Kosmopoliten unter sich

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Wenn ich an freien, sonnigen Tagen des Morgens in meiner Lieblingsecke unserer Wohnhöhle sitze und verträumt versuche, hinaus zu schauen, dann passiert etwas sehr eigenartiges. Von jetzt auf gleich werde ich für einen Moment zu einem staatenlosen Menschen. Natürlich sind entsprechende Dokumente, die das Gegenteil behaupten, nicht mit irgend einer geheimen Tinte geschrieben, die sich beizeiten in nichts auflöst. Nein, denke ich dann, wer solcher Art getönte Scheiben hat, ohne Maßnahmen zu ergreifen, der kann nicht wirklich deutsch sein.

Den Katzen ist es ebenso wurscht. Die Sonne scheint schließlich auch durch getönte Fenster … es müssen ja nicht unbedingt die alten, bunt Blei-verglasten Kneipenfenster sein. Auch der Antipol zum Sündenpfuhl, unsere schöne, bei Sonnenschein durch die neuen Rosettenfenster bunt Licht-geflutete Friedhofskirche, ist nicht wirklich vergleichbar.

Was bleibt, ist zu einen die Gewissheit, doch noch genügend typisch „deutsche“ Neigungen zu verkörpern (das wird zumindest gelegentlich von der Höhlenmitbewohnerin behauptet) sowie die universelle Wahrheit, dass es hier sauber genug ist, um gesund zu bleiben sowie genau recht dreckig, um sich dabei auch gut zu fühlen.

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PS – seht ihr den blauen Geist auf der Fensterbank?
Auch er fühlt sich offensichtlich hier wohl…

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Weder 80 noch 20

Oder: Was Klotüren so alles aussagen.

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Beides möchte ich mir nicht leisten. Auch nicht „love it or leave it“. Also bleibt das sich-auseinandersetzen mit den Verhältnissen. Handeln und Akzeptanz dessen, was nicht zu ändern ist.

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