Montag, 220516

Montag früh
spätes Essen am Abend zuvor
Vollmond
Blutmond
kleine Kapitulation vor der Schlaflosigkeit
vor den wüsten Träumen

Noch wirkt die Meditation, die allmorgendliche Übung fein nach, die heute früh auch etwas länger dauern durfte. Eine Wohltat für die Seele, Geist und Körper. Eine gute Zeit für ein paar dürre Zeilen, bevor das Tagewerk mich wieder in Beschlag nimmt.

Sonst so?
Gedanken zum jagen und sammeln.
Beim Wassertiger, falls.

Und – Fundstück aus Übersee,
passend zur Nacht.
Greta der anderen Art.
Ohrwurm to go.

Feeling
Oh god, the feeling
We need some healing
We need some healing
God knows if you feel defeated
You have been cheated
You have retreated

~

Freitag, der 13te – 220513

Sehr müde, aber guter Dinge, wenn auch nicht weil, sondern eher trotzdem. Guter Dinge ist gute Laune light, also die altersgemäß gesetzte Form der guten Laune. Soweit die Definition – gesetzt beinhaltet aber durchaus Augenfalten-gekränzte Lachanfälle, irgendwo müssen die gewaltigen Krähenfüße ja herkommen, als stilistische Ergänzung zu den Tränensäcken.

Wohlan, Millieu-Studie.

Wir müssen aufräumen, irgend ein wichtiges Audit steht an. Wir – das sind mein arabischer Lieblings-Kollege und ich – Last Man standing sozusagen. Und so werden Schränke abgerückt, Fensterbänke, die seit langen Jahren keines Blickes mehr gewürdigt wurden, von komischen Sachen befreit und via Druckluft entstaubt (ich weiß, das geht auch feiner, aber nicht unbedingt schneller). Ecken werden sichtbar, von denen wir nicht mehr wussten, dass es sie gibt und Dinge tauchen auf, die mindesten, wenn nicht noch länger keiner mehr vermisst hat

So etwas hier zum Beispiel.

Wir stehen staunend umher ob der gesegneten Qualität des Objektes, im Vergleich mit dem Alu – und Plastikgelumpe der Gegenwart. Das Ding taugt sogar zum Eis hacken, meine ich. Der Kollege ergänzt, Scheitel ziehen ginge auch gut, wenn nur erst einmal ein Besenstil in dem passenden Format gefunden sei. Ein MUFU-Werkzeug gewissermaßen, Multi-funktionell eben.

Dann stehen weitere Veränderungen an, wir sollen geheim werden, falls mal die Russen kommen. Oder sonst wer. Zugangsberechtigungen sollen verteilt werden, damit Kleti und Pleti sich gefälligst demnächst anmeldet und nicht mehr einfach so herein schneit. Wir wären zwar nicht machtlos, siehe frisch entdecktes MUFU-Werkzeug, aber es soll ja alles seine Ordnung haben. Und so überlegen wir passende Beschilderung der Türen (es hat historisch gewachsen mehrere) Vor meiner Tür soll „Hier kein Zutritt„. Aha, sage ich, dann kommt bei dir „Hier auch nicht“ hin und Ruhe ist. Ideal wären gechipte Türen, jede Freigänger-Katze hat so etwas, aber was das wieder kostet. Wir werden sehen, vorerst ist Wochenende und die Scheiß-Pause ist auch wieder vorbei. Letze Runde mit beiden Händen …

*

Die letzte Reise… — Mijonis chaotische Welt

Im Namen meiner Geliebten Mama &‘ Oma, werde ich euch nun ein paar Worte hinterlassen. Ich bin Mi oder wie Mama immer geschrieben hat, Die große. Unter dem letzten beitrag haben es schon einige von euch gelesen, meine wundervolle &‘ liebenswerte Mama hat in der nacht vom 06.05.2022 auf den 07.05.2022 ihren frieden in aller […]

Die letzte Reise… — Mijonis chaotische Welt

Du warst so etwas wie mein astrologischer Zwilling, fast genau 12 Jahre jünger. Wie ich in einem Tigerjahr geboren, im Sternbild Zwillinge und dito Aszendent Löwe. Neben den dieser Konstellation zugeschriebenen Neigungen verband uns ein Hang zur Misanthrophie, mit dem wir beide nicht sehr glücklich waren/sind. Du bist mir, uns vorausgegangen, darfst jetzt schauen, wie es ist, auf der anderen Seite. Ich wünsche dir von Herzen Frieden ❤

Montag, 220509

Nachtrag zum gestrigen Sonntag. Ich traue dem Frieden nicht mehr und neige dazu, mich in düstere Visionen hereinzusteigern, angesichts der Nachrichtenlage und der Tatsache, dass die Liebste gerade in Berlin weilt. Dann wird es Zeit, mich zu bewegen, das fällt vergleichsweise leicht, wenn draußen ein so schönes Wetter ist wie dieser Tage.

Erste Station war das Gräfrather Marktfest. Gräfrath gehört zu Solingen, was aber nicht heißt, dass die Gräfrather auch Solinger wären. Sie sind natürlich Gräfrather, so wie die Lenneper eben Lenneper, die Lüttringhauser eben Lüttringhauser und keine Remscheider sind. In Wuppertal isses ähnlich, nur vielfältiger, da mache ich jetzt mal nen Schnitt, führt zu weit, das bergische Klein-Klein.

Das große Kind wohnt seit kurzem da in der Nähe, sonst wäre ich nie dahin gefahren. Zuviele Menschen machen mir derbes Unwohlsein, zumal, wenn sie feucht-fröhlich sind. Und so verweilte ich auch nur kurz.

Wieder zurück im heimatlichen Kiez stieg der Wunsch, den Bierdunst aus der Nase zu bekommen, und so suchte ich das kleine Cafe umme Ecke auf. Die meisten Kunden holen hier Kuchen für daheim, das ist mir genau recht, wenig los, gut so. Balsam für die Seele, nach dem Dorffest zuvor.

Und – zum Ende noch eine kleine Runde über den Friedhof nebenan.

Macht Mut, die Inschrift.

*

Sonntag, 220508

Ein ruhiger Sonntag Vormittag, wie überhaupt ein relativ entspanntes Wochenende, Dank eines freien Freitages, der in der Hauptsache zum Abschluss der laufenden Zahnbehandlung genutzt wurde. Keine große Sache diesmal, Provisorium raus, bisken anpassen und das Original schön einzementiert. Sie arbeiten handwerklich sauber dort und sind auch menschlich in Ordnung, bei so einem Schisser wie ich einer sein kann. Und so war noch Zeit zum Besuch der Krankenkasse, zum Hühnchen rupfen mit Pflegedienst aus Gründen und mindestens ein halbes Dutzend weitere Kleinigkeiten, die auf dem Zettel standen.

Sonst so? Mein Glaube. Der ist in dieser Zeit gefordert wie nie zuvor, in dieser Zeit des schwarzen Schattens eines möglichen Krieges auch bei uns. Ich weiß nicht, wo meine Landsleute die letzten Jahrzehnte so waren, in Berlin sprechen sie in dem Zusammenhang vom Mustopp, aus dem der kommt, der wenig bis keine Ahnung hat. Die Welt empört sich über dies und das, wie zuletzt über mehrere Hundertausend „gestohlener“ Tonnen Weizen. Das nennt man plündern und ist ebenso wie Massenmord, Folter, Vergewaltigungen, Verbannungen, Massenentführungen, Versklavungen und anderer Greueltaten fester Bestandteil ausnahmslos jeden Krieges. So werden Menschen, wenn sie nur genügend indoktriniert und unter passende Drogen gesetzt werden, Stichwort Panzerschokolade, heute vertrauter als Meth (-Amphetamin). Krieg ist Entmenschlichung und mir fehlt derzeit jede Hoffnung, dass dieser Planet je ohne auskommen wird.

Themenwechsel. Ich lebe (noch) und muss essen, damit das auch so bleibt. Gerne nehmen wir uns beide etwas auf Arbeit mit, dafür hat es so Warmhaltegefäße, je ein halber Liter, eine gute Portion also. Dazu eignen sich hervorragend Suppen und Eintöpfe, die ich liebe. Und so fiel mir gestern eine Dose ins Auge, so ein Bohnenmix, der hier schon ewig rumsteht.

Keine Ahnung, wie die Dinger heißen, aber diese Nacht habe ich noch eine gute Handvoll gewässert und war somit gehalten, heute früh da etwas draus zu machen. Es fand sich weiter noch Zucchini, Paprika, Zwiebeln, Möhren und Tofu-Hack, die erstmal schön angebraten wurden, um dann gemeinsam mit je einem Schälchen Basmati-Wildreis und roten Linsen in den Bohnentopf zu landen, der mittlerweile eine Stunde köchelte. Alles zusammen kurz aufgekocht, kleine Hitze für 10 Minuten und dann noch eine Stunde ziehen gelassen. Gewürzt wurde mit Gemüsebrühe, geräuchertem Paprika-Pulver, Curry, schwarzem Pfeffer und Chilli-Flocken. Schön bunt jedenfalls und reisetauglich.

Gut 6 Portionen.

Und nochmal kurz zurück – ich halte mich immer noch für einen gläubigen Menschen, trotz und alledem. Was Zweifel mit einschließt, und Verständnis für all jene, die an gar nichts mehr glauben können oder wollen. Das Stück weiter unten entspricht nicht meiner Haltung, bewegt mich aber dennoch tief, wer es bis zum Ende aushält, wird das vielleicht verstehen. Mich rühren die Bilder jedenfalls zu Tränen…

*

Trauriger Nachtrag: Ich habe erfahren, dass unsere Mitbloggerin Steffi alias Mijonie kürzlich verstorben ist. Geahnt habe ich das, weil lange nichts mehr von ihr, die sonst immer regelmäßig schrieb, zu lesen war. Ruhe in Frieden, liebe Steffi.

Sonntag, 220501

Der erste Mai, heute haben sie wieder alle ihren Spaß mit der Exekutive, die hiesigen Autonomen. Oder umgekehrt. Hat ein wenig Tradition hier in der Stadt, sich aufm Exe oder aufm Schuster zu versammeln, um dann anschließend mit der Polizei Hase und Igel zu spielen. Seis drum, lassen wir der Jugend ihren Lauf, Hauptsache, sie ramponieren nicht mein Autochen bei ihrem Treiben.

Sonst so? Getrübte Stimmung, angesichts der Weltlage und auch familiär. Verankert im Glauben, las ich neulich hier, und ja, alles kommt so, wie es kommen soll. Etwas an alledem zu ändern ist nicht an mir, also weiter machen. Arbeit und Aufgaben privat lenken ab, machen irgendeinen Sinn und schaffen möglicherweise Pluspunkte weiter oben. Meditation hält das Innenleben zusammen, zentriert die Fliehkräfte des Geistes. Und – das schöne frische Grün da draußen hebt ein wenig die Stimmung, auch gut.

Alle Materie, das Universum, die Erde, ja selbst unsere Körper sind allem Anschein nach ein Teil des Schöpfungsgeschehens. Je mehr die Physiker und Astronauten die Materie aufklären, desto mehr wird sie zur mathematischen Formel, desto abstrakter wird sie. In ihrer letzten Analyse ist die Materie ein Gedanke. Sobald der göttliche Gedanke sich im Rahmen von Zeit und Raum ausdrückt, wird er zur Materie. Unsere Gedanken – innerhalb der Begrenzung von Zeit und Raum – können nur materielle Dinge wahrnehmen. Aber wir können annehmen, dass außerhalb unserer eigenen Zeit- und Raumvorstellung der ewige Schöpfungsgedanke waltet, den wir Gott nennen.

Quelle: 24 Stunden am Tag

Eine andere Art der Meditation bietet das Video weiter unten, bei vollem Bildschirm. Und regnen könnte es auch mal wieder.

~

Offener Brief

Nie hätte ich gedacht, mal etwas von der EMMA zu teilen. Aber nur hier steht der offene Brief in Sachen Waffenlieferungen, adressiert an unseren Bundeskanzler, in voller Länge, soweit ich weiß. Ein kleines Zeichen des dagegen-Haltens angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit unserer Politiker kollektiv ihren Verstand verloren zu haben scheinen. Die damit verbundene Petition habe ich gerade unterzeichnet, sie ist auf dem besten Weg, die am stärksten gegengezeichnete Petition aller Zeiten zu werden.

Donnerstag, 220428

Schiefe Fresse 2.0

Wem es an Demut mangelt, der kann beim Zahnarzt Linderung von diesem Leiden erfahren. Knapp 3 Stunden mit geöffneten Gefräß dort zu sitzen, erdet enorm, gerade wenn Mensch als (digitaler) Handwerker gut vertraut ist mit Geräuschen von Luftschleifern, im Verbund mit größeren und kleineren Werkzeugen. Provisorium ist drin und alles schmeckt irgendwie nach Kunstharz. Mikroplastik am Stück – mal sehen, ob das Ding am vorgesehen Platz bleibt, bis das Original eingebaut wird.

Fortsetzung folgt.

Ansonsten gibt es wenig Gutes zu berichten. Altersbedingtes Leid und Gebrechlichkeit taugen nicht im Detail für den Blog. Spät dran ich bin mit manchen Erfahrungen, aber auch das ist mir vertraut, war es doch irgendwie immer schon so. Das Beste zum Schluss? Das große Kind grinst immer, wenn ich Pizza esse, zuerst den Rand als das weniger schmackhafte, aber eben dazugehörig und auch irgendwie nahrhaft rundherum abgefressen und dann den leckeren Mittelteil.

Leider ohne Gewähr, das Prinzip Pizza, übertragen auf das Leben.
Aber immerhin eine Möhre vor der Nase.

Samstag, 220423

Vor- und Nachteile einer eingepflanzten Maschine: Vorteil sind viele geschenkte gute Jahre. Der Nachteil wird ungefragt und ungeplant gleich mitgeliefert, nur zeitversetzt. Viele weniger gute Jahre, derweil Mensch zwar sterben muss, aber nicht an der ursprünglich schwächsten Stelle sterben wird, wie es der Natur entspricht. Hat niemand auf dem Schirm, wenn ihm so eine Maschine offeriert wird, das sagt auch keiner laut, zuvor. Und so muss Mensch lange leiden, das ist der Preis für die geschenkten guten Jahre.

Klingt distanzierter, als es sich anfühlt.

Sonst so? Geknackte Tagesroutine dank Urlaubs-bedingter Unterstützung. Passt gut in diese Zeit zwischen Arbeit, Teststation und Klinik. Ab Montag wieder Business as Usual, dann bleibt halt was liegen.

Und zum Schluss noch getragene Musik, inspiriert von einem bizarren Bild. Danke dafür, A. Wer den Film kennt, weiß auch um die Analogie zum betroffenen Organ.

Oder lieber doch das Original?

*

Ostersonntag, 220417

Uns allen ein gesegnetes Osterfest, gerade jenen Menschen, die es jetzt sehr schwer haben. 🙏

Sonst so? Es gab Theater mit dem großen Kind.

Und…