Donnerstag, 211028

Wer allein werkelt und außer der Reihe einen Tag frei haben möchte, muss sehen, wie er die Arbeit erledigt. Ist aber alles in allem machbar und Zeit für ein paar dürre Worte im Blog findet sich auch noch. Kann also so wild nicht sein.

Die Wirklichkeit, die Realität. oder das, was Mensch gemeinhin dafür hält, war gerade nebenan bei Alice ein Thema. Ein Wesensmerkmal der so genannten Realität ist ja, dass sie uns nicht fragt, ob sie uns gefällt. Herausforderungen aller Art tun sich auf, lediglich die bertreffenden Lebensbereiche ändern sich mit der Zeit. Oder bleiben gleich und verlagern sich. Schmerzen, gleich ob körperlich oder seelisch, lassen mich innehalten, langsamer werden. Flüchten kann ich, möchte ich aber nicht mehr. Wohin auch? Also stehen bleiben, hinschauen, annehmen. Gleich, ob es sich um veränderte Beziehungen aller Art handelt oder um das letzte große Mysterium, den Tod. Besser gesagt, den mitunter sehr weiten und langsamen Weg dorthin.

Stehen bleiben hilft (mir). Vor Lebensumständen wie vor Menschen. Hier bin ich, Herr. Hineni. Immer wieder, bis zum letzten Gang. Stehen bleiben bedingt manchmal auch Gegenwehr, mit den Füßen fest auf dem Boden. Manchmal braucht es Biegsamkeit & Elastizität, ebenso erdverbunden. Manchmal auch gehe ich für eine Moment in die Knie, dann ist das so.

Da war doch noch was – richtig, Arbeit. Die Arme sind bandagiert, kann losgehen. Weiter gehen.

Wirklichkeit

Welche genau meine ich damit? Wenn ich mich so umschaue, scheint es mehrere davon zu geben. Da bleibe ich erst einmal bei der nächstgelegensten, meiner eigenen Wirklichkeit.

Jeder schafft sich seine eigene.

Klingt provokant, ich weiß. Ungerecht und zu banal, angesichts dessen, was manche Menschen tragen müssen. Dennoch ist der Kern dieses Satzes schon interessant. Für mich stellen sich mit diesem Bewusstsein im Hinterkopf immer öfter Fragen. Vielen Dingen kann ich schlicht nicht ausweichen, denen muss ich mich stellen, darf sie als weitere Herausforderungen ansehen. Bei manch anderen Themen habe ich jedoch die Wahl. Mit wem gehe ich zum Beispiel in einem Dialog? Mittlerweile lange nicht mit jedem, weil viele Menschen schlicht kräftezehrend sind und eine Auseinandersetzung mit ihnen sich für mich einfach nicht rechnet. Sie sind es mir anders gesagt nicht wert. Das hat auch damit zu tun, dass ich keine Lust habe, den Don Quichotte abzugeben, der sehr ermüdend gegen Windmühlen kämpft.

Das gilt für das „richtige“ Leben ebenso wie für das Blogland, darum werde ich aus gegebenen Anlass ab nun alle Kommentare moderieren, das heißt, nach Sichtung freigeben oder eben nicht.  Leider bietet wordpress.com nicht die Möglichkeit einer weiteren Selektion außerhalb von ganz oder gar nicht. Lasst euch deswegen nicht vom kommentieren abhalten, manchmal kann es so ausschauen, als ob der Kommentar schlicht entschwunden wäre. Isser nich`, er wartet nur auf mich 🙂