Der erste Zweite

Noch liege ich und höre auf der Straße den Regen rauschen, während sich mein Geist allmählich damit anfreundet, gleich aufzustehen. Zugleich sortieren sich die Gedanken, was die Belange des Tages angeht.

86 Lebensjahre vollendet mein Vater heute, wir werden hinfahren, zu ihm in die Klinik. Die Gewissheit des Unausweichlichen liegt wie eine dunkle Wolke auf meiner Seele, nicht plötzlich und nicht unerwartet. Zu tun, was ich kann, ist wie so oft für mich das Gebot der Zeit.

Sonst so? Unsere Lilit hatte Anfang der Woche einen schweren Tag – weil wir hier nicht die Möglichkeit haben, eine große Katzenfamilie unterzubringen (so gerne wir das auch tun würden), war es für die Kleine Zeit, den leider unerfüllbaren und somit leidvollen Wunsch nach Mutterschaft zu unterbinden. Was uns Tränen gekostet hat, obgleich sie schon längst wieder fit ist und gefühlt lebendiger als zuvor.

Gerade war sie noch kuscheln … die Bilder entstanden kurz vor’m schlafen gehen. Die Aktivitäten über meinem Kopf verhinderten im Übrigen, auf dem Sofa einzupennen. Dann regnet es schon mal Sachen, von oben…

💯

Frühe Stunde

Wach – bevor die morgendlichen Rituale starten, sortiere ich meine Gedanken zum Tagesablauf. Krankenhaus, einkaufen, am Abend mal etwas für mich tun, was in der letzten Zeit etwas zu kurz gekommen ist. Nichts ist „plötzlich und unerwartet“ eingetreten, der Protagonist der Geschichte spielt erwartungsgemäß keine einfache Rolle und fordert seine Komparsen.

GEBET

Ich bete, dass ich versuchen möge, Gottes Willen zu tun. Ich bitte, dass mir so viel Verständnis, Einsicht und Erfahrungstiefe zuteil wird, dass mein Leben schon hier und heute in die Ewigkeit reicht.

Quelle: 24 Stunden am Tag, 25 Januar

Humor Spezial

Mutter:

Is`doch schlimm, wie de Kinder für de Eltern zur Kasse gebeten werden …

Haushaltshilfe:

Ja wirklich, isso. Aber ha`m `se schon mal von der Südseeinsel da gehört, hab`den Namen vergessen. Da gibt es gar keine Alten. Wenn die merken, daddet nix mehr bringt, geh`n `se innt Wasser …

Mutter:

Schallendes Gelächter.

Sohn, Tag später, belustigt:

Nee, Du sollst gez nich`inne Wupper springen…

Ob es nun an der Gegend hier liegt, oder ob so ein spezieller Humor vererbbar ist – wahrscheinlich im vorliegenden Fall eine gelungene Mischung aus beidem – ich mag ihn, diesen Humor. Leben ist ernst genug …

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Zum Abend

Die beiden Alten, gerade eben. Langsam kommen sie den Berg hinauf, er mit Taschenlampe, ihre schneeweißen Haare leuchten selbst. Gedankenverloren bleiben sie an der Kreuzung stehen, er wendet sich ihr gemach zu und küsst sie sanft, bevor die beiden in aller Ruhe ihren Weg fortsetzen. 

Mit dem Bild gehe ich in den Schlaf … gute Nacht.