Willkommen!

Wupperpostille klingt nach Lokalnachrichten, manchmal geht es hier auch um regionales Klein-Klein. Sonst aber eher um geneigten Austausch mit euch, die ihr selbst bewegt seit von dem Leben, wie es nun einmal ist. Um Glaube, Vertrauen, Menschlichkeit, Mitgefühl, Philosophie, Alltagskram.

Darum, mir bei aller Breite,Tiefe und zeitweisen Schwere des Lebens das lachen zu bewahren.

Mehr von mir gibt es beim Wassertiger nebenan.

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Sommer-Intermezzo im April

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Heute Abend wird es wieder nach gegrilltem Hammelfleisch duften, hier in den Hinterhöfen unseres Kiezes. So sehr mir die Enge hier in den Straßen und das Benehmen mancher Jung-Osmanen manchmal auf dem Nerv geht, (Ok, es gibt auch ebensolche Jung-Germanen, das muss fairerweise betont werden), so sehr liebe ich die Stimmung an solchen warmen Abenden. Stimmen-Geschnatter, Kinderlärm auf manchem Trampolin bis spät in die Nacht, unzählige Grillfeuer, die dazu anhalten, die Fenster besser geschlossen zu halten. Allem Chaos und aller Anarchie hier zum Trotze ist das immer noch die Heimstatt der Wahl hier, für uns.

Bürgerlich kann jeder 🙂

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Fundstück

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Eine alte SD-Speicherkarte erinnert an ein längst verliehenes Buch. Über meinem Schreibtisch hängt ein Bild von ihm, der ebenso hier in dieser Stadt lebt, neulich seinen 95sten Geburtstag feierte und dem es nach einem so langen, Ereignis- und zumindest in jungen Jahren entbehrungsreichen Leben nun immer noch relativ gut geht.

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Ich mag seine Augen und seine Art, zu schreiben … im genannten Buch geht es um die Tatsache, dass es mit hohem Alter recht einsam werden kann, wenn die Gefährten alle gestorben sind. Er hat aber auch Romane, Gedichte und Theaterstücke geschrieben und war ein Spätstarter, was das schreiben angeht.

Karl-Otto Mühl,
Totenwache : Abschiede

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Erster Frühlingssonntag

Wir nutzen den Tag und machen einen kleinen Ausflug auf die Wuppertaler Südhöhen, zu unserem Toelleturm. Der ist sozusagen der Mercedes unter den Wuppertaler Türmen, weil er einerseits an exponierter Stelle stehend einen sehr schönen Fernblick bietet und weil er andererseits anders als viele andere, schöne, alte Türme hier Ende der 80er Jahre nach mehreren halbherzigen Versuchen erstmals gründlich saniert wurde.

Weht oben die Wuppertaler Stadtfahne, ist der Turm geöffnet, so wie heute.

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Innen macht er ein wenig schwindelig …

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Auf der Aussichtsplattform steht eine Tafel zur Orientierung.

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Ein Blick nach Westen, leider verhindert der Dunst die Aussicht bis in`s Rheinland.

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Nach Osten …

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… und hinunter zum Cafe.

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Das angelaufene Kupferblech der Brüstung…

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Unten der alte Brunnen, dessen Putten leider im Krieg verschollen sind.

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Anschließend gehen wir noch ein wenig in den nahen Wald, der sich mit dem grünen noch ein wenig Zeit lässt. Wenn man bedenkt, dass vor wenigen Wochen noch derber Frost herrschte, ist das nicht verwunderlich.

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Der Wald wirkt, kahl, wie er noch ist, im Sonnenlicht ein wenig gespenstisch silbrig.

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Bizarre Überbleibsel …

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Pauline muss sehr geliebt worden sein …

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Ein schöner Nachmittag mit viel Licht, Luft, und Sonne geht zu Ende und ich bin froh, dass wir die Gelegenheit nutzen konnten.

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Kosmopoliten unter sich

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Wenn ich an freien, sonnigen Tagen des Morgens in meiner Lieblingsecke unserer Wohnhöhle sitze und verträumt versuche, hinaus zu schauen, dann passiert etwas sehr eigenartiges. Von jetzt auf gleich werde ich für einen Moment zu einem staatenlosen Menschen. Natürlich sind entsprechende Dokumente, die das Gegenteil behaupten, nicht mit irgend einer geheimen Tinte geschrieben, die sich beizeiten in nichts auflöst. Nein, denke ich dann, wer solcher Art getönte Scheiben hat, ohne Maßnahmen zu ergreifen, der kann nicht wirklich deutsch sein.

Den Katzen ist es ebenso wurscht. Die Sonne scheint schließlich auch durch getönte Fenster … es müssen ja nicht unbedingt die alten, bunt Blei-verglasten Kneipenfenster sein. Auch der Antipol zum Sündenpfuhl, unsere schöne, bei Sonnenschein durch die neuen Rosettenfenster bunt Licht-geflutete Friedhofskirche, ist nicht wirklich vergleichbar.

Was bleibt, ist zu einen die Gewissheit, doch noch genügend typisch „deutsche“ Neigungen zu verkörpern (das wird zumindest gelegentlich von der Höhlenmitbewohnerin behauptet) sowie die universelle Wahrheit, dass es hier sauber genug ist, um gesund zu bleiben sowie genau recht dreckig, um sich dabei auch gut zu fühlen.

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PS – seht ihr den blauen Geist auf der Fensterbank?
Auch er fühlt sich offensichtlich hier wohl…

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So Gesellschaften

Erwähnte ich, wie sehr ich öffentliche Empfänge mit dem eitlen sich-zur-Schau-stellen schätze? Diese verlogene Selbstüberhöhung mit der Aussicht auf eventuelle, gute Geschäfte. Die ach so politisch-korrekte Wortwahl der Teilnehmer.

Ach Funny, du hast so tolle Einfälle. Und – du bringst mich auf echt gute Ideen. Wir haben ja ebenso zwei liebenswerte, ausgewachsene Kater – oder richtiger Weise haben sie uns … allerdings sind die Steine, auf denen sie ihr Geschäft erledigen, wenig kooperativ, was die Herausgabe eben dieses Mediums angeht. Ganz anders ihre nicht ganz so flüssigen Hinterlassenschaften! In Verbindung mit einer gewöhnlichen Steinschleuder und ein Paar Gummihandschuhe könnte ich mir vorstellen, den einen oder anderen Kraftfahrer, der hupend  den dicht bewohnten Berg hier hochbrettert, entsprechend zu bedenken. Könnt ihr euch auch so gut wie ich vorstellen, auf welche beeindruckende Größe sich ein noch recht frischer Katzenköttel ausbreitet, so er denn mit entsprechender Geschwindigkeit auf eine glatte Fläche trifft? Diese Bilder in meinem Kopf – hach.

So viel zu Thema ein-besserer-Mensch-werden.
Es grüßt der gute Wille…

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