Samstag

Um 8 schon Katzensteine gekauft, mit einem Sack alten, ausgeleierten Schlauchschal vor `m Gesicht, der noch genug Luft zum atmen lässt. Anschließend heldenhaft noch einige Kleinigkeiten im Supermarkt besorgt, Outfit siehe oben. Die Eltern mit Erdbeeren, Blaubeeren, Tageszeitung und meiner ca. zehnminütigen Anwesenheit beglückt, anschließende sehr kurze Stippvisite bei Freunden im selben Dorf.

Brunch mit der Liebsten und – Nicht mein Tag auf dem Schirm. Ein auch vom zeitlichen Rahmen feiner Film zum Brunch, kein Klischee bleibt unbedient, tolle Szenen, rührender Klamauk. Gekonnt an Brötchen und Ei vorbei gelacht, Erinnerungen an meine Zeit mit dem Maurerporsche in den 80ern Revue passieren lassen. Bestimmt nicht meine beste, aber die verrückteste Zeit.

In meinem Kopf brummt es noch von dem Film gerade eben. So eine Ohrwurm-Melodie, im Film zwar nur kurz angespielt, aber sofort bei mir festgesetzt. Musik zum staubsaugen gleich…

Aber erst mal:

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Sonntag Abend

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Wann war ich eigentlich letztmalig im Melkweg/Amsterdam?

Das muss so um 1982 gewesen sein. Damals gab es keine Tash Sultana, es gab irgendwelchen Reggae, eine reichlich verkiffte Truppe aus dem Tal der Wupper, Erinnerungslücken, eine übervölkerte Ferienwohnung in Callandsoog nahe Amsterdam. Es gab einen stinkenden, rostzerfressenen Opel Rekord D/1700 Caravan in 70er-Orange, was gut mit dem Rost harmonierte. Übernachten darin war auch gut möglich, Schlafsack & Luftmatratze waren immer an Bord. Und – es gab gewisse Schwierigkeiten, den Wagen in Amsterdam zum einen wiederzufinden, zum anderen, aus der Stadt heraus zu finden. Wie das so ist, sein kann, stoned. Es gab interessierte Blicke der Zollbeamten an der Grenze auf der Heimfahrt, in Richtung Ladefläche des Caravan, derweil sich dort 3 Gestalten lang ausgestreckt vom Osterfest in NL erholten. Gelobtes Land, damals.

Hatten Sie einen angenehmen Aufenthalt in den Niederlanden?
Hatten wir.

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Positiv sollten Sie ihren Tag beginnen …

Die (un-)seligen 80er. Allein die Radio-Landschaft, hier im bergischen Land. Es gab einige grottenstaubtrockene staatliche Sender WDR1-3, das damals schon werbeverseuchte RTL, welches eh`nur auf den Höhenzügen zu empfangen war. UND, ja genau, es gab noch den 1998 untergegangenen SWF3, einen staatlichen Ausnahmesender, den ich damals in Remscheid zumindest ganz gut hören konnte.

Jeden Morgen gegen 9 Uhr plärrte eine unerbittliche Stimme aus den Lautsprechern. Frau Doktor Eberlein rief zur Ordnung: Positiv sollten Sie ihren Tag beginnen! Das Ganze untermalt mit auditiver Anleitung zum Frühsport, schön im Rhythmus. Das kam gut, gerade verkatert, aber auch sonst so. Nie habe ich mich daran beteiligt, aber immerhin trug sie zur Erheiterung bei und hob die morgendliche Stimmung ein wenig.

Lebensgefühl 1982: Kalter Krieg, kaltes Land, Birne for Kanzler, permanente Bedrohung, RAF-Terror, Strahlen-Angst, die Welt konnte jeden Tag untergehen. Was ist die heutige Gegenwart dagegen schon. Die paar bärtigen Affen. Sonst so: Wenig Orientierung, aber eine richtig gute Kondition (nicht in Sachen Körperertüchtigung) da gerade 20.

Also, wem`s zu fad ist, ab Minute 5:30 geht`s rund 🙂

PS: Das Ganze war und ist durchaus ernst gemeint,
die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsvorsorge gibt`s heute noch.