Leben mit Lilit (3)

Mittlerweile macht sie alles, was der Große macht, oder versucht es zumindest. Der wiederum duldet sie zunehmend in seiner Nähe und spielt auch mit ihr, was uns sehr freut.

Sonst so? Fußboden übersäht mit Kinkerlitzchen für die Katz, Bälle, Stoffreste, kleine und größere Plüschdinger allerorten. Lilit schlicht überall und nirgends zu finden, Bewegungen unsererseits in der Wohnung nur noch schlurfend halbwegs sicher, für die Kleine. Manches Gelächter durch gewisse Anfangsschwierigkeiten, was die Koordination beim springen angeht. Immerhin 3 von 4 weiteren Sprüngen sitzen mittlerweile, der Rest sind Film-reife Bauchlandungen …

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Momentum

Vor Stunden war ich wählen, anschließend noch im botanischen Garten unserer Stadt. Farben satt, die ich auf einigen Bildern festzuhalten versuchte. Auf dem Heimweg dann, am Rande unseres Quartiers, fast wäre ich vorbei geradelt, sah ich meinen ganz persönlichen Favoriten des Tages.

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So unterbreche ich meine Fahrt und halte den Augenblick fest, während ich über so viel Beharrlichkeit staune. Zähigkeit und Bescheidenheit fallen mir auch dazu ein. Mit viel fachlicher Pflege kann jeder groß und bunt, denke ich, aber so – Respekt!

Die Beharrlichkeit ist ja die große, erwachsene Schwester der Sturheit, so wie alles Licht in unserer dualistischen Denkweise seine dunkle Entsprechung hat. Interessant auch, was der Suchende im Netz dazu alles findet. Ein Auszug:

„Die Gründe für Beharrlichkeit können unterschiedlich sein, so zum Beispiel:

  • eine grundlegende Charaktereigenschaft,
  • ein vorausgegangener Treueschwur oder
  • der unbedingte Wille (Absicht) ein bestimmtes Ziel zu erreichen.“

(Quelle: https://www.wertesysteme.de )

Ok, geschworen habe ich nichts. So mag mich dieses Pflänzchen ansprechen, weil Beharrlichkeit mutmaßlich eine „grundlegende Charaktereigenschaft“ meinerseits darstellt. Auch hat es den unbedingten Willen, ein bestimmtes Zeil zu erreichen – wobei eben dies mit Schwierigkeiten ganz anderer Art verbunden ist. Erst einmal finden, ein solches Ziel. Auf welche Gedanken solch ein Mauerblümchen Mensch bringen kann…

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Leben mit Lilit …

Seit knapp einer Woche sind wir wieder zu viert. Hinzu gekommen ist Lilit, ein gut 2 Monate junges Maine-Coon-Baby-Mädchen. Seitdem gibt es hier keine ruhige Minute mehr – erwartungsgemäß. Die Kleene macht, was sie will. Der Abwasch – ca. 10 Mal pflücke ich sie vom Beckenrand – und wieder herauf. Ist der Weg versperrt, tun es auch die Hosenbeine – an einer Jeans lässt sich hervorragend klettern. Ähnlich ist es auch am Esstisch. Unter 10 Mal abwärts geht es nicht, sie versucht es auf allen denkbaren Wegen.

Schlafen mit der Klette? Geht, aber nur mit Geduld. Kommt gerade der Dämmer, landet eine Fellpfote am Ohr oder sonst wo. Irgendwann findet sie ihren Platz, meist in der Nähe einer Hand – ist da auch nur ein Hauch von Leben drin, wird geschnurrt wie ein Elektromotor. Erst bei völliger Regungslosigkeit meinerseits schläft Madame auch ein.

Das Stimmchen – die Coonis haben eh eine hohe Stimme, die so gar nicht zu den robusten Körperbau passt. So `ne richtige Piepsstimme. Babys haben also eine Doppel-Piepsstimme, aber laut, penetrant und vor allem fordernd. Die macht klar, was sie will, ob sie es bekommt, steht auf einer anderen Karte. Unsereins muss gucken, das wir auch noch zu etwas anderem kommen als Baby bespielen …

Zusammenleben mit Felix, unserem fast 11-jährigen polnischen Landkater. Nach anfänglichem Gefauche funktioniert das allmählich, man duldet sich, beschnuppert sich und tobt sogar manchmal miteinander. Die Kleene ist weniger als ein Viertel von dem Großen und hat nicht den geringsten Respekt, weil mit einer Menge anderer, auch großer Katzen aufgewachsen. Faucht sie der Große an, knurrt und faucht das kleine Ding zurück. Kackt in sein Klo und frisst aus seinem Napf, da allerdings versteht der Große weniger Spaß, fängt sie sich derweil schon mal eine. Kommt sie von einer Seite nicht an`s Ziel, versucht sie es eben andersherum erneut. Bis sie bemerkt wird…

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Übrigens – dunkle Ecken. Sie findet solche, von denen wir gar nicht wussten, das wir sie haben, geschweige denn, wie dreckig die sein können. Verschwindet unter der Schlafzimmerheizung (dacht, die geht bis zum Fußboden…) und kommt mit einer gigantischen Wollmaus zwischen den Puschelohren wieder hervor. Wie eine Prinzessin mit Krönchen … ein Bild für die Götter.

Alles in allem bereitet sie uns viel Freude!

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Mehr als ein Buch

Aufgefallen ist mir der etwas blumige Name der Organisation, bei der die Pfarrerin, welche hier im Tal die allwöchentliche kontemplative Meditation leitet, Mitglied ist:

Wolke des Nichtwissens.

Nichtwissen wohlgemerkt ohne „s“, was einen kleinen, aber bedeutenden Unterschied macht. Hingeführt worden bin ich auf der immerwährenden Suche nach Einheit, nach Frieden in mir, ausgelöst durch eine handfeste Krise Anfang des Jahres. Nachdem therapeutische Ansätze fürs Erste gescheitert sind (wer je versucht hat, nach einem 8- oder 9-Stunden-Tag mit anschließendem Kampf durch den Berufsverkehr offen für tief Hintergründiges zu sein, wird verstehen, was ich meine). Medikamente können allenfalls eine Übergangslösung darstellen, sind darum auch nur temporär hilfreich.

So tat ich mich in Gemeinde und Freundeskreis um und fand zu dieser Gruppe. Meine ersten Erfahrungen habe ich versucht, hier ein wenig zu beschreiben. Der oben beschriebene Name der Vereinigung führte mich auch zu einem gleichnamigen Buch aus dem Herder-Verlag, welches ich mir besorgt habe. Natürlich kann das Lesen über Meditation immer nur Hintergründiges sowie Geschichtliches erklären und nie die Praxis ersetzen. Worte dafür zu finden, ist eh schwierig, wie auch Ananda schon treffend bemerkte. Hier mal ein kleiner Auszug, es ist schon interessant zu lesen:

Kontemplation

Übrigens – auch ich bin ein großer Freund von regionalen Geschäften. Buch-Rezensionen lese ich beim bekannten Versandriesen, online bestellen und kaufen jedoch in einer örtlichen Buchhandlung um die Ecke sozusagen. Kann vor Ort abgeholt werden, geht flotter als mit dem Branchenriesen und stützt die heimische Wirtschaft …

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Neue Mitbewohnerin

Und noch ein Katzenblog …

Das ist Lilit (ohne „h“, da ein armenischer Frauenname), ein 2 Monate junges Maine Coon – Babymädchen. Die lange Fahrt hat sie gut überstanden und nun pennt sie, nachdem sie die Wohnung erkundet und ihre erste Toilette erledigt hat. Kuschelig und gesprächig …. unser Großer hat dagegen so seine Anlaufprobleme und bedarf gerade noch mehr Aufmerksamkeit als sonst.

Katzen …