Nachdenklich

Immer schon habe ich diejenigen Menschen ein wenig beneidet, die konsequent ihrer so genannten Selbstverwirklichung nachgingen, meist als Freiberufler mit allen Vor- und Nachteilen, aber hauptsächlich mit Liebe und Freude an ihrer jeweiligen Sache.

Selbst habe ich eine klassischen, sehr traditionellen Beruf gelernt, den ich immer noch ausübe. Oft habe ich mit zahlreichen, aus meiner Sicht höchst überflüssigen Regelwerken gehadert und mich über manche scheinbare oder tatsächliche Willkür meines Arbeitgebers empört. Wenn ich allerdings Resümee ziehe, habe ich (für mich) alles richtig gemacht, gerade mit Blick auf die derzeitige Lage, die sich die wenigsten haben vorstellen. Ich mag Tätigkeiten, die noch so etwas wie Wertschöpfung besitzen, bei allen Sinn für, bei aller Freude an Kunst und Kultur.

Systemrelevant (ein mittlerweile arg abgedroschenes Modewort) – das sind für mich, noch vor meiner eigenen Tätigkeit in der Industrie hauptsächlich jede medizinische und pflegerische Kraft, jede Putzfrau, jeder Handwerker. Die wirklich Unverzichtbaren eben.

Davon abgesehen freue ich mich auf eine Zeit, in der ich wieder ohne schlechtes Gewissen Verwandte und Freunde besuchen kann, Theater und Kinobesuche wieder möglich sind und man sich zum Plaudern neben einem alten Mann auf einer Parkbank setzen kann. Meinetwegen auch neben einer alten Frau 😉

„Maskenhaftes“ Plaudern – mich stört sehr die in großen Teilen nicht wahrnehmbare Mimik, verhüllt von dem schützenden Stoff. Fehlt nur noch so `ne verspiegelte Sonnenbrille dazu …