Gib alles !

Ich kann ihn nicht mehr hören, diesen Klinkenputzer-Jargon. Wir sollen brennen, für diese oder jene Sache. Stets nicht nur das Beste geben, sondern eben ALLES. Vorzugsweise Arbeitgeber haben diese Einstellung, verständlich, aber inakzeptabel. Alles geben heißt doch, zu Ende gedacht, es ist am Ende nichts mehr da.

So läuft das nicht. 51% gehören immer mir. Da bin ich sozusagen ein sehr beharrlicher, mehrheitlicher Anteilseigner meiner selbst. Mit den verbleibenden 49% kann ich heute in Ruhe, mit Struktur und Ausdauer meine Aufgaben erledigen, sehr wahrscheinlich um einiges effektiver als jene, die diesen Blödsinn glauben, eben „alles“ geben, damit jede Menge Fehler produzieren und am Ende des Tages sozusagen leer sind. Ausgebrannt, von sich selbst ausgebeutet wird dann Zerstreuung gesucht oder so einiges konsumiert, um die Leere zu füllen, die „Gib alles“ hinterlassen hat.

Ein hoher, mir heute zu hoher Preis. Wer jung und ehrgeizig ist, kommt nicht umhin, an diesem Spiel teilzunehmen, sich mit Haut und Haaren zu verkaufen. Vorteil daran sind die entsprechenden Kraftreserven in jüngeren Jahren – nachteilig sind eben die Energien, die dadurch gebunden werden und somit anderen, wichtigen Lebensthemen nicht zur Verfügung stehen. Hilfreich kann dann sein, sich ein wenig als Bühnendarsteller zu produzieren. Ihnen Futter geben, ohne sich selbst zum Fraß vorwerfen zu lassen.

In dem Sinne …

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Tja.

Je älter das Jahr wird, desto schwerer fällt mir das aufstehen, in der Frühe. Alle reden von der schönen Adventszeit, wenn ich allein da draußen bin, kann ich das auch spüren, für kurze Zeit. Bis ich wieder in Arbeit absaufe.

Könnte zetern und klagen. Kann ich auch sein lassen. Weil sinnlos.

Sag`s mit Musik …

Wenn schon, denn schon.

Andererseits – dieser Tage sah ich Bilder eines im Schneeregen und Dreck versinkenden Flüchtlingslagers in Griechenland. So gesehen sind wir Kinder des Glücks. Wenn ich dafür aufrichtig dankbar sein kann, fühlt es sich auch so an.

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Buch

Auf dem deutschsprachigen Ländertreffen der AA vor acht Tagen in Bremen gab es wie immer Gelegenheit, am Literatur-Stand zu stöbern. Einige Bücher habe ich seit vielen Jahren schon, Tages-Meditationen, die ich viele Jahre täglich gelesen habe, und auch AA-Literatur, aus dem Amerikanischen übersetzt.

Das hier allerdings kannte ich noch nicht. Ein kleines Taschenbuch mit dem Titel:
Wir kamen zu dem Glauben . 
Genau das, was ich derzeit brauche.

Am Literatur-Stand war es schnell vergriffen, zu beziehen ist es
HIER bei dem Literaturvertrieb der AA (Pos. 111 in der Liste)
oder als Antiquariat HIER bei Ebay sowie HIER bei Amazon.

PS: Es geht in den Texten um Alkohol, man braucht nicht viel Vorstellungskraft, diesen mit Drogen oder Medikamente zu tauschen. Die Strukturen dahinter sind gleich, ebenso die Sehnsucht, das entstandene Vakuum nach weglassen des Stoffes mit etwas tragfähigeren zu füllen.

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