Montag, 221226

Es ging erstaunlich gut, die Corona-bedingte Isolation hier zu zweit, seit mittlerweile 8 Tagen, was für mich keine Selbstverständlichkeit ist, rückblickend. Morgen fangen wir an, damit aufzuhören. Ärger machen uns beiden noch die Bronchien, aber ansonsten geht es mir, geht es uns gut. Gott sei Dank 🙏 

Um Mutter kümmerten sich Tante & Co sowie das große Kind samt Anverwandtschaft, so dass niemand allein sein musste, der das nicht wollte. Es gab eine Zeit, in der mir allein-sein sehr schwer gefallen ist, darum ist mir heute der Blick diesbezüglich auf meine Nächsten wichtig. So eine gewisse Grundverlorenheit ist mir erhalten geblieben, das darf sein und gehört offensichtlich zu mir. Wenn ich mich an den Menschensohn, dessen Geburtstag wir dieser Tage feierten erinnere, verschwindet dieses uralte Relikt für eine Zeit aus meinem Herzen.

Eigentlich ist es so einfach, wenn für einen Moment das Ego und die alten Schmerzen Pause haben.

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Mittwoch, 210106

Das Ende der so genannten Rauh-Nächte – sie schenkten mir eine Menge Träume, die mir wieder einmal zeigten, wo es noch etwas zu tun gibt, in mir. Und – beschenkten mich mit dem heutigen ersten Arbeitstag im neuen Jahr. Wie das so schmeckt, mag sich ein jeder selbst vorstellen – jedenfalls läuft alles noch, in alter Frische. Kein Grund zur Klage, ich habe trocken, warm und prinzipiell auch die Zeit, die ich brauche. Wären nicht die 85 Dezibel Dauerbeschallung, ich wäre stumm vor Glück und nicht, weil mich eh keiner hören kann.

Sonst so? Es gibt ein neues Wort in meinem Leben: Aplomb, im Sinne von aufrecht, gerade oder auch mit Nachdruck. Gefunden in dem Roman von Hellmut Krausser, Einsamkeit und Sex und Mitleid, den ich mir besorgt habe, nachdem ich neulich auf einen alten Blogeintrag von mir gestoßen bin (die Klickzahlen machten mich stutzig, offenbar ein ansprechender Titel). Das Buch ist wesentlich umfangreicher als der Film, feinste, kräftige, das Herz berührende Prosa. Sehr zu empfehlen!

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