Allmacht und Gewissen

Manchen Menschen das Leben zu lassen, ist kein ausgesprochener Akt der Gnade, der Freundschaft oder gar der christlichen Nächstenliebe. Vielmehr ist es ein Resultat aus recht nüchternen Abwägungen, mit der Erkenntnis verbunden, dass zum einen die Dinge nicht unbedingt besser werden, im Anschluss. Anders, ja. Andererseits kann ich sie nicht alle meucheln. Das wird schwierig, weil Namen und Gesichter austauschbar sind, die Prinzipien und Muster dahinter jedoch immer gleich bleiben. Schlussendlich gibt es auch noch so etwas wie ein Gewissen, das ich nicht über Gebühr strapazieren möchte. Stichworte Selbstachtung und Würde.

Natürlich habe ich nicht die Absicht, irgendwem den Hals herumzudrehen. Also jedenfalls nicht besonders vielen Menschen 😉 Das ist mehr im metaphorischem Sinn gemeint und, so scheint es, charakteristisch für Menschen mit einer Suchtstruktur, wie ich sie habe, obgleich ich schon sehr lange abstinent lebe. Was mir die Möglichkeit eröffnet, nicht nur in meine eigenen Abgründe zu schauen, sondern beizeiten dem Geschauten auch etwas entgegen zu setzen. Auf diese Weise wird aus so manchem Abgrund ein vielleicht etwas tieferer Graben, über den man springen kann.

Oder zumindest Brücken herüber bauen kann.
Leben bleibt spannend
Es grüßt Bob der (Brücken-)Baumeister

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Dein Vater spinnt !

Das war die Reaktion der Mutter meines Sohnes, dem ich in jungen Jahren erklärte, dass absolut alles einen Anfang und ein Ende hat. „Lebt“, wenn man darunter eine festgelegte Zeitspanne der Existenz versteht. Auf seiner Nachfrage hin eben auch Steine, nur in viel größeren Zeitspannen.

Papa hat gesagt, Steine leben…
Heute studiert er Bautechnik 🙂

Wer spricht da noch von Zufall ?

PS:
Mein Lieblings-Buch in dem Zusammenhang ist Billard um halb Zehn von Heinrich Böll.
Und – Danke, Frank, für die Inspiration zu diesen Zeilen  🙂

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