Sonntag, 220123

Die Stimmung einfangen, bevor sie verfliegt.

Die Nacht dauerte von Eins bis Sechs, fünf Stunden sind gute Kür. Vielleicht ist es diese sonntägliche Stille, die mich nicht mehr schlafen lässt, obwohl ich könnte, heute. Eine Stille, die nur hier und da von ein paar Raben verhalten unterbrochen wird. Die Jungkatze braucht in der Regel fünf Minuten, um herauszufinden, dass ich wach bin. Sie kommt kuscheln und beschallt mich mit ihrem sonoren Schnurren. Davon abgesehen kommt sie auch, wenn ich schlafe. Ihr Wille geschehe.

Mit dem aufstehen kommen die Geräusche, das scheppern der Uralt-Rollläden, die Verrichtungen im Bad, das knarzen der Dielen, Geschirr wird weggeräumt. Bahnhof, denke ich. Gleise – geh-leise. Assoziationen, die ich nicht mehr ausspreche, das mitleidige Kopf- und Augenverdrehen meines sozialen Umfeldes betrübt mich zu sehr. Du und deine 80er-Sprüche. Aber lachen tun sie doch, sogar an- , nicht aus.

Ein Kommentar von mir, der irgendwie auch hier rein passt:

Wiedergeburt

Ein Leben reicht definitiv nicht. 
Mir schon, aber meiner höheren Macht nicht. 
Wollte schon dieses nicht, 
wäre bei meiner Ankunft beinahe wieder hochgefahren. 
Und du bleibts schön hier! 
– so schallte es., derweil mir ein Arzt den Arsch verwackelte, 
um mir das atmen beizubringen.

Herausforderung nach langem Zögern angenommen.

*

Sonst so?
Buchtipp, Werbung, unbezahlt, aber gerne geschehen:
Roman Pestak, Alles für nichts.

Brutaler Realismus, der arg zum nachdenken anregt.
Genau mein Humor.

Und – der nun schon nicht mehr ganz so stillen Stille sei es gehuldigt, mit angepasster Musik. Ludos Neue klingt auch gut. Schon wieder unbezahlte Werbung. Kind des Systems, warum kannst du auch nicht selbst musizieren …

~

12 Gedanken zu “Sonntag, 220123

  1. Ich muss immer über deinen Musikgeschmack lachen.
    Gleicht er doch oft meinen.
    Von Rammstein nach Enaudi, das muss man erst einmal hinbekommen.
    Zumindest lache ich dich nicht aus, das überlasse ich die deinen. 😉
    Einen schönen Sonntag dir.

    Gefällt 1 Person

  2. Geliebter Reiner, 🙏
    die Musik ist wunderschön, wahrlich ein Sonntagsstück. Und das mit dem Ast, erinnert mich an einige Worte von Jesu in den Evangelien. Nämlich, dass der Ast, beziehungsweise Baum, der keine Früchte trägt, abgeschnitten, ausgerissen und in das Feuer geworfen wird, damit er dort verbrenne. Dieser Ast ist offensichtlich der Verstand in uns, der so willentlich anders denkt und sieht, als Gott es in und mit uns tut. Gott sei Dank, für dein fühlbares Dasein und auch Sein Mitteilen durch dich, was mich immer wieder inspiriert, weniger zu denken und stattdessen mehr zu lieben, was ist. Wobei ich erfahre, dass das Mehr in diesem Falle, stetig tiefer in des Einen Frieden führt.
    Liebevolle Grüße 🐠
    Luxus

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Luxus, das Denken schadet nicht, im Gegenteil. Der Trick ist, dort zu denken, wo es von Nöten ist und dort zu fühlen, wo es angebracht ist. Auch der eigene Wille hat nichts verwerfliches, sofern er sich als untergeordneter Teil des göttlichen Willens sehen kann .

      An guten Tagen baue ich Brücken,. zwischen Denken und Fühlen, hier vor Ort, indem ich gefühltes zu beschreiben trachte.

      Herzlichst, Reiner

      Gefällt 1 Person

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