Schon am frühen Morgen

Eigentlich sollte ich längst auf Arbeit sein. Mal gibt es wichtigeres und außerdem ist gleitende Zeit, was gelegentlich ein echter Vorteil ist. Zum schreiben zum Beispiel, wie gerade eben.

HIER beim Wassertiger.

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Jetzt

Jetzt gerade ist Gänsehaut auf meinen Armen. Ob es daran liegt, dass im Umfeld unsere Endlichkeit deutlich zu spüren ist oder ob es an dem feinen Lied weiter unten liegt, vermag ich nicht so genau zu sagen.Es ist gut, wie es ist, auch wenn es nicht schön ist.

Für mich bin ich froh, nicht allein zu sein, auf dem Weg. Bin nicht allein mit meinem schwarzen Vogel, der gerade erstaunlich friedlich ist. DU bist bei mir, mal fühle ich dich, wenn ich allein bin, mal sehe ich dich in den Begegnungen mit anderen Menschen.

Danke dafür.

Wenne weiß, woe hin wilz …

…musse kuckn, datte hin komms.

(Danke für den genialen Satz, Uwe)

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Unser Baby weiß ziemlich gut, wo sie hin möchte, wie man sieht. Näher heran an fliegende Vögel und fallende Blätter.

Und ich so?

  • Im Augenblick möchte ich bleiben, etwas weniger im Morgen oder im Gestern. Klingt banal, ist aber alles andere als leicht.
  • Rituale möchte ich pflegen, ohne irgendwann selbst zu eines zu werden (Hier erliegt einer der Protagonisten beinahe genau dem…)
  • Meinen Glauben möchte ich vertiefen, ohne ein Dogmatiker zu werden. Extreme meiden, ohne in der Mitte zu verschimmeln.
  • Trotz oder mit Angst das rechte möchte ich tun, mit dem Beistand vom Mensch-Gewordenen. Kontrolle möchte ich tauschen gegen Vertrauen, ohne in den Tag hinein zu leben.
  • Die Gewalt in meinem Kopf möchte ich tauschen gegen inneren Frieden, den kleinen Jungen öfter mal trösten, die immer noch temporär vorhandenen Fluchtgedanken möchte ich tauschen gegen liebevolles Da-sein im hier und jetzt.
  • Den einen oder anderen Stein in meinem Rucksack würde ich gerne etwas leichter nehmen lernen. Den schwarzen Vogel würde ich gerne liebevoll wieder etwas mehr im Hintergrund platzieren, der meint, um diese Jahreszeit sich größer machen zu müssen, als er ist.
  • Vergebung möchte ich üben, mir selbst und anderen.

Ganz schön viel zu tun für so wenig Zeit. Aber immerhin, wenne weiß…

Ach ja, Rituale, da war doch noch was …

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Update zum Tagesausklang …

Stille Stunde

Diese Zeit am frühen Morgen, ich liebe sie, besonders an arbeitsfreien Tagen, zumindest, was die Werktätigkeit angeht. Lilit übrigens auch, sie freut sich, wenn ich die Zeit habe, mit ihr ausgiebig zu kuscheln. Für mich gibt es nichts Entspannenderes, als einfach nur da zu sitzen, dieses Fellknäuel zu streicheln und die Gedanken schweifen zu lassen, zur Ruhe kommen zu lassen. Träume noch einmal anschauen, das eine oder andere hier gelesene noch einmal Revue passieren lassen.

„Kokon“ habe ich gerade gelesen.  Früher hatte ich auch einen, so einen Drogen-induzierten Kokon. Da war ich für mich, im meinem selbst gebautem Ei aus psycho-aktiven Substanzen. Wer oder was schützt und behütet mich heute? Der Mensch-Gewordene ist bei mir, und das war ein verdammt guter Tausch.

„Politische Korrektheit“ habe ich gerade gelesen und war versucht, einen langen Kommentar zu schreiben. Wieder einmal war die Return-Taste mein bester Freund, dafür ist mir meine Energie schlicht zu wertvoll. Politischen Diskussionen ergebe ich mich nicht mehr, schon gar nicht um diese heilige Tageszeit.

Sonst so? Die Schränke sind leer, gleich geht es heraus. Samstag eben.

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Drei Tage

Drei Meetings, hintereinander, was für mich ein ungewöhnliche Dichte darstellt. Angefangen am Feiertag mit dem diesjährigen Herbsttreffen der anonymen Alkoholiker, über unser reguläres Meeting am Freitag Abend hin zu unserem so genannten spirituellem Meeting, was eigentlich eine unpassende Bezeichnung ist, wie ich finde, derweil die meisten Meetings ausgesprochen spirituell verlaufen. Der Unterschied besteht im ersten Teil des Meetings, in dem ein etwas längerer Text gemeinsam gelesen wird, die darauf folgenden Wortmeldungen lehnen sich am Gelesenen an.

Was macht das mit mir? Ich fühle mich zum einen gekräftigt, geerdet, mir selbst und meinem Schöpfer etwas näher. Und – als Mitglied so einer immer noch großen, hilfreichen und weltweiten Gemeinschaft bin ich nicht allein mit meinen Lebensschwierigkeiten, mit meiner unheilbaren Suchterkrankung die sich daraus entwickelt hat. Zuzüglich der Lebensschwierigkeiten, die sich aus der Suchterkrankung entwickelt haben. Und – es wird bei aller Ernsthaftigkeit auch gelacht.

Wärme, Nähe, Geborgenheit, Gemeinschaft.

Es geht mir gut, heute. Jetzt. Ich halte den Zeitraum kurz, was mein Befinden angeht, dafür ändert sich das zu schnell. Überhaupt, die Zeit. Heute gibt es schmerzhafte Stunden und manchmal auch Tage. Früher waren es Jahre.

Sonst so? Heute ist Erntedankfest. Zeit, das zu tun, was gerne zu kurz kommt, bei mir. Dankbar sein, für das, was ich habe. Nicht nur auf dem Teller, sondern überhaupt in meinem Leben. Was Feldpflege bedingt, pflügen, sähen, ernten eben. Manchmal auch harte Arbeit.

Und – Sonntag ist auch noch, und früh genug für das alte Lied…

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