Die so genannte Normalität

Gute Gedanken zum Thema „Normalität“.
Spricht mir in großen Teilen aus der Seele.

Monika Chandana Krampl

Dieser Tage hatte ich eine allergische Reaktion auf einen Insektenstich.

Eine allergische Reaktion auf den Begriff „Normalität“ habe ich bereits den Großteil meines Lebens.

Gebranntes Kind scheut das Feuer.

Das Kind und vor allem das jugendliche Mädchen, das immer wieder hörte, nicht normal zu sein – weil sie anderes, und vor allem mehr wollte, als für sie vorgesehen war.

Abgesehen davon, dass mich „Normalität“ daher immer schon eher abschreckte, als beruhigte, möchte ich nicht zurück zu der „Normalität“, nach der sich offensichtlich viele sehnen.

Die jetzt erwünschte Normalität bedeutet einen Zustand / ein System / eine Entwicklung – die uns genau da hingeführt hat, wo wir heute sind – in der bereits begonnenen Klimakatastrophe und zu Covid-19.

Für mich ist es absolut nicht normal, dass Tonnen von Lebensmitteln, Kleidung und Geräte weggeschmissen werden / die Landwirtschaft mit Pestiziden arbeitet, die die Umwelt und damit auch uns Menschen zerstört / Tiere…

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Und wieder Sonntag

So einer mit viel Sonne. Da denke ich, ein wenig mehr Regen wäre gut für die Erde, verbunden mit ein wenig mehr Sonne in den Herzen. Bei mir angefangen, wo sonst. Ja, die Zeiten sind unüberschaubar, verunsichernd und auch beängstigend. Merkwürdiger Weise macht es mit mir weniger als erwartet, weil innerlich vertraut. Mal `ne Krise von außen statt von innen – der einzige Unterschied ist teilweise verschiedene Herangehensweise. Akzeptanz und Annahme ist innen wie außen der erste Schritt. Äußere Krisen sind im Vergleich zu inneren Krisen mit einem höheren Grad an Anpassung verbunden und auch mit vergleichsweise größeren Risiken, gesellschaftlich.

Was hilft – neben Hoffnung, Glaube und Vertrauen: Ein bei aller Emotionalität etwas realistischer Blick auf die Dinge. Es ist nur ein VIRUS, keine Weltverschwörung, wie einige selbst aus meinem Umfeld zunehmend glauben. Natürlich gibt es Kräfte, die diese Lage für ihre Zwecke nutzen wollen. Und wieder – Vertrauen, hier auf die Gegenkräfte, ganz konkret unsere Verfassung und deren Vertreter. So lahm und quer, wie unsere Demokratie oft auch rüber kommt, mit ihrer Langsamkeit und föderalen Struktur, zu jeder Kraft gibt es eine Gegenkraft. Nicht nur in der Physik.

Hier ein guter, wenn auch langer Artikel zum Thema, für euch freigeschaltet auf

Krautreporter

Sonst so? Alte Rezepte wirken immer noch. Selbst ein maskiertes Lächeln bekommt Antwort, selbst eine freundliche Bemerkung hinter einer ehemaligen Unterhose im Gesicht findet Resonanz. Geht doch! Und ja, ich schreibe das hier hauptsächlich auch für mich, damit ich das nicht vergesse.

Denen hier ist die Gesamtlage übrigens wurscht. Wenn ich bei ihnen liege, spüre ich das. Positive Vibrations. Zumindest für eine kleine Weile …

Auch ja, falls es jemand vermisst …

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Freitag

Muss gleich für uns einkaufen. Nett, wie ich bin sein kann, funke ich mal eben die Mutter an, ob noch etwas fehlt. Hmm, sagt sie. Bier und Eiscreme. Leben läuft bei denen, denke ich. Will sagen, es geht ihnen den Umständen entsprechend gut. Und – by the way – erinnert mich das kleine Beispiel wieder daran, aus welchem Stall ich komme 🙂 Wobei der signifikante Unterschied zwischen denen und mir darin bestand, dass ich weder Flaschen halbleer weggestellt habe noch in Versuchung kam, Eiscreme-Packungen wieder verschließen zu müssen. War der Tag golden, so wurde beides kombiniert. Vanilleeis mit Wodka, genannt Schlammbowle, schön bei sommerlichen 30 Grad … lange her, das. Gott sei Dank.

Fertig für den Kaufmannsladen…

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Nachdenklich

Immer schon habe ich diejenigen Menschen ein wenig beneidet, die konsequent ihrer so genannten Selbstverwirklichung nachgingen, meist als Freiberufler mit allen Vor- und Nachteilen, aber hauptsächlich mit Liebe und Freude an ihrer jeweiligen Sache.

Selbst habe ich eine klassischen, sehr traditionellen Beruf gelernt, den ich immer noch ausübe. Oft habe ich mit zahlreichen, aus meiner Sicht höchst überflüssigen Regelwerken gehadert und mich über manche scheinbare oder tatsächliche Willkür meines Arbeitgebers empört. Wenn ich allerdings Resümee ziehe, habe ich (für mich) alles richtig gemacht, gerade mit Blick auf die derzeitige Lage, die sich die wenigsten haben vorstellen. Ich mag Tätigkeiten, die noch so etwas wie Wertschöpfung besitzen, bei allen Sinn für, bei aller Freude an Kunst und Kultur.

Systemrelevant (ein mittlerweile arg abgedroschenes Modewort) – das sind für mich, noch vor meiner eigenen Tätigkeit in der Industrie hauptsächlich jede medizinische und pflegerische Kraft, jede Putzfrau, jeder Handwerker. Die wirklich Unverzichtbaren eben.

Davon abgesehen freue ich mich auf eine Zeit, in der ich wieder ohne schlechtes Gewissen Verwandte und Freunde besuchen kann, Theater und Kinobesuche wieder möglich sind und man sich zum Plaudern neben einem alten Mann auf einer Parkbank setzen kann. Meinetwegen auch neben einer alten Frau 😉

„Maskenhaftes“ Plaudern – mich stört sehr die in großen Teilen nicht wahrnehmbare Mimik, verhüllt von dem schützenden Stoff. Fehlt nur noch so `ne verspiegelte Sonnenbrille dazu …