Jeden Tag drei Fragen, Tag 18

  • Was ist dir immer schon leicht gefallen ? (Wie können andere davon profitieren?)

Immer schon konnte ich eigentlich relativ gut rechnen, alles, was mit analytischem Denken zu tun hat. Viel gelesen habe ich auch immer schon, dazu kam in den letzten Jahren auch das schreiben. Der zweite Teil der Frage ist schwieriger zu beantworten. Wenn ich andere an diesen meinen Segnungen teilhaben lassen möchte, ist der damit verbundene Ton oftmals, zumindest aus der Sicht des jeweiligen Gegenübers, nicht angemessen, Stichwort „Oberlehrer“. Es fällt mir dem Vernehmen nach manchmal schwer, Wissen zu vermitteln, ohne arrogant zu wirken. Auch Geduld ist in dem Zusammenhang nicht meine Stärke. Lernfelder …

  • Welcher Gedanke geht dir nicht aus dem Kopf ?

Dass das Leben nicht nur breit, sondern auch endlos tief sein kann, unabhängig von der Länge. Dass es keine Grenzen gibt, was menschliche Neigungen angeht, weder „nach oben“ noch „nach unten“. Zwei Gedanken, die schon zusammen gehören …

  • Welchen Ausdruck in deinem Wortschatz könntest Du dir abgewöhnen ?

Ooch, da gäbe es mehrere 🙂 Als ehemaliges Plattenbaukind mit zumindest fragwürdigen soziologischen Hintergrund verfüge ich in manchen aufgeregten Momenten über durchaus kräftige, aber wenig gesellschaftsfähige Ausdrücke. Anders formuliert kann ich in emotional aufgeladenen Augenblicken fluchen wie ein Bierkutscher, auch nach all den Jahren …

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Altes Stück Leder

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Gedanken wie altes Leder
Durchgekaut bis zur letzten Faser

Spuck`s aus

Wiederkäuen können andere besser
Schone deine Zähne

Und herzliche Grüße
an den Vorführer
hinten im großen Saal

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Mehrwert-Gedanken

So las ich kürzlich irgendwo im Web. Also wieder verwertbare Gedanken irgendwie, oder auch Zeichen von Wert-Beständigkeit eben solcher. Das regt zum nachdenken an …

Wohin geht ein einmal gedachter Gedanke, bevor er möglicherweise noch einmal gedacht wird? Ruht er sich ein wenig aus, irgendwo weit hinten, wo es stiller ist? Trifft er sich vielleicht mit anderen gedachten Gedanken in einer Art Konferenzraum zum innigen Gedankenaustausch ? Oder gesellt er sich gar zu den noch nicht gedachten Gedanken, um ihnen ein wenig beizustehen oder um ihnen etwas einzuflüstern, Gedankenkontrolle sozusagen ? Gibt es vielleicht irgendwo im Hinterstübchen einen Altgedankencontainer ? Wer tröstet und leitet eigentlich die armen verwirrten Gedanken?

Fragen über Fragen.

Wenn ich meine gedachten Gedanken so anschaue – viele sind schon längst in der großen Tonne, Gedankenmüll halt. Andere wiederum kichern leise und ein wenig schadenfroh, haben sie sich doch gut verkleidet, im Gedankenkostüm. Sind sie doch in Wirklichkeit Impulse aus der Tiefe der Seele, die kleinen Schelme! Tun nur so furchtbar logisch …

Andere wiederum sind ganz entrüstet, wenn man sie als Gedanken bezeichnet, noch dazu gedachte Gedanken, also Schnee von gestern, gewisser Weise. „Ich bin deine Überzeugung“ – rufen sie empört. Oder aber „Dein Standpunkt, auf dem Du so gerne stehst“ Das sind die hartnäckigsten ihrer Art, weil am schwersten zu korrigieren. Bilden sich eine Menge ein und streiten gerne mit ihresgleichen.

Manchmal allerdings bin ich recht Gedanken-los, sehr zur Empörung aller nicht gedachten Gedanken. Dann ist Ruhe auf allen Gipfeln und der Geist kann wieder frei atmen.

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