Freitag, 220211

Eine Kräfte-zehrende Woche geht zu Ende, jedenfalls Freitag. Wie lange ist es her, dass dieser Wochentag ein Grund zm hemmungslosen feiern war? Heute freue ich mich drauf, mal einen Film zu Ende schauen zu können, ein paar Worte mehr mit meiner Frau wechseln zu können oder schlicht früh schlafen gehen zu können. Soweit alles im altersgerechten Rahmen.

Sonst so? Dämonen – ein Begriff für die Leichen im Keller, für unsere emotionalen Abgründe. Es gibt Menschen, die von sich behaupten, keine Dämonen (mehr) zu haben. Mag sein, dass das für einige wenige zutrifft, der große Rest dagegen hat es einfach nur leichter. Bewusstsein ist anstrengend, wer es leicht nimmt, weiß oder spürt, wo er besser aufhören sollte, zu graben, gesegnet sind jene, denen es an entsprechenden Leidensdruck mangelt. Leider ist diese Strategie zumindest für mich nicht sonderlich erfolgversprechend, führt doch Unentdecktes aller Art sein Eigenleben im Schattenreich meiner Seele. Dämonen mögen Versteck-Spielchen, aber am liebsten kommen sie karnevalistisch verkleidet, unter falscher Flagge daher.

Manchmal ist es wirklich nicht leicht, den Fratzen die Verkleidung abzureißen. So frage ich mich mitunter – wie echt ist mein Mitgefühl, meine Anteilnahme, meine Hilfsbereitschaft wirklich? Entspricht dies dem aufrichtigen Wunsch, zu verstehen, erfassen und vielleicht auch helfen zu können oder ist all dies nur Ausdruck meiner zahlreichen Süchte, wie zum Beispiel Geltungssucht oder Liebes-Sucht (die Sucht, geliebt zu werden)? Spätestens dann wird es Zeit für mich, in die Stille zu gehen und nachzuspüren, in den Keller zu steigen, um zu schauen, was dort vor sich geht. Nach einer Weile der inneren Zäsur wird dann schon klarer, was ist. Spüren und annehmen schliesst das alles ab, kleine, für andere oft nicht wahrnehmbare Korrekturen werden gefahren, bis zu nächsten Mal, wenn dieses irgendwie unstimmige Gefühl zum Kellergang auffordert.

Was beruhigt, ist, all dies beschreiben zu können, aber nicht zu müssen 😉

Roman Pestak

So. Das Leben ist ernst genug. Zurück um Tagesgeschehen – weniger ist bekanntlich mehr und durchaus Erfolg-behaftet, wie man sieht:

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Märchenkeller

Es gab mal eine Zeit, da mied ich dunkle Kneipen mit Toilette im Keller. Diese hier ist allerdings anders und besagte Zeit ist lange her. Also – wer den Froschkönig mit Kleingeld milde stimmen möchte:

Katzengold ,
Luisenviertel, Wuppertal-Elberfeld.
Lecker essen geht auch.

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