Momentum

Vor Stunden war ich wählen, anschließend noch im botanischen Garten unserer Stadt. Farben satt, die ich auf einigen Bildern festzuhalten versuchte. Auf dem Heimweg dann, am Rande unseres Quartiers, fast wäre ich vorbei geradelt, sah ich meinen ganz persönlichen Favoriten des Tages.

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So unterbreche ich meine Fahrt und halte den Augenblick fest, während ich über so viel Beharrlichkeit staune. Zähigkeit und Bescheidenheit fallen mir auch dazu ein. Mit viel fachlicher Pflege kann jeder groß und bunt, denke ich, aber so – Respekt!

Die Beharrlichkeit ist ja die große, erwachsene Schwester der Sturheit, so wie alles Licht in unserer dualistischen Denkweise seine dunkle Entsprechung hat. Interessant auch, was der Suchende im Netz dazu alles findet. Ein Auszug:

„Die Gründe für Beharrlichkeit können unterschiedlich sein, so zum Beispiel:

  • eine grundlegende Charaktereigenschaft,
  • ein vorausgegangener Treueschwur oder
  • der unbedingte Wille (Absicht) ein bestimmtes Ziel zu erreichen.“

(Quelle: https://www.wertesysteme.de )

Ok, geschworen habe ich nichts. So mag mich dieses Pflänzchen ansprechen, weil Beharrlichkeit mutmaßlich eine „grundlegende Charaktereigenschaft“ meinerseits darstellt. Auch hat es den unbedingten Willen, ein bestimmtes Zeil zu erreichen – wobei eben dies mit Schwierigkeiten ganz anderer Art verbunden ist. Erst einmal finden, ein solches Ziel. Auf welche Gedanken solch ein Mauerblümchen Mensch bringen kann…

~

 

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Banales am Rande

Draußen ist mächtig Herbst und die Bäume in unserer Straße blättern ordentlich. Öfter mal verirren sich einige vertrocknete, gelb-braune Zeitzeugen des Sommers in`s Treppenhaus, um dann von einem der überschaubaren Bewohnern der alten Burg wieder nach draußen zu seinen Artgenossen befördert zu werden. Das ist o.k, kümmern sich dann die gewaltigen Saugeautos der Stadtwerke um ihresgleichen.

Eines jedoch hat es vor, na ja, vielleicht 10 Tagen bis in unseren Korridor geschafft. Als blinder Passagier unter vermutlich meinen Schuhsohlen, heimlich, still und leise. Seitdem liegt es in eine Ecke und freut sich, beim letzten Staubsaugen wieder übersehen worden zu sein. Es ist nicht etwa so, als hätte ich das nicht bemerkt, im Gegenteil. Sonst würde ich auch kaum diese leicht sinnfreien Zeilen schreiben. Eher bin ich der Ansicht, dass soviel Beharrlichkeit schon belohnt werden sollte, darum liegt es weiter dort und wird so langsam ein fester Bestandteil der Korridor-Deko.

Die Liebste sieht das übrigens auch so, wie wir gestern  feststellten.
Das Leben ist ernst genug …

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