Sonntag, 211017

Es wird nicht richtig hell, aber ein freier Tag, immerhin. Nach einer Arbeit-freien Woche, die in der Hauptsache aus Arztbesuchen bestand. Ebenso hat das Autochen frisch Werkstatt, TÜV & Winterräder, sauber ist er auch mal wieder. Was so liegenbleibt.

Darüber hinaus mache ich mir Gedanken um den Wassertiger. Wird kaum noch beschrieben, von mir, der Blog, so recht weiß ich auch nicht, in welche Richtung es gehen könnte. Persönlich war es ja schon immer, dort. Einfach vom Netz nehmen wäre zu schade, 8 Jahre Autobiographie und Gedanken einfach so in die Tonne geht so auch nicht. Und sei es nur für meinen Sohn, falls der das irgendwann mal lesen will. Andere vererben Häuser und Geschäfte, ich Bücher und Gedanken, irgendwann mal.

Also – wie sichert man einen selbst gehosteten Blog? Die große Suche im Netz beginnt, ich lerne, es gilt eine Datenbank als Ganzes, die quasi die Umgebungsstruktur darstellt, zu sichern, sowie die WordPress-Ordner und Dateien. Das sind viele, über 9000, wie sich herausstellte. Mein Datendealer gestattet keinen Ordner-Download, geschweige denn Unterordner mit was drin. Nur einzelne Dateien gehen ?!? Das ist so, lese ich. Um das komfortabel zu lösen, braucht es ein kleines Programm, das mit den FTP-Zugangsdaten (der Dealer stellt sie übersichtlich bereit) gefüttert wird und danach ähnlich wie der Windows-Explorer ein löschen, kopieren und überschreiben via Copy & Paste gestattet. Zwei Telefonate mit dem Support, der sehr speziell ist, bringen Klarheit über ein gut zu verwendendes Programm und eine saubere Downloadseite. Der Support – schon witzig. Hatte schon einige Male die Erfahrung gemacht, erst beim zweiten Anruf wirklich ernst genommen zu werden, dann aber sehr zuvorkommend und freundlich. Jedenfalls hat alles gut funktioniert und ich habe nun eine brauchbare lokale Datensicherung.

Hmm – vielleicht doch stehen lassen, aber dann mal modernisieren. Anderes Theme, die letztaktuelle WordPress-Version mit allen modernen Feature. Wie das im einzelnen geht, steht hier gut beschrieben. Geht bei vorhandener Funktion automatisch, aber gerne mal mit einigen Problemen. Manuell ist sicherer, wenn man weiß wie. Manche Ordner und Dateien müssen gelöscht/überschrieben werden, andere dürfen das auf keinen Fall. Aha…könnte spannend werden. Die aktuelle Version ist gezogen, was genau ersetzt werden muss, ist geklärt, ein brauchbares Backup vorhanden. Fehlt nur nur der Mut, anzufangen. Vielleicht 😉

Sonst so? Es gab gestern einen schönen Abendspaziergang mit einigen herbstlichen Bildern. Die Größe der Runde (fast 12 Km bei knapp 15000 Schritten) war so nicht geplant, darum war auch kein GPS dabei. Jedenfalls ging es über den Wuppertaler Nordhang hinaus, jenseits der Wasserscheide Wupper/Ruhr über Felder und durch Wälder Richtung Dönberg und von dort wieder Downtown.

*Laufen ist der Versöhnung mit dem schwarzen Vogel förderlich. Es dauert, ist wie alles, was nicht sofort und auf der Stelle wirkt, für einen Menschen mit Suchtstruktur immer wieder eine Herausforderung, aber es funktioniert, das kann ich versichern. Licht, Luft, manchmal sogar Sonne und Bewegung machen den Gefiederten friedlich.*

Sonntag, 210822

Bilder vom Spaziergang am gestrigen späten Nachmittag, den Wuppertaler Südhang hinauf. Eine Runde von gut 10 Kilometern, der Track ist kürzer, weil ich ein Stück herausgeschnitten habe (Sackgasse auf Privatgrund mit Gemecker). Der Weg ging durch mehrere Gartensiedlungen, über Straßen, durch Wälder hoch auf den Kiesberg und wieder herunter in die Stadt. Hier zu gehen ist eine andere Liga als im entspannt flachen Berlin, beides hat seinen Reiz.

Gartensiedlung, die Erste…
Ausblick auf die Stadt am Ende der Sackgasse – von unten wurde gemault.

Und …

An den konnte ich nicht vorbei, ohne ein Bild zu machen.

Wieder Richtung heimatlichen Kiez…

Zuhause dann drüber und drunter bei der Raubtierfütterung.

Hauptsache, man kommt dran…

Sonst so? Wir schauen gerade bei Gelegenheit Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt, eine ausführliche Doku-Reihe über die jüngste wechselvolle Geschichte der Stadt. Im Zuge einiger Recherchen lande ich bei der Kongresshalle, keine Ahnung wie. Jedenfalls hat der Dachschaden eben jener so genannten schwangeren Auster Anno 1980 der sich im selben Jahr gründenden Band Einstürzende Neubauten zum Namen verholfen. Was wiederum neue Recherche nach ein wenig Liedgut der schwer verdaulichen Kapelle rund um Blixa Bargeld zur Folge hatte.

Alles in allem – ein Stück, das jede Menge Raum zum nachdenken lässt. Oder sich einfach nur im Hirn einnistet, dort seine Runden dreht und möglicherweise an den einen oder anderen Traum erinnert. Kein Klartext und keine leichte Kost, aber hörenswert. Kryptische Lyrik pur …

Nachtrag: Was inspiriert den Künstler zu solchen Texten? Des Rätsels Lösung kam zu mir beim nachdenklichen betrachten des demolierten Werkstattbodens an der Stätte meines Jagens und Sammelns. Abgeplatzter Estrich – der Rest ist Phantasie, ganz altmodisch mit „Ph“.

Ein Schwätzer versucht
Dem Felsen etwas einzureden
Der es versucht aber doch
Nicht flüchten kann

*

Freitag, 210806

Zu Fuß durch Berlin, laufen hat etwas. Lässt mich besser schlafen und den Geist zur Ruhe kommen. Die Familie lebt teils in Wilmersdorf, teils in Wedding, wenn ich mit der U-Bahn von Wilmersdorf nach Wedding fahre, sind es nur ein paar Minuten. Was dann bleibt, ist der fehlende Übergang sowie das Gefühl, abrupt von einer Welt in eine andere geschleudert zu werden. Zu Fuß ist das anders, die Straßen ändern sich allmählich. Über Bahnhof Zoo, dem Landwehrkanal, Hansaviertel, die Spree, Moabit, dem Westhafen zum Wedding. Wer will, kann mitlaufen.

Der vereinbarte Treff ist ein Imbiss an der Müllerstraße, gleich neben dem Leo. Die Szene hat etwas surreales. Die Familie, der volle Tisch einerseits, draußen das Laufpublikum. Bärte, Kopftücher, Tattoos, alte Menschen gebückt an Rollatoren, babylonisches Sprachengewirr. Gesichter wie mit Messern geschnitzt, Landkarten des Lebens in Relief-Form. Geballter Kiez halt. Dem entgegen die Beschallung mit feinster Musik, die mich für einen Moment nicht nur vergessen lässt, wo ich mich befinde, sondern auch alles andere, was mir gerade noch durch den Kopf geht. Jemand am Tisch weiß, wie man per Smartphon den Titel heraus bekommt, so dass mir das Stück erhalten bleibt

Schon schräg …

Zurück geht es gemeinschaftlich wieder zu Fuß, und so komme ich auf knapp 20000 Schritte, mein persönlicher Highscore für einen Tag, wenn auch im flachen Land nicht sehr fordernd, so spüre ich doch am Ende des Tages meine Füße.

*

PS: Wann lernt der Mensch? Wenn es nötig ist. So weiß ich nun, wie man aufgezeichnete GPX-Tracks auch mit Linux recht komfortabel bearbeiten kann. Das Programm trägt den etwas seltsamen, aber einprägsamen Namen PFLAUME

Pfingstsonntag, 210523

Allein mit zwei Katzen und meinen Gedanken, die Liebste ist das große Kind besuchen. Ich hätte können mich verabreden, tat ich aber nicht. Irgendwie war, ist mir nicht danach. Stattdessen lief ich, gestern und heute, die Hügel hier herauf und herunter.

Bilder von gestern, GPX hier, den Nützenberg herauf und herunter:

Die Schwebse – seit dem untauglichen Versuch aus einer ehemals durchaus alltagstauglichen Museumsbahn ein HighTec-Gefährt zu bauen, leider eine Dauerbaustelle. Derzeit fährt sie nur an den Wochenenden, um den Touris Funktionalität vorzugaukeln. Aber immerhin.

Wenn man, so wie ich, gerne Gedanken-verloren den Blick auf den Boden richtet, sieht man komische Dinge, die postwendend die Aufmerksamkeit weiter nach oben richtet…

Bekannter Weise fallen schon mal Sachen herunter, aber die hier scheinen schon etwas länger dort zu liegen. Weiter oben sieht jedenfalls alles frisch aus …

Eine der trostlosesten Ecken im Tal…

Anregung zum Nachdenken…

Downtown schwarz-weiß…

Heute ging es auf der Königshöhe ein wenig bunter zu, wieder mit GPX, hier:

Blick von weiter unten auf den Südhang…

Bunte Blüten für die Soldaten

Der Turm, zugewachsen und leider nicht zu besichtigen.

Die Stadt wirkt weit fort, was gut 100 Höhenmeter so ausmachen…

Da isser wieder, der weithin sichtbare Schlot vom Elberfelder Kraftwerk.

Und – ich wollte ihn immer schon mal fotografieren, weil ich genau so einen mit 20 mal selbst gefahren habe. Die Farbe stimmt, nur war der meine ein „Caravan“, also die Kombi-Variante. Praktisch, in dem Alter, beim damaligen spontanen Übernachten im gelobten Land.

Sonst so? Letzen Dienstag hatte ich meinen ersten Impftermin, mit Biontec – für mich sehr gut verträglich, nur der Arm schmerzte leicht am nächsten Tag. Ende Juni dann der Zweite und dann ist das Thema bis zur Auffrischung im nächsten Jahr hoffentlich erstmal durch. Wobei mir die allgemeine Aufregung gestohlen bleiben kann, mich reizt keine Gesellschaft derzeit. Außer die Familie, die leider gut im Land verteilt lebt, gegenseitige Besuche dürften im Sommer wieder drin sein. Ne heiße, aushäusige Pizza fände ich auch wieder mal gut, abwarten.

Bis dahin …

Wünsche frohe Pfingsten, allseits.

***

Nachtrag von Pfingstmontag – vor dem großen Regen: Runde durch den Kaiser-Wilhelm-Hain mit Blick auf die Stadt, GPX hier.