Es ist möglich …

… Gift in Medizin zu verwandeln.

Tina Turner

Kein Titel

Ein mir nahe stehender Mensch erkundigt sich nach der Beisetzung eines uns kürzlich Vorausgegangenen. Nachdem die Terminierung geklärt ist, folgt als erstes die Frage, ob der hinterbliebene Mensch denn in einer Miet- oder in einer Eigentumswohnung leben täte.

Friss`dein Geld, denkt es in mir zornig. Manche Menschen ändern sich niemals, ganz im Gegenteil, das Alter bringt so manches erst einmal richtig zur Blüte. Und wo ist dein Mitleid,  frage ich mich, ist doch im Grund armselig, so geschnitten zu sein.

Das geht gerade spazieren, draußen in der Sonne, kichert der zornige Zwerg in meiner Brust. Der ist generell nicht ohne – fährt er doch fort, übel zu lästern: Na wat den, meint er, Leben lang für jeden Cent gezappelt und nun fließen ein paar Euronen, da kann euer zu späten Ehren gekommene Hochwohlgeboren sich auch beizeiten entsprechend aufführen.

Halt die Klappe, sage ich dem kleinen Gnom. Bist schließlich auch nicht mehr der Jüngste und kannst dich auch schon mal locker machen für deinen letzten Tag. Worauf der im Kreise hüpft, mir eine fette Grimasse schneidet, bevor er mir seine Streitaxt schwenkend die Zunge heraus streckt. Ja klar, meint dann Don Rotzig, aber alle anderen Tage lebe ich noch…

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( Bildquelle)

Ritual gefällig?
Meinetwegen.

Kann Don Rotzig solange in Ruhe seine Axt putzen …

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Heute ist der Ewigkeitssonntag bzw Totensonntag. Was heißt das? — theolounge

dass wir Menschen alle, auch, wenn wir 100 Jahre oder älter werden, die längste Zeit unseres Lebens eigentlich tot sind. 

Gott in uns und die Relation der Zeit – auch, wenn ich der Aussage, wir Menschen seien „die Krone der Schöpfung“ nicht zustimme. Gute Gedanken zum Tag.

Totensonntag, Ewigkeitssonntag. Was es damit auf sich hat und warum dieser Tag auch ein Tag der Hoffnung ist.

über Heute ist der Ewigkeitssonntag bzw Totensonntag. Was heißt das? — theolounge

Fundstück

Der einzige ehrliche Mensch auf der Welt. Ist das lange her … Stichwort Selbstüberschätzung und so. Ein Lied für alle von-sich selbst-sehr-Überzeugten …

„Ich veredele die Wirklichkeit
Aber mach das mal einem andern klar“

Bei den Zeilen muss ich grinsen – wenn ich an so manche Selbsteinschätzung in jungen Jahren denke. Früher, früher konnte Kunze auch noch Musik …  ja, das ist ein Vierteljahrhundert alt und immer noch aktuell.

Ich bin der einzige ehrliche Mensch auf der Welt
Ich habe Angst I’m Dunkeln und tanze nie
Ich veredele die Wirklichkeit
Aber mach das mal einem andern klar
Ich bin der einzige ehrliche Mensch auf der Welt
Ich habe meine Zweifel an der Demokratie
Dämlichkeit als Preis der Freiheit
Den Griechen nach! Den Griechen nach!
Ich bin der einzige ehrliche Mensch auf der Welt
Ich übernehme die Sowjetunion
Ich reise unter falschen Namen:
Alfred Tutein und Odradek
Rhythmische Opfer
Rhythmische Opfer
Rhythmische Opfer
Rhythmische Opfer
Ich bin der einzige ehrliche Mensch auf der Welt
Ich bete I’m Flugzeug ich schreie auf Klippen
Ich kann mir kein Träume merken
I’m Wartezimmer will ich mit dem Kopf durch die Wand
(Mit dem Kopf durch die Wand
Mit dem Kopf durch die Wand
Mit dem Kopf durch die Wand
Mit dem Kopf durch die Wand)
Ich bin der einzige ehrliche Mensch auf der Welt
Mein ist der Glaube an die Inspiration
Mein ist das Verhängnis der Größe
Mein ist der langsame Pfeil der Schönheit
Die Kunst macht dem Denker das Herz schwer

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Kleines Wunder

Zwei mal 10 Minuten Meditation, um den Affen etwas zu beruhigen. Entgegen der reinen Lehre auch mal mit geschlossenen Augen, aber aufrecht sitzend und ruhig atmend. Der Affe ist tatsächlich etwas friedlicher geworden, und – ich habe warme Hände. Echt selten bei mir, um diese Jahreszeit.

Sonst so, @ Hände? Gestern Abend – ein wenig aufmerksamer Augenblick, kombiniert mit einem sehr scharfen Küchenmesser und der Zubereitung des Abendessens. Ratsch, schön über zwei Fingerrücken. Zwei feine, saubere Schnitte wie mit einem Skalpell, dünn, aber tief. Der Küchenboden hatte etwas von einem Schlachthaus und unsere Baby-Katze ihren Spaß an meiner Unfähigkeit, mit den fliegenden und tropfenden Flossen das Pflaster zu entpacken.

Heute gehe ich auswärts essen, so.

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Und schon wieder Sonntag

Keiner so wie sonst, wegen eines Todesfalles in der Familie. Ein Mensch ist gegangen, mit dem ich in den ersten Jahren nicht immer Frieden hatte, in der letzten Zeit aber schon. Uns verband über die Anverwandtschaft hinaus eine gemeinsame Grunderkrankung. Die meine habe ich zum Stillstand gebracht, die seine hat er bis kurz vor seinem Ende ausgelebt. Es hätte auch umgekehrt sein können, durchaus.

Was bleibt, ist zu hoffen, dass dieser Mensch nun seinen Frieden gefunden hat, vor Gott gelten keine menschlichen Maßstäbe mehr, das eben lässt hoffen. Darüber hinaus bleibt mein Mitgefühl für alle, die noch bleiben müssen, die mit dieser entstandenen Lücke leben müssen. Und – in diesem Kontext – für mich persönlich Dankbarkeit für die letzten knapp 20 Jahre meines Lebens.

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Schlaflos

Am frühen Samstag werde ich bereits um kurz vor Fünf wach. Kreisende Gedanken und eine verkuschelte Katze lassen mich das Licht anmachen und kurz darauf aufstehen. Was da so kreist? Immer das Gleiche, Familie & Arbeit. Reihenfolge austauschbar. Jetzt im Moment kann ich nichts lösen, also lasse ich es gut sein. Sein lassen kann ich gut, im Sinne von nichts tun, wenn mir nichts anderes übrig bleibt. GUT sein lassen ist die Königsklasse in dieser Disziplin.

Schlaflosigkeit, engl. Insomniac, Moment mal, da war doch noch was …richtig, einer zum wach werden, ein kleines Highlight der ansonsten eher trüben 90er, mein Jahrzehnt der Irrtümer, der Illusionen, meines ganz persönlichen Armageddons.

Na dann, Weckruf an 🙂

Fundstücke am Rande – Schattenwürfe…

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