Gestresst? — Panta rhei

Eigentlich nicht, also ich. Darf gleich sehr schmutzige Maschinen putzen, bin bis an den Rand gefüllt mit Vorfreude darauf. Jährlicher Highscore in Sachen Splitter inne Finger. Dafür ist heute auch der letzte Werktag dieses merkwürdigen 2020. Und überhaupt: Kein Stress mit irgendwelchen dämlichen Einkaufsrummel. Kühlschränke und Vorratskammern werden gefüllt, fertig. Vielleicht Bücher, als Nahrung für Geist und Seele.

Das Bild? Die Liebste sieht zwei Kühe, aha. Da ist Handlungsbedarf. Ich sehe das Meer, unendliche Weiten, feiner blauer Himmel, die scheinbare Unendlichkeit. Mit was drin, was springt. Genaueres ist unwichtig.

Danke, Marion, für das geniale Bild 🙂

Gestresst? — Panta rhei

Sonntag, 200719

Stille. Die werkfreien Tage laden um innehalten ein. Keine große Reise, nur wenige äußere Reize, Familie, Besinnung auf das wesentliche oder besser das, was ich dafür in dieser Zeit halte.

Gedanken über Gruppen-Zugehörigkeit, Sehnsucht nach Gemeinschaft. Derzeit fühle ich mich von den gewohnten Strukturen  – ja, wie genau – entfremdet, das passt am ehesten. Was bleibt, ist meine Zugehörigkeit zu der Schöpfung, zu meiner höheren Macht, zu meinem Gott. Kosmopolit passt vielleicht auch. Was trägt, ist das Gefühl, im Moment genau richtig zu sein. Viel mit mir allein und dennoch verbunden.

Sonst so? Interessante Botschaft am schwarzen Cafe zu Berlin … Schweigen = Verrat? Kommt auf den Kontext an, lohnt sich auf jeden Fall, drüber nachzudenken.

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Und ja, Sonntag ist auch…

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Win-Win

Die einen dürfen naschen, der andere ungewohnte Einblicke mit der Kamera festhalten. Vertrauen und vor allem Ruhe sind die Voraussetzung dafür – ich habe dem Mann eine ganze Weile fasziniert zugeschaut.

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Samstag 200627

Keine besonderen Vorkommnisse. Früher wurde mir in solchen Lagen langweilig und so habe ich mein bestes gegeben, wieder ein ordentliches Mass Unruhe in mein Leben zu bringen. Was man so macht, wenn man jung ist. Neue Freundin, neue Wohnung, neue Arbeit, Alkohol- und Drogen-induzierte „Nebenkosten“ des Lebens, meist in Form von gewissen Beziehungskrisen, gesundheitlichen Herausforderungen oder außerplanmäßigen Rechnungen.

Boah. Toll, etwas älter geworden zu sein…

Sonst so? Manche Tagesmeditationen berühren mich mehr als andere. Diese hier zum Beispiel, für Zeiten abseits von keinen besonderen Vorkommnissen.

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Quelle: 24 Stunden am Tag – ein vergriffenes Buch der Gemeinschaft der anonymen Alkoholiker. Online hier und anderswo noch zu lesen.

Nichts besonderes

Die Fell-lose Mitbewohnerin schläft noch und meine morgendlichen Rituale sind durch. Ich hätte Lust auf Brötchen, aber keine Lust auf die Schlange vor`m Bäcker. Mal sehen, wie das Pendel ausschlägt. Ansonsten braucht es noch Grünfutter, Gemüse eben, das bekomme ich auf dem Markt. Die unerledigten Dinge sind abgearbeitet, so allmählich kehrt Ruhe ein, neben dem Alltäglichen, Trivialen, Vermeidlichen, Unvermeidlichen.

Qualität der Stunde? Ein leerer Kopf, selbst der gewohnte Druck ist weniger spürbar, was eher selten vorkommt. Für eine Weile treten manche Sorgen in den Hintergrund, sei es durch meine gerade beendeten Übungen oder sei es der Anblick unseres tiefenentspannten Fellbabys, das ich gerade vom selbst benötigtem Bürostuhl auf`s Sofa in die Sonne gelegt habe, wo sie nahtlos weiter döst. So dann, von ein paar Kleinigkeiten, die noch zu besorgen wären abgesehen, kann Ostern kommen.

PS: Gestern gesehen, nach einem Tipp von nebenan:
Die rechte und die linke Hand des Teufels, 1969, auf Kabel 1. Fazit:

  • Alle paar Jahre ein flacher Italo-Western kommt gut.
  • Alle paar Jahre werbeverseuchtes Privatfernsehen ist immer noch grenzwertig zu ertragen.
  • Erschreckend, mit wie viel dümmlichen Pathos (schön platziert mitten im Werbeblock) das Volk auf die bescheidene Gesamtlage eingeschworen wird, # wirbleibenzuhause …
  • Reicht erstmal, für die nächsten Jahre.

Stille Stunde

Diese Zeit am frühen Morgen, ich liebe sie, besonders an arbeitsfreien Tagen, zumindest, was die Werktätigkeit angeht. Lilit übrigens auch, sie freut sich, wenn ich die Zeit habe, mit ihr ausgiebig zu kuscheln. Für mich gibt es nichts Entspannenderes, als einfach nur da zu sitzen, dieses Fellknäuel zu streicheln und die Gedanken schweifen zu lassen, zur Ruhe kommen zu lassen. Träume noch einmal anschauen, das eine oder andere hier gelesene noch einmal Revue passieren lassen.

„Kokon“ habe ich gerade gelesen.  Früher hatte ich auch einen, so einen Drogen-induzierten Kokon. Da war ich für mich, im meinem selbst gebautem Ei aus psycho-aktiven Substanzen. Wer oder was schützt und behütet mich heute? Der Mensch-Gewordene ist bei mir, und das war ein verdammt guter Tausch.

„Politische Korrektheit“ habe ich gerade gelesen und war versucht, einen langen Kommentar zu schreiben. Wieder einmal war die Return-Taste mein bester Freund, dafür ist mir meine Energie schlicht zu wertvoll. Politischen Diskussionen ergebe ich mich nicht mehr, schon gar nicht um diese heilige Tageszeit.

Sonst so? Die Schränke sind leer, gleich geht es heraus. Samstag eben.

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Die Uhr an meinem Bett …

… zeigt in der Tat immer noch Sommerzeit, auch, wenn draußen noch kein Schnee liegt. Das Jahr ist alt, die Tage werden immer kürzer. Zeit für Rückschau, Zeit zum inne halten.

Das war vor 33 Jahren auch nicht anders – auch, wenn das nicht ihr bester Song gewesen ist, mag ich ihn doch immer noch sehr.

Ulla Meinecke …

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