren. Selbst habe ich mich nicht getraut. Klar konnte ich verreisen, als einer, der durch Fügung auf dieser Seite Deutschlands geboren wurde. Was ich nur selten tat – von einigen verrückten Touren mal abgesehen. Zudem waren mir bis 1990 die Niederlande als gelobtes Land näher als der Osten Deutschlands, nicht nur geographisch, bis ich sozusagen über Nacht ostzonale Anverwandtschaft bekam, was eine Geschichte für sich war. Und heute? Bin ich dankbar, gerne zuhause sein zu dürfen. Wenn ich Bewegung brauche, bin ich mal `ne Weile unterwegs. Ansonsten viel Familie, die teils weit weg wohnt. Was mir echt fehlt, ist das Meer. Wobei das Wasser schneller kommt, als meist gedacht. Wenn auch nicht plötzlich und unerwartet.

Sommer-Intermezzo im April

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Heute Abend wird es wieder nach gegrilltem Hammelfleisch duften, hier in den Hinterhöfen unseres Kiezes. So sehr mir die Enge hier in den Straßen und das Benehmen mancher Jung-Osmanen manchmal auf dem Nerv geht, (Ok, es gibt auch ebensolche Jung-Germanen, das muss fairerweise betont werden), so sehr liebe ich die Stimmung an solchen warmen Abenden. Stimmen-Geschnatter, Kinderlärm auf manchem Trampolin bis spät in die Nacht, unzählige Grillfeuer, die dazu anhalten, die Fenster besser geschlossen zu halten. Allem Chaos und aller Anarchie hier zum Trotze ist das immer noch die Heimstatt der Wahl hier, für uns.

Bürgerlich kann jeder 🙂

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