So Gesellschaften

Erwähnte ich, wie sehr ich öffentliche Empfänge mit dem eitlen sich-zur-Schau-stellen schätze? Diese verlogene Selbstüberhöhung mit der Aussicht auf eventuelle, gute Geschäfte. Die ach so politisch-korrekte Wortwahl der Teilnehmer.

Ach Funny, du hast so tolle Einfälle. Und – du bringst mich auf echt gute Ideen. Wir haben ja ebenso zwei liebenswerte, ausgewachsene Kater – oder richtiger Weise haben sie uns … allerdings sind die Steine, auf denen sie ihr Geschäft erledigen, wenig kooperativ, was die Herausgabe eben dieses Mediums angeht. Ganz anders ihre nicht ganz so flüssigen Hinterlassenschaften! In Verbindung mit einer gewöhnlichen Steinschleuder und ein Paar Gummihandschuhe könnte ich mir vorstellen, den einen oder anderen Kraftfahrer, der hupend  den dicht bewohnten Berg hier hochbrettert, entsprechend zu bedenken. Könnt ihr euch auch so gut wie ich vorstellen, auf welche beeindruckende Größe sich ein noch recht frischer Katzenköttel ausbreitet, so er denn mit entsprechender Geschwindigkeit auf eine glatte Fläche trifft? Diese Bilder in meinem Kopf – hach.

So viel zu Thema ein-besserer-Mensch-werden.
Es grüßt der gute Wille…

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10 Liter weiße Farbe

Wer bin ich? Eine große Frage meiner Jugend. Mit dem, der ich war, mochte ich nicht wirklich Freundschaft schließen. Also hielt ich mich an meine so genannten Vorbilder und bin natürlich damit stets gescheitert. Heute, so um die fast 4 Jahrzehnte später, kann ich darüber milde lächeln, kam ich doch mit den Jahren nicht an mir vorbei, wie ich wirklich war.

„Wenn ich nichts anderes sein kann, dann mach ich eben Spuren!“
So kam ich einst zum bloggen 🙂

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Banales am Rande

Draußen ist mächtig Herbst und die Bäume in unserer Straße blättern ordentlich. Öfter mal verirren sich einige vertrocknete, gelb-braune Zeitzeugen des Sommers in`s Treppenhaus, um dann von einem der überschaubaren Bewohnern der alten Burg wieder nach draußen zu seinen Artgenossen befördert zu werden. Das ist o.k, kümmern sich dann die gewaltigen Saugeautos der Stadtwerke um ihresgleichen.

Eines jedoch hat es vor, na ja, vielleicht 10 Tagen bis in unseren Korridor geschafft. Als blinder Passagier unter vermutlich meinen Schuhsohlen, heimlich, still und leise. Seitdem liegt es in eine Ecke und freut sich, beim letzten Staubsaugen wieder übersehen worden zu sein. Es ist nicht etwa so, als hätte ich das nicht bemerkt, im Gegenteil. Sonst würde ich auch kaum diese leicht sinnfreien Zeilen schreiben. Eher bin ich der Ansicht, dass soviel Beharrlichkeit schon belohnt werden sollte, darum liegt es weiter dort und wird so langsam ein fester Bestandteil der Korridor-Deko.

Die Liebste sieht das übrigens auch so, wie wir gestern  feststellten.
Das Leben ist ernst genug …

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Erklärungen

Meist ist es gut, wenn ich sage, nein Danke, dieses oder jenes bitte nicht. Mir sympathische Menschen nicken nur, machen vielleicht Alternativ-Vorschläge und nehmen`s hin. Gut so. Halte ich auch so, meistens eben. Fragen beantworten sich mit ein wenig Geduld sowieso oft mit der Zeit von selbst.

Manche Menschen allerdings brauchen es dann doch ein wenig ausführlicher …

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Wird Alkohol offeriert, lehne ich dankend ab. Das reicht in 99 von 100 Fällen und ich bekomme irgend etwas anderes, kommentarlos. Bleibt noch der eine Fall von Hundert.

So erlebt vor, ich glaube, zwei Jahren. Ein gemeinsames Essen, draußen auf dem Lande. Man trinkt Wein, ich ordere, wie immer, mein Wasser. Ein Mensch am Tisch findet das bedenklich.

Trinkst Du denn niemals Alkohol, ich meine, gar nicht …!?

Nee, sage ich, ahnend, was da kommen mag. Niemals, oder besser, heute nicht. Was zumindest für mich kein Widerspruch ist, derweil morgen ein neues Heute ist.

Ähh … darf ich fragen … hat das vielleicht gesundheitliche Gründe ?
Sprach`s und das Gesicht legt sich in Erwartung mindestens einer schweren Tumor-Geschichte in mitleidvolle Falten.

Nein, nein, sage ich, das hat religiöse Gründe.

Oh … und Ruhe ist.

Die anderen mit-am-Tisch-Sitzer unterdrücken ein Grinsen und zwingen sich zur ernsthaften Zurückhaltung. Wissen sie doch um meine wahren Beweggründe, das Stöffchen zu meiden. Es ist meine Vergesslichkeit. Nein, und damit meine ich keine eventuell beginnende Demenz, sondern meine Vergesslichkeit, das Aufhören betreffend.

Das für mich geilste Feedback bekam ich übrigens einst von einem stockbesoffenen Russen, den ich vor vielen Jahren via Mitfahrgelegenheit mit nach Berlin nahm.

Trrrinkst du keinen Alkoholl ?
Nein, nie.
Dann bist Du Alkohollikerrrr …

Punkt.

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