Allmacht und Gewissen

Manchen Menschen das Leben zu lassen, ist kein ausgesprochener Akt der Gnade, der Freundschaft oder gar der christlichen Nächstenliebe. Vielmehr ist es ein Resultat aus recht nüchternen Abwägungen, mit der Erkenntnis verbunden, dass zum einen die Dinge nicht unbedingt besser werden, im Anschluss. Anders, ja. Andererseits kann ich sie nicht alle meucheln. Das wird schwierig, weil Namen und Gesichter austauschbar sind, die Prinzipien und Muster dahinter jedoch immer gleich bleiben. Schlussendlich gibt es auch noch so etwas wie ein Gewissen, das ich nicht über Gebühr strapazieren möchte. Stichworte Selbstachtung und Würde.

Natürlich habe ich nicht die Absicht, irgendwem den Hals herumzudrehen. Also jedenfalls nicht besonders vielen Menschen 😉 Das ist mehr im metaphorischem Sinn gemeint und, so scheint es, charakteristisch für Menschen mit einer Suchtstruktur, wie ich sie habe, obgleich ich schon sehr lange abstinent lebe. Was mir die Möglichkeit eröffnet, nicht nur in meine eigenen Abgründe zu schauen, sondern beizeiten dem Geschauten auch etwas entgegen zu setzen. Auf diese Weise wird aus so manchem Abgrund ein vielleicht etwas tieferer Graben, über den man springen kann.

Oder zumindest Brücken herüber bauen kann.
Leben bleibt spannend
Es grüßt Bob der (Brücken-)Baumeister

*

14 Gedanken zu “Allmacht und Gewissen

  1. Mein Gewissen war schon durch den Gedanken arg gebeutelt bis ich lernte, dass solche Gedanken zur Hygiène gehören, sie stellen ein wohltuendes, gedankliches Gleichgewicht her.
    In der Praxis macht es keinen Sinn: „… weil Namen und Gesichter austauschbar sind, die Prinzipien und Muster dahinter jedoch immer gleich bleiben.“ Sie sind Zombies die immer wieder aufstehen und sich uns in den Weg stellen. Los werden wir sie nicht durch töten sondern durch Verstehen, Annahme und Lösung.
    Dir Gedankensteine, -bretter, -nägel und -schrauben hier lasse, viel Erfolg und Freude am Bauen

    Gefällt mir

    1. Ist so. Der „Mordbube“ gehört wohl zu mir, wenn ich ihn verleugne, verselbstständigt er sich. Was nicht heißt, dass ich ihn füttere. Ich behandele ihn ähnlich wie den schwarzen Vogel.

      Danke für die guten Wünsche 🙂

      Gefällt 1 Person

  2. Als ich das Mordsweib (😁) zum ersten Mal so richtig in mir in Aktion wahrnahm, war ich ganz fürchterlich erschrocken und enttäuscht von mir. Aber es ist eine meiner nicht wegzudiskutierenden Realitäten – lieber wenigstens nur in Gedanken…

    Gefällt mir

Senf dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s