Sonntag, 200705

75 Prozent Luftfeuchte hier, und mir läuft beim morgendlichen üben das Wasser bis an die Handgelenke. Tropisch irgendwie. Jedenfalls verdünnt sich während der Übungen offensichtlich mein Blut und mein Kopfweh wird erträglicher. Bald sind Ferien, Abstand vom Alltag, was ich gut brauchen kann.

Sonst so? Alte Geister kehren zurück, wie es scheint. Es gibt Menschen, Gefühle, Lebenslagen, die wie die sprichwörtliche Scheiße am Schuh kleben. Und doch ist es anders. Ich werde es zusammentragen. im Sinne des vierten (und fünften Schrittes)  und mit Hilfe meiner höheren Macht. Das bin ich mir schuldig.

Musik zum Sonntag – hier entlang.

Der Plan heute:

~

Samstag 200627

Keine besonderen Vorkommnisse. Früher wurde mir in solchen Lagen langweilig und so habe ich mein bestes gegeben, wieder ein ordentliches Mass Unruhe in mein Leben zu bringen. Was man so macht, wenn man jung ist. Neue Freundin, neue Wohnung, neue Arbeit, Alkohol- und Drogen-induzierte „Nebenkosten“ des Lebens, meist in Form von gewissen Beziehungskrisen, gesundheitlichen Herausforderungen oder außerplanmäßigen Rechnungen.

Boah. Toll, etwas älter geworden zu sein…

Sonst so? Manche Tagesmeditationen berühren mich mehr als andere. Diese hier zum Beispiel, für Zeiten abseits von keinen besonderen Vorkommnissen.

2020-06-27 08_27_17-https___aa-welt.de – Opera

Quelle: 24 Stunden am Tag – ein vergriffenes Buch der Gemeinschaft der anonymen Alkoholiker. Online hier und anderswo noch zu lesen.

Sonntag 200614

Es ist ein wenig so, als ob die Zeit still stünde. Wenn ich nachdenke, was den Unterschied macht, zu längst vergangenen Zeiten – ich bin allein, ja. Derzeit ohne eine feste Bindung zu einer Gemeinschaft der Wahl, wenn ich von meiner Zugehörigkeit zur hiesigen Gemeinde mal absehe. Anders als in jungen Jahren fühle ich mich nicht einsam. Da ist Familie – sowohl als Blutsverwandtschaft mit auf dem Weg bekommen als auch selbst gewählt. Seelisch-geistige Verwandtschaft? Gibt es immer noch und immer wieder, leider derzeit gerne maskiert, was die Sache der Erkennung nicht immer leicht macht. Dinge, die ich nicht ändern kann.

Etwas hält mich von Aktion aller Art derzeit ab. Ich kenne solche Zeiten aus der Vergangenheit. Da geht irgendwie nichts, zu allem fehlen die rechte Überzeugung und die rechte Gelegenheit. Stillstand, den ich gut hinnehmen kann, heute. In solchen Zeiten bitte ich um Führung und lasse es gut sein, an guten Tagen. Weniger gute Tage sind auch schon mal mit Zweifel und Ungeduld gefüllt, das gehört dazu.

Es findet sich.

Sonst so? Der neue Editor hier geht mir auf die Nerven. Noch etwas, was ich nicht ändern kann. Verfluchte Daseinsberechtigungsaktionen der Softwareschmieden – kenne ich auch beruflich. Alles neu, alles anders und nichts wirklich besser. Wir arbeiten daran, lautet die Botschaft. Sind unser Geld wert. Glauben sie… derzeit schreibe ich meinen Kram teils offline vor, macht es leichter.

Und – für alle, die es noch hören mögen/können…

~

Fronleichnam 2020

Der Titel trägt die Themen schon in sich – werden, vergehen, wiederkommen, bleiben. Was bewegt mich in dem Zusammenhang?

  • Der Zustand meines Vaters. Die Art, wie er mit dem Bewusstsein umgeht, dass dies sein letzter Sommer sein könnte, sein wird. Irgendwo zwischen Verzweiflung, Angst und Zorn über seine Schwäche auch so etwas wie Ergebenheit in das Schicksal, Spuren inneren Friedens. Ich sehe es und denke, erfassen werde ich es erst wirklich, wenn es mich selbst betrifft.
  • Der Zustand der von den Corona-Auflagen zerschossenen Selbsthilfegruppen, in meinem Fall die der anonymen Alkoholiker. 20 Jahre haben ein durchaus tragfähiges Fundament in mir geschaffen, was bleibt, ist keine Angst, eher Respekt und Achtung vor jeder Art Stoff, der Bewusstsein manipuliert.
  • Die Gewissheit, dass es weiter gehen wird und ich auf neue Art teilen lernen werde, virtuell mit den gängigen Plattformen. Erste Erfahrungen stimmen hoffnungsfroh, Spiritualität kann durchaus auch am Monitor gelebt und geteilt werden. Mögliche Eigeninitiative steht im Raum, ist aber noch nicht spruchreif. Ist auch nicht so dringend, Kontakte zu den Freunden bestehen – aber andere suchen …
  • Was mich trägt, ist der, dessen Bleiben heute gefeiert wird, mal stark vereinfacht ausgedrückt. Wird mir immer klarer, gerade in Momenten, in denen ich mit mir komplett allein sein darf, mich neu ausrichte und sortieren darf. Neu daran ist – Angst und Scham mag es noch geben, haben keine Gewalt mehr. Danke dafür.

Sonst so? Erste Erfahrungen bei „Zoom“ gesammelt. Mich über den verräterischen Kamera-Hintergrund unserer sehr individuellen Wohnung nicht gerade geärgert, nein. Geht nur niemanden etwas an, irgendwie. Sagt ein Blogger 🙂 Gesucht und wertvolle Tipps bekommen bezüglich virtueller Hintergründe und ihrer Anwendung. Dinge, die ich nicht im Ansatz verstehe, aber in ihrer Anwendung sagenhaft finde.

Unter Wasser…

2020-06-11 09_28_14-Einstellungen

Unfug treiben lässt sich damit auch …

2020-06-10 20_57_51-Einstellungen

~

 

Astrologie & Co.

Von Astrologie war gestern die Rede. Vor langer Zeit wollte ich das mal genauer wissen, bin zum Standesamt gelaufen und habe mir die Kopie meiner Geburtsurkunde geben lassen. Den Inhalt darf ich mit euch teilen, weil ich nicht der Kaiser von China bin (wer im alten China die Geburtsdaten des Herrschers erfuhr, musste zeitnah dran glauben, weil, was der alles wissen konnte…). Wer sich also jetzt die Mühe macht, Zeit und Ort meiner Ankunft auf Erden (4.6.62, 8.25 Uhr, Wuppertal-Elberfeld) in eines der einschlägigen Portale zu hacken, der bekommt einen bunten Strauß Informationen. Das geübte Auge glaubt, einen roten Faden zu erkennen. Oder mehrere, vielleicht auch eher bunte Fäden, schwarz-graue eingeschlossen. Vieles klingt schlüssig, manches (scheinbar) widersprüchlich. Es sind Anlagen, Optionen, bestenfalls.

Wenn ich all dies heute so lese, (ja, es hat hier im Haus auch ein dickes Buch zu dem Thema), dann wende ich mich recht flott wieder ab. Kopf genickt oder geschüttelt habe ich schon mehr als genug und irgendwann ist der eigene Saft wenig unterhaltsam. Was ist heute anders als damals?

An einer Wand hier hängt eine Postkarte, in einem (beinahe Katzen-sicheren) Bilderrahmen. Da ich keine Lust habe, diese da heraus zu fummeln und zu scannen, beschreibe ich sie lieber, das geht schneller. Es ist ein Kreuz, vor dunklem Hintergrund. Das besondere an diesem Kreuz ist die Spiegelfläche, unterbrochen von zahlreichen Rissen, Brüchen, Zersplitterungen. Unsere Pfarrerin hat es mir mal geschenkt, ich fand es so bezeichnend, dass es den Weg in eben den Rahmen gefunden hat. Zerbrochen in der Tiefe, geeint im Glauben. So oder ähnlich steht es auf der Rückseite und besser kann man es, glaube ich, nicht beschreiben. Astrologie bleibt unterhaltsam, aber sie trägt mich nicht. Die Kraft zum aufstehen und wach bleiben gibt mir nur der Mensch-Gewordene.

Sonst so? Was Seichtes zum Schluss. Katzen sind hier aus gegebenen Anlass immer wieder mal Thema. Gestern war das große Kind mit seiner Liebsten hier, zum essen, trinken, sitzen, reden. Da darf auch schon mal geblödelt werden, bei aller Ernsthaftigkeit. So besah ich mir gedankenverloren meine zerkratzten Hände und erging mich in Wortwurzel-Forschung. Die Katze hieß nämlich früher Kratze, bis die Chinesen das irgendwann hörten. Klatze, sagten sie und fanden das mächtig Scheiße. Im Zuge der Völkerverständigung fand man zu einem bilateralen Abkommen und ließ das „R“ schlicht weg. So war das …

Einen angenehmen Pfingstmontag uns allen!

 

Und wieder Sonntag

So einer mit viel Sonne. Da denke ich, ein wenig mehr Regen wäre gut für die Erde, verbunden mit ein wenig mehr Sonne in den Herzen. Bei mir angefangen, wo sonst. Ja, die Zeiten sind unüberschaubar, verunsichernd und auch beängstigend. Merkwürdiger Weise macht es mit mir weniger als erwartet, weil innerlich vertraut. Mal `ne Krise von außen statt von innen – der einzige Unterschied ist teilweise verschiedene Herangehensweise. Akzeptanz und Annahme ist innen wie außen der erste Schritt. Äußere Krisen sind im Vergleich zu inneren Krisen mit einem höheren Grad an Anpassung verbunden und auch mit vergleichsweise größeren Risiken, gesellschaftlich.

Was hilft – neben Hoffnung, Glaube und Vertrauen: Ein bei aller Emotionalität etwas realistischer Blick auf die Dinge. Es ist nur ein VIRUS, keine Weltverschwörung, wie einige selbst aus meinem Umfeld zunehmend glauben. Natürlich gibt es Kräfte, die diese Lage für ihre Zwecke nutzen wollen. Und wieder – Vertrauen, hier auf die Gegenkräfte, ganz konkret unsere Verfassung und deren Vertreter. So lahm und quer, wie unsere Demokratie oft auch rüber kommt, mit ihrer Langsamkeit und föderalen Struktur, zu jeder Kraft gibt es eine Gegenkraft. Nicht nur in der Physik.

Hier ein guter, wenn auch langer Artikel zum Thema, für euch freigeschaltet auf

Krautreporter

Sonst so? Alte Rezepte wirken immer noch. Selbst ein maskiertes Lächeln bekommt Antwort, selbst eine freundliche Bemerkung hinter einer ehemaligen Unterhose im Gesicht findet Resonanz. Geht doch! Und ja, ich schreibe das hier hauptsächlich auch für mich, damit ich das nicht vergesse.

Denen hier ist die Gesamtlage übrigens wurscht. Wenn ich bei ihnen liege, spüre ich das. Positive Vibrations. Zumindest für eine kleine Weile …

Auch ja, falls es jemand vermisst …

~

Viren und Co.

Interessiert beobachte ich, was derzeit hierzulande so lose ist. Die eine sorgen sich um ihr Leben und glauben eben dieses mit Bergen von Scheißpapier und Büchsenfraß retten zu können. Andere haben guten Grund zur Sorge, weil sie, wie es heißt, Risiko-behaftet sind. Alt, schwach, oder chronisch vorerkrankt. Wieder andere machen sich so ihre Gedanken um Handel, Wandel und eben nicht mehr vorhandene Gewinne, was auch nachvollziehbar ist.

Und ich? Kann die Aufregung langsam nicht mehr hören. Ja. es wird ernst, wie ernst, wird sich zeigen. An besseren Tagen denke ich: Mir selbst „passiert“ nichts, was nicht von meinem Schöpfer so gedacht ist. An nicht ganz so guten Tagen können mich alle Viren dieser Erde mal kreuzweise, tue ich doch, was ich kann, mit Bergen von Obst und Gemüse sowie wo immer möglich, frische Luft. Die kommen nicht zu mir. Punkt. Und wenn, dann gehen sie auch wieder. Wenn sie schon so wenig Stolz haben, sich ausgerechnet auf mir niederzulassen. Blödes Pack.

Ein wenig Sorge kommt bei den Gedanken an meine greisen Eltern auf. Wobei auch für die beiden das Gleiche wie für mich gilt. Und, wie ein Freund mal meinte, gesund stirbt schließlich keiner. Dann die Liebste mit ihren Publikumsverkehr und ihrer Vorerkrankung. Natürlich ist das alles Kappes, was ich mir da so denke. Sagt sie. Wir werden sehen, hoffentlich hat sie recht. Jedenfalls stehen uns noch 6-8 spannende Wochen in`s Haus. Dann dürfte der Peak auch hier erreicht werden. Spätestens im Mai sollte der Spuk Geschichte werden.

Oder etwa nicht?

Geht auch etwas schneller.

PS: Das Liedchen summte meine Mutter öfter mal zwischendurch bei der Hausarbeit. Der Sänger der obigen Originalversion stammt auch aus dem Tal der Wupper, das Datum 30er Mai bezieht sich auf die Nacht zum 30.5.1943, die Stunden, in denen die alte Stadt Barmen in Flammen aufging. Meine Mutter erlebte diese Zeit in einem Kellerloch, unweit des zentralen alten Marktes. 

Fatalismus scheint vererbbar…

Sonntag, wieder mal.

Ein Frühaufsteher-Sonntag sogar, ich genieße die kleine Atempause, derzeit bin ich familiär nicht sonderlich gefordert. Gott sei Dank. Und so dehne ich meine morgendlichen Übungen aus, diese Mischung aus Qui Gong, Yoga und funktioneller Gymnastik. Meditative Bewegungsabfolgen,eng verbunden mit der Atmung, alt und doch täglich neu gemischt, die mich am frühen Tag erden, die Disziplin und Achtsamkeit vor den eigenen Grenzen einfordern.

Disziplin … saturnisches Prinzip, fällt mir dazu ein. Am Anfang steht die Beschränkung, die Einschränkung, die Hemmung, Blockaden und dergleichen. Mit der Zeit ändert sich das, mit Geduld, Beharrlichkeit, und eben auch mit Disziplin.

Dazu passen folgende Zeilen gut:

Sonne Konjunktion Saturn

Saturn, das Prinzip der Einschränkung, wirkt sich hemmend auf den persönlichen Ausdruck und Ehrgeiz aus. Die Geborenen können sich erst dann frei ausdrücken, wenn sie den Bereich der Einschränkung, dem sie unterstellt sind, voll und ganz in den Griff bekommen haben. Alles, was sie zustande bringen, erreichen sie durch äußerst harte Arbeit. Oft genug sind sie wegen der vielen Frustrationen, die ihnen ständig widerfahren, traurig und voller Minderwertigkeitskomplexe. Sie sollten alle sich bietenden Gelegenheiten beim Schopf packen. Da Saturn auch das Prinzip der Erfüllung ist, können die Geborenen jedoch dank ihrer organisatorischen Fähigkeiten zu bedeutendem Einfluss gelangen. Letzten Endes wird ihnen ihre Selbstdisziplin zu persönlicher Erfüllung verhelfen.

Quelle: Das große Lehrbuch der Astrologie – Frances Sakoian / Louis S. Acker, ISBN 3-426-87087-8 – nur noch als Antiquariat erhältlich.

Sonst so? Gut, dass Leben aus so viel mehr als Disziplin und Überwindung von Grenzen besteht. In dem Sinne – einen guten Sonntag uns allen.