Dienstag, 210615

Ananda rettet eine Maus. So bin ich auch, Käfer, Spinnen, verirrte alte Falter und so werden meist umsichtig mit Hilfe eines Glases und Papier reisefertig gemacht und außenbords befördert. Wo dann wieder die Gesetze der Wildnis (!) herrschen, fressen und gefressen werden. So macht der alte Falter Sinn, auch wenn er nur ein paar Stunden flattert, um dann wem als Proteinlieferant zu dienen. Immer noch besser, als in der Werkstatt zu verrecken (muss ich mal näher drüber nachdenken …)

Wildnis, die zweite. Auf dem Weg in den Werktag gerade eben durfte ich das kurze Intermezzo eines rabenschwarzen Jungkaters und einer Elster im vorübergehen bestaunen. Der kleine Kerl wollte sie natürlich morden, war aber dem ebenso hübschen wie klugen Vogel mit der hässlichen Stimme (noch) nicht gewachsen. Der hob immer zeitig ab, ließ sich auf dem nächstbesten Zaun oder Ast nieder und lachte den kleinen Kerl böse aus. Wer zuletzt lacht, dachte ich und zog weiter.

Weiter ziehen – auch so ein Stichwort, im Kontext mit der Liebe oder dem, was dafür gehalten wird. Dünnes Eis, hierüber zu schreiben ohne die eigene Gegenwart und/oder Vergangenheit nicht übermäßig zu offenbaren, zumal ich (heute) niemand bin, der schnell das Feld räumt, wenn es holpert. Das war mal anders, dafür zahlt Mensch früher oder später, so auch ich meinerzeit. Allein bin ich damit sicher nicht (gewesen), so viele Parallelen durfte ich schauen. Den krassesten Fall lieferte aus meiner Sicht ein Beinahe-Schwiegervater, lange her. Drei Ehen, von gut-bürgerlich über links-liberal/weltoffen hin zu gut 20 Jahre jünger rund komplett abgedreht. Mal kurz die beziehungstechnische Evolution auf ein knappes Leben eingedampft. So nicht, meint der innere König leise, aber bestimmt.

Ja, und wo das so hinführen kann zeigt uns wieder einmal LINDEMANN sehr gut, der König nickt stumm.

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Und sie können zusammen nicht kommen …

Eine Geschichte über den Herrn und die Frau der Seen Es waren zwei Königskinder,die hatten einander so lieb,sie konnten beisammen nicht kommen,das Wasser war viel zu tief. ….. – so lautet eine alte Volksballade. In unserer Geschichte ist es anders. Nicht das Wasser trennt sie, sondern das Ufer.   In dem rechten See wohnt der […]

Und sie können zusammen nicht kommen …

Sonntag, 201011

Das böse Ego, so lese ich in letzter Zeit öfter. Gehe ich dem nach, denke ich, wieso eigentlich? Das Maß der Dinge ist es doch, wie so oft. Und wer hat eigentlich gesagt, dass sich das Ego mit Fairness, Menschenrechte und Achtsamkeit nicht verträgt? Gefährlich wurde mir mein Ego erst, als ich es an erster Stelle rückte. Als ich mich in meiner Unreife selbst als das Maß der Dinge empfand. Nach dem scheitern dieser Illusion konnte ich eine Macht, größer als ich selbst, annehmen, auch wenn es mir zu Beginn schwer fiel. Zwei Dinge weiß ich über Gott, meinen Schöpfer, so sagte eine Freundin, es gibt ihn – und ich bin es nicht. Reicht mir heute zur Orientierung, neben den 10 Geboten.

Manchmal denke ich, komische Heilige sind da um mich. Arg geläutert klingt so manche Geschichte und – ich gönne es einem jeden Menschen von Herzen. Wenn es denn echt ist. Für mich schließe ich solcher Art Läuterung aus, weil sich diese möglicherweise nicht mit meinem immer noch in Spuren vorhandenem Hang zum Perfektionismus verträgt. Und so darf sich der spirituelle Boden, auf dem ich mich bewege, unter anderen mit meinem gelegentlichen Hang zum lautstarken fluchen vertragen, sich mit meinem gestutztem Ego arrangieren, ohne es gleich exorzieren zu wollen. Hat ja auch so seinen evolutionären Grund, unser Ego. Beim jagen und sammeln zum Beispiel. Oder im Umgang mit Menschen, bei denen das Ego eben noch an allererster Stelle steht. Oder in Kombination mit der Lust. Als Triebfeder, überhaupt irgendetwas zu beginnen und vollenden zu können. Immer mit Umsicht, Achtsamkeit,, Selbst- und Nächstenliebe, soweit irgend möglich.

Das Liedchen passt irgendwie auch dazu…

Samstag, 200912

Großes Staunen oder von meinen Surf-Gewohnheiten zu Lande.

An manchen Tagen schaffe ich es, binnen 20 Minuten 10 Tabs im Browser zu öffnen, um darin kreuz und quer zu lesen. So wie gerade eben. Jemand schreibt über Zirbeldrüsenmeditation (Auch eines von vielen möglichen Objekten der Aufmerksamkeit bei klassischer Meditation). Dann geht´s los. Zirbeldrüse, aha. Funktion, mögliche Störungen, Lage im Gehirn und so weiter. Melatonin – jetzt wird`s spannend. Körper-eigene Drogen und so. Vom Melatonin geht es weiter hin zur Weißfleckenkrankheit (da kannte ich mal jemanden, den ich sehr mochte). Hier wiederum finde ich Hinweise auf eine mögliche charismatische Heilung (die nichts mit der entsprechenden Glaubensrichtung zu tun hat), da Stress als Auslöser wirken kann. Den umgekehrte Weg beschreibt die so genannte charismatische Heilung, die von der Wissenschaft als mögliche Erklärung der in der Bibel beschriebenen Heilung eines Aussätzigen durch Jesus herangezogen wird. Nach einem kleinen Exkurs über charismatische Herrschaft als eine von dreien möglichen Formen von Herrschaft komme ich wieder zurück zur charismatischen Heilung.

Was für eine schöne Vorstellung. Heilung durch echte, warm flutende, jede Zellfaser durchdringende Liebe. Vielleicht gibt es das doch … Die Gedanken daran versuche ich nun mitzunehmen, auf dem Weg in die samstäglichen Verrichtungen.

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Jeden Tag drei Fragen, Tag 16

  • Wozu würdest du gerne nein sagen ?

Würde ich nicht, sage ich. Ein Themen-Schwerpunkt sind die zahllosen Versuche, mich für Gegebenheiten und Umstände verantwortlich zu machen, für die ich definitiv nicht verantwortlich bin. Oder wenn Regelwerke gepredigt werden und die Prediger sich selbst einen Scheiß drum scheren. Oder, auch beliebt, wenn wer meint, die eigene Schlechtigkeit auf mich projizieren zu müssen …

  • Wie gut ist dein Versteck ?

Es gibt nicht wirklich eines, für mich, da ich habe lernen müssen dürfen, mich zu stellen. mir selbst und dem Rest der Welt. Sicher gibt es da solche temporären Zustände, in denen ich mich in meiner Verletzlichkeit zurück nehme und in mich gehe. Das, was die Außenwelt dann von mir sieht, ist durchaus ebenso ein echter Teil von mir. Versteck ? Eher nicht. Entweder gibt es im Anschluss etwas einzugestehen oder es wurde schlicht Energie für einen neuen Anlauf gesammelt 😉

  • Wann hast Du zuletzt darüber nach gedacht, dass Gott dich bedingungslos liebt ?

Da gibt es viel kleine und größere Begebenheiten. Zu den kleineren zähle ich glimpflich abgelaufene Missgeschicke oder die kleinen Augenblicke der Dankbarkeit, wenn ich nicht in alte Verhaltensmuster zurück gefallen bin. Zu den größeren zählen die vielen glücklichen Wendungen, die mein Leben bis dahin genommen hat.

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Fundstück

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„Wenn man jemand liebt,so liebt man ihn nicht die ganze Zeit,nicht Stunde um Stunde auf die gleiche Weise.Das ist unmöglich.Es wäre sogar eine Lüge,wollte man diesen Eindruck erwecken;Und doch ist es genau das,was die meisten fordern. Wir haben so wenig Vertrauen in die Gezeiten des Lebens,der Liebe.Wir jubeln der steigenden Flut entgegen und wehren uns erschrocken gegen die Ebbe.Wir haben Angst,die Flut würde nie zurück kehren. Wir verlangen Beständigkeit und Fortdauer; Und die einzig mögliche Fortdauer des Lebens wie der Liebe liegt im Wachstum- in der Freiheit;einer Freiheit im Sinne von Tänzern,die  sich kaum berühren und doch in der gleichen Bewegung sind.“

A. Morrow

Gefunden nebenan bei Sahra.
Feine Acrylbilder hat es dort auch.

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