Samstag, 210306

Einige wenige unspektakuläre Einsichten dieser Tage:

Routine ist Fluch und Segen. Hilfreich bei den täglich immer wiederkehrenden Aufgaben, störend bei der Chaosbewältigung, die nach anderen Kräften verlangt. Alte Leier? Mag sein. Leider immer wieder ein Thema, wenn Mensch versucht, Chaos mit Routine zu erschlagen (mag in Einzelfällen funktionieren, ist aber in der Regel nicht sehr effektiv) oder Routine-Aufgaben im Chaos-Modus zu bewältigen. Das funktioniert natürlich auch, ist aber enorm Kräfte-zehrend.

Punks kriegen nichts mit Rücken. Die kriegen Schlaganfälle und Herzkasper. Oder Leberzirrhose. Oder eines nach dem anderen. Ich kann Punk machen, in meiner grenzenlosen Empfindsamkeit, bin aber kein Punk. Nur manchmal sehr laut, aber das zunehmend seltener, weil, siehe oben, Kräfte-zehrend.

Manche Menschen haben eine merkwürdige Sehnsucht, Gras drüber wachsen zu lassen, über gewisse Zerwürfnisse. Nun braucht selbst Gras einen gewissen Nährboden, um zu gedeihen. Mal ist die Erde allerdings so verbrannt, da wächst eben kein Gras mehr. Da wächst nichts mehr, im wahrsten Wortsinn. Das zu erläutern, kann Lautstärke kreieren, die schnell unglaubwürdig erscheint und anstrengend ist, siehe oben. Effektiver und eindrucksvoller sind ruhig, glaubwürdig und mit dem gebotenen Nachdruck gesprochene scharfe Worte, Worte wie beidseitig geschliffene Dolche, die zur Unvergessenheit aufrufen. Oder zu einer Menge Ärger, wahlweise. Das Gegenüber entscheidet, die Kraft reicht für beide Varianten. Versprochen.

Sonst so? Routine bestimmt auch diesen Tag. Mehr oder weniger. Also dann, frisch auf.

Wenn alte Leute sich erinnern …

Sonntag, 200906

Wie nahe Licht und Schatten beieinander liegen können, war gestern Abend fein zu sehen. Wie so oft halt. Die Augen wollen auch noch nicht so, wie ich, heute Morgen.

 

Besondere Erkenntnisse abseits von Routine:

  • Mit zunehmenden Alter wird es schwieriger, sich zu verabreden, von Spontanität, die ja sowieso gut überlegt sein möchte, mal ganz zu schweigen. Zuviel kann dazwischen kommen, in Sachen Familie und Corona. Absagen meinerseits derentwegen kenne ich auch nur zu gut.
  • Gelenke und Sehnen unterliegen altersbedingten Verschleiß und Sanitätshäuser werden von Wucherern geführt. Früher hat man sie aufgehangen und nun wollen sie des bösen Karmas willen der Menschheit Gutes tun, mit altem Geschäftsgebaren. Gelernt ist gelernt.
  • Der schwarze Vogel schlägt sachte mit den Flügeln und erinnert mich an seine latente Anwesenheit. Zeit für Licht, Luft und Sonne, Meditation, Gebet und vielleicht das eine oder andere liebe Wort.
  • Musik kann ebenso helfen, die Befindlichkeit zu manipulieren.

Und zum Schluss: Überkommene Rituale kann man auch unterlassen. Oder vermisst die hier jemand?

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