Sonntag, 201018

Ein paar werkfreie Tage gehen zu Ende, ich bin dankbar für unsere Kinder, die Corona zum Trotz hier her finden. So wie ich es im übrigen mit meinen Eltern halte. Es ist nicht an uns, uns vollständig zu isolieren, das macht auf Umwegen ebenso krank. Zweifel gehören dazu. Was ist, wenn. Nicht für mich, für uns. Für die Alten. Es ist, wie es ist und ich lasse mich führen.

Sonst so? Es scheint heute doch noch heller zu werden. Es braucht Licht, Luft und vielleicht auch Sonne.

Sonntag, 200913

Sonntag Morgen, gefüllt mit Energie aus meinem Morgenritual sitze ich hier und genieße die Zeit, weil mir bewusst ist, wie flüchtig so ein Gefühl ist. Immer nur ein Geschäft auf Zeit, wie der Sand einer Sanduhr im oberen Teil immer weniger wird, so verflüchtigt sich bei mir die positive Energie über Tag, mit andauernden Einflüssen vom Außen. Langsam und stetig geht das. Mir fällt dieser kontinuierliche Schwund im Alltag beim betrachten eines gerade wunderschön blühenden Strauchs am Rand vom Arbeitsweg auf. Am Morgen bleibe ich im Dämmerlicht stehen, schaue die satten Farben, nehme das Bild erfreut mit. Wenn ich am Nachmittag wieder dort lang komme, steht dort derselbe Strauch im gleißenden Sonnenlicht, aber ich sehe ihn anders, selbst wenn ich einen Moment verweile, gefüllt, wie mein Innerstes ist, mit den Eindrücken und Herausforderungen des Tages.

Am Abend setzt sich das fort, auch abseits von den alltäglichen Arbeiten daheim. Das Nachtschattengewächs in mir meldet sich, ebenso der schwarze Vogel, der leise kichert. Geh `du ruhig in die Sonne, sagt er, wir leben ja, Gott sei Dank ,nicht am Polarkreis. Und selbst dort bin ich bei dir … Ok, so soll es sein, denke ich, und lasse den Gefiederten dort, wo er ist. Seine Lieblingsspeisen gebe ich ihm nicht mehr, die Zeit ist vorbei.

Auch die Motive ändern sich, am Abend.

Manch Schönes bleibt auch ein wenig, so wie diese Warte-Zeremonie vor dem großen Fressen. Das ist im übrigen der einzige Sinn und Zweck der beiden Hocker …

Und – weil`s gut ist, gut tut …

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Wenne weiß, woe hin wilz …

…musse kuckn, datte hin komms.

(Danke für den genialen Satz, Uwe)

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Unser Baby weiß ziemlich gut, wo sie hin möchte, wie man sieht. Näher heran an fliegende Vögel und fallende Blätter.

Und ich so?

  • Im Augenblick möchte ich bleiben, etwas weniger im Morgen oder im Gestern. Klingt banal, ist aber alles andere als leicht.
  • Rituale möchte ich pflegen, ohne irgendwann selbst zu eines zu werden (Hier erliegt einer der Protagonisten beinahe genau dem…)
  • Meinen Glauben möchte ich vertiefen, ohne ein Dogmatiker zu werden. Extreme meiden, ohne in der Mitte zu verschimmeln.
  • Trotz oder mit Angst das rechte möchte ich tun, mit dem Beistand vom Mensch-Gewordenen. Kontrolle möchte ich tauschen gegen Vertrauen, ohne in den Tag hinein zu leben.
  • Die Gewalt in meinem Kopf möchte ich tauschen gegen inneren Frieden, den kleinen Jungen öfter mal trösten, die immer noch temporär vorhandenen Fluchtgedanken möchte ich tauschen gegen liebevolles Da-sein im hier und jetzt.
  • Den einen oder anderen Stein in meinem Rucksack würde ich gerne etwas leichter nehmen lernen. Den schwarzen Vogel würde ich gerne liebevoll wieder etwas mehr im Hintergrund platzieren, der meint, um diese Jahreszeit sich größer machen zu müssen, als er ist.
  • Vergebung möchte ich üben, mir selbst und anderen.

Ganz schön viel zu tun für so wenig Zeit. Aber immerhin, wenne weiß…

Ach ja, Rituale, da war doch noch was …

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Update zum Tagesausklang …

Banales am Rande

Draußen ist mächtig Herbst und die Bäume in unserer Straße blättern ordentlich. Öfter mal verirren sich einige vertrocknete, gelb-braune Zeitzeugen des Sommers in`s Treppenhaus, um dann von einem der überschaubaren Bewohnern der alten Burg wieder nach draußen zu seinen Artgenossen befördert zu werden. Das ist o.k, kümmern sich dann die gewaltigen Saugeautos der Stadtwerke um ihresgleichen.

Eines jedoch hat es vor, na ja, vielleicht 10 Tagen bis in unseren Korridor geschafft. Als blinder Passagier unter vermutlich meinen Schuhsohlen, heimlich, still und leise. Seitdem liegt es in eine Ecke und freut sich, beim letzten Staubsaugen wieder übersehen worden zu sein. Es ist nicht etwa so, als hätte ich das nicht bemerkt, im Gegenteil. Sonst würde ich auch kaum diese leicht sinnfreien Zeilen schreiben. Eher bin ich der Ansicht, dass soviel Beharrlichkeit schon belohnt werden sollte, darum liegt es weiter dort und wird so langsam ein fester Bestandteil der Korridor-Deko.

Die Liebste sieht das übrigens auch so, wie wir gestern  feststellten.
Das Leben ist ernst genug …

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Spätsommer

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Gegen den großen, schwarzen Vogel helfen Licht, Luft, und Sonne. So gesehen und gefühlt heute im Hildener Stadtwald, unweit von Haan/Rheinland.

Hildener Stadtwald

Eine kleine Runde von ca. 7 Km ohne große Steigungen über gut befestigte Waldwege, ideal für einen Sonntag-Spaziergang zwischen Mittag und Kaffee oder so. Spätsommer- oder Frühherbst-Bilder, die der Seele gut taten. Unspektakulär und in Ruhe.

HIER auch bei GPSIES zu sehen.

Von wegen schwarzer Vogel – hörenswert, HIER.

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Grau mit ein wenig Farbe

So präsentierte sich heute Nachmittag der Rhein zwischen Düsseldorf und Krefeld. Mit dem  Rad bin ich per Regio-Bahn bis Düsseldorf, eigentlich wollte ich weiter bis Kaldenkirchen  an der Grenze zu NL, bis dahin reicht an Wochenenden das VRR-Ticket. Der Grenzwald dort lockt, aber ab Gruiten zog derart dicker Hochnebel auf, das ich den Rhein vorzog.

Etwa 35 Km Licht, Luft und leider nur wenig Sonne. Die Bilder sprechen für sich. Bilder – leider konnte mein Lieblingsmitfahrer heute nicht mit wegen Rücken, der vermutlich einzige, der nicht ausfällig wird, wenn ich an jeder Blume anhalte. Die Racing-Fraktion mag mir das nachsehen, ich frag`auch erst gar nicht 😉

Aber hier jetzt – Herbstbilder…
Etwas melancholisch, mit dem Vorgeschmack auf das nächste halbe Jahr.

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