Lokalnachrichten

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Manchmal sind sie mit sehr persönlichen Erinnerungen verbunden.

Mehr dazu HIER beim Wassertiger.

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Weder 80 noch 20

Oder: Was Klotüren so alles aussagen.

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Beides möchte ich mir nicht leisten. Auch nicht „love it or leave it“. Also bleibt das sich-auseinandersetzen mit den Verhältnissen. Handeln und Akzeptanz dessen, was nicht zu ändern ist.

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Buch

Auf dem deutschsprachigen Ländertreffen der AA vor acht Tagen in Bremen gab es wie immer Gelegenheit, am Literatur-Stand zu stöbern. Einige Bücher habe ich seit vielen Jahren schon, Tages-Meditationen, die ich viele Jahre täglich gelesen habe, und auch AA-Literatur, aus dem Amerikanischen übersetzt.

Das hier allerdings kannte ich noch nicht. Ein kleines Taschenbuch mit dem Titel:
Wir kamen zu dem Glauben . 
Genau das, was ich derzeit brauche.

Am Literatur-Stand war es schnell vergriffen, zu beziehen ist es
HIER bei dem Literaturvertrieb der AA (Pos. 111 in der Liste)
oder als Antiquariat HIER bei Ebay sowie HIER bei Amazon.

PS: Es geht in den Texten um Alkohol, man braucht nicht viel Vorstellungskraft, diesen mit Drogen oder Medikamente zu tauschen. Die Strukturen dahinter sind gleich, ebenso die Sehnsucht, das entstandene Vakuum nach weglassen des Stoffes mit etwas tragfähigeren zu füllen.

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Aus dem Zusammenhang gerissen…

Mutter hol mich vonne Zeche, ich kann dat Schwarze nich mehr sehn…

So las ich kürzlich in einem Kommentar. Manche Worte nisten sich in irgend einem Winkel meines Hirns ein, um da einen Moment zu pausieren, bevor sie sich wieder auf dem Weg machen, in eine gänzlich andere Richtung. Ähnlich vielleicht einem Über-Bande-Spiel beim Billard.

Das muss so um 1985 herum gewesen sein. Damals gab es eine Damen-Bekanntschaft aus dem Milieu, die für eine sehr kurze Zeit eine Bereicherung in meinem ahnungslosen Leben darstellte. Sie wiederum machte mich ihrerseits  bekannt mit einem ihrer damaligen Begleiter, einem weißen Pulver.

Zu dieser Zeit gab es einen Kumpan, mit dem ich sehr gerne auf Reisen ging, in die Parallel-Welt, gleich nebenan. Wir hatten altersgemäß eine tolle Kondition und schon öfter mal Grenzen ausgelotet, was den unsachgemäßen Gebrauch von Alkohol und Dope anging. Nun sollte also dieses Pulver noch hinzu kommen.

Es war ein Abend, die mir gut in Erinnerung geblieben sind. Zunächst war das weiße Pulver am Start. Für meine an groben Stoff gewöhnte Seele war das etwas völlig neues. Ich war hellwach, konnte angstfrei reden und denken (!) zeitgleich, ohne die damals übliche Unsicherheit. Ungläubig ob dieser wundersamen Wandlung, mein Kumpel muss das wohl ähnlich erfahren haben, taten wir unser Bestes, die vertraute Sedierung wiederherzustellen. Es folgten derartige Mengen Brandy, Haschisch, und Rock `N Roll, bis wir uns endlich zur Frühstückszeit auf allen Vieren fortbewegen konnten. Primaten unter sich, gewissermaßen.

Ich brauchte fast eine Woche, um danach wieder halbwegs bei mir selbst anzukommen. Die Dame verschwand ebenso schnell wieder aus meinem Leben, wie sie gekommen war, und mit ihr das weiße Pulver. Ein Glück für mich. Wie ich überhaupt ein Glückskind bin, oder, anders ausgedrückt, gut beschützt worden bin. So bin ich nie im Knast gelandet oder in einer entsprechenden Klinik. Die Wirkung des Pulvers und natürlich auch dessen Preis haben mich so erschrocken, das ich nicht daran kleben blieb.

Frei denken und reden lernen sollte noch eine beträchtliche Zeit dauern, ohne Pulver.

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