Wenn Seelen an dir vorbeiziehen

Mir ist beides vertraut. Seelen, denen ich mich anvertraute, und die es im Nachgang nicht wert waren. Sozusagen Vertrauens-Se(e)lig.

Auch die andere Seite kenne ich gut: Seelen, von denen ich mich einst abgewandt habe, die ich habe ziehen lassen. Die es bei späterer, viel späterer Betrachtung wert waren, gewesen wären.

All dies ist Vergangenheit und die Auseinandersetzung damit gleicht einem Leben im Konjunktiv, dem nie gelebten Leben. Heute, JETZT ist anders. Viel Gelebtes würde (da ist er wieder, er läuft mir nach, der Konjunktiv …), also, viel Gelebtes WERDE ich nicht wiederholen müssen, weil ich Heute ein wenig weiter bin als damals. Zeiten des Bedauerns und der Reue inbegriffen. Sie gleichen einer Pfütze, in die ich manchmal trete, aber niemals einem See, in dem ich zu ertrinken drohe.

Wünsche und Träume als Farben der Seele – eine sehr passende Metapher, wie ich finde. Danke für den nachdenklichen Beitrag, Franky.

Und für das schöne Bild 🙂

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Lass`dich fallen (Joseph Beuys)

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Lass dich fallen.
Lerne Schnecken zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die “Ja” sagen
und verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen.
Schaukel so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen.
Verweigere “verantwortlich” zu sein. Tu es aus Liebe.
Mach viele Nickerchen.
Gib Geld weiter. Tu es jetzt. Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei.
Lache viel.
Bade im Mondlicht.
Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern.
Höre alten Leuten zu.
Öffne dich, tauche ein, sei frei.
Segne dich selbst.
Lass die Angst fallen.
Spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in dir.
Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken.
Werde nass.
Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.
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Joseph Beuys
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Eine gute Mischung

Das Haus hier ist wirklich gut belegt:

Berücksichtigt man die Tatsache, das das Haus fest in russischer Hand ist, hat man schon beinahe alle Fakten zusammen. Hinzu kommt an dieser Stelle noch die Phantasie des Erzählers, in dessen Vorstellungswelt sich die einzelnen Mietparteien hervorragend ergänzen.

So können sich die Zahnärzte unter anderen um die bedauernswerten Gäste des Edel-Puffs kümmern, die möglicherweise mit irgend einer Leistung oder Preis nicht ganz einverstanden waren oder gerade nicht die passenden Worte fanden. Auch die Rechtsanwälte werden solcherart vielleicht ein schönes Zubrot verdienen. Ebenso die Kneipen-Gäste zählen zu den potentiellen Kunden, ja sicher. Einen Türsteher gibt es dort natürlich auch.

Die Senioren wiederum haben an fast allem ihre Freude. Zahnärzte in der Nähe sind im fortgeschrittenem Alter immer hilfreich und der Edel-Puff ist auch ein netter Zeitvertreib für die meist etwas begüterten WG-Bewohner, die vielleicht sonst nicht mehr ganz so viel vom Leben haben.

Familien mit Kindern mögen jetzt vielleicht skeptisch werden, ob sie in diesem Umfeld wirklich gut aufgehoben sind. Dennoch ist die Belegung dieses schönen, alten Hauses alles in allem schon eine gelungene Mischung.

Vielleicht fällt dem geneigtem Leser ja noch das eine oder andere dazu ein?

leipniz

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Chief Luther Standing Bear (Oglala-Lakota-Sioux) | Stille — Heavens Food

Für die Dakota war das Schweigen von größerer Kraft als das Wort.

Lesenswert.

Danke, Heavens Food.

“Erziehung zur Stille, zum Schweigen begann schon sehr früh. Wir lehrten unsere Kinder, still zu sitzen und Freude daran zu haben. Wir lehrten sie, ihre Sinne zu gebrauchen, die verschiedenen Gerüche aufzunehmen, zu schauen, wenn es allem Anschein nach nichts zu sehen gab, und aufmerksam zu horchen, wenn alles ganz ruhig schien. Ein Kind, das […]

über Chief Luther Standing Bear (Oglala-Lakota-Sioux) | Stille — Heavens Food