Samstag, 200710

Viel zu sagen gibt es wenig. Gleich muss ich wieder raus, Kaufmannsladen. Kauffrausladen. Kaufrauschladen. Jedenfalls raus, unter Menschen. Unvermeidlich, wegen Hunger.

Sonst so? Lebensprinzip Wachstum durch Krise – so war das bislang immer. Rückblickend kaum zu glauben, dass es wirklich stets nach vorne ging, natürlich nicht ohne vorher so richtig in die Tiefe zu stürzen.. Andere können das auch, siehe Einstein. Ok, in der Liga spiele ich nicht, aber so Treffer kenne ich nur zu gut. Aus Schaden wird man klug, heißt es volkstümlich. Oder tot, auch eine Option. Dazwischen ist natürlich eine Menge Raum für alle möglichen Varianten, je nach persönlicher Neigung.

Ich gehe dann mal Ball spielen.

Und – die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Daseins. Unverdächtiger Katzencontent geht immer. Nur scheinbar flach, von denen lässt sich einiges lernen. Von der hier sowieso, und sei es nur die Erinnerung an eine fellige Rasur.

*

Sonntag, 210328

Eine Woche zum abhaken. Durcheinander im Beruf, Eltern, Sommerzeit, Vollmond, Corona, wegfahren – ja/nein, eher nein derzeit. Und jetzt ist Sonntag, da soll ich ruhen, das muss ich nur noch meinem unruhigen Geist erklären.

Sonst so? Keine klugen Gedanken heute, schuld sind oben genannte Zu- und Umstände. Oder Merkel. Wobei die schon meinen Respekt hat – vor dem versammelten Berliner Haifischbecken um Verzeihung für eine gemeinschaftlich fabrizierte Eselei zu bitten, hat in meinen Augen schon Größe. Also geht es hier heute trivial zu, das darf auch sein. Katzenbilder passen gut dazu, die gehen immer und bergen wenigstens keinen politischen Konfliktstoff. Bitteschön, Madam Lilit in bunt und träge. Sie hat jeden Tag Sonntag, im übrigen.

Wenn schon, denn schon…

Suchbild …

Und – es geht flach weiter. Ein zeitgeistiges Fundstück vom Kaufmannsladen, letzte Woche. Es wird Mensch offensichtlich einiges zugetraut, einschließlich einer missratenen oder zumindest unvollständigen Überwindung der oralen Phase. Neben den allseits bekannten lustvollen Varianten gibt es da noch etwas – wie sagte meine Mutter immer: Dat hab ich dir schon tausend Mal gesagt, du sollst dat sein lassen!

!

Und…

Nette Aufmerksamkeit aus den Kommentaren letzte Woche. Passt immer noch gut.

Einen guten Sonntag allseits!

Sonntag, 210321

Wieder so ein Datum, das sich gut liest. Ab gestern wird das Licht die Dunkelheit überholen, zeitlich. Ach, wäre das auch sonst immer so. Aber ich darf ja üben, Tag für Tag. Kleines Beispiel?

Parkplatz-Impressionen

Gestern früh, auf dem Parkplatz vor der Einkaufsmeile nebenan. Die Eltern wollen Bier(!), ich bringe ihnen dann stets so eine Halbschachtel Krombacher mit, die kann ich mit meinen kaputten Armen besser tragen und sie besser lagern. Sie trinken nur sehr wenig, so`n Teil hält locker drei Wochen. Es gibt einen separaten Getränkemarkt mit so einem überdachten Stand für Einkaufswagen. Darunter stehen zwei Reihen Wagen, die vom Getränkemarkt und die vom benachbarten Supermarkt. Meine Laune ist mies, nüchterner Magen, die vielen Menschen, Maske vor der Fresse und eine beschlagene Brille. Nachdem das Gesöff im Kofferraum verstaut ist, bringe ich den Wagen zurück und schiebe ihn prompt in die falsche Reihe. Geht nicht ganz rein, das Scheißding, zornig fluchend (mein Euro…) und natürlich ohne nachzudenken nehme ich nochmal Schwung, es scheppert enorm und dann geht nichts mehr vor und zurück. Bin nur froh, dass die Liebste nicht mit dabei ist, die wäre an`s andere Ende des Parkplatzes geflüchtet. Ich beschaue mir den Haufen Draht, gelobe meinem Schöpfer Besserung (bis zum nächsten Mal) und beschließe, den Euro für die arme Sau zu spenden, die das wieder entwirren darf.

Und ja, ich bin ganz in meiner Mitte, jetzt gerade, es geht mir gut. Und nein, ich bin nicht gut eingestellt, medikamentös. Eigentlich gar nicht, wie man sieht. Bin Mensch mit gelegentliche Anfällen von extrem schlechter Laune, das ist nicht schön, darf aber sein. Das mit der Besserung war übrigens ernst gemeint, auch, wenn man diese Prüfung mit gutem Gewissen als nicht bestanden bezeichnen darf.

Mittwoch, 201223

Nebenan wird noch geschlafen, derweil ich schon einkaufen war. Früher Vogel und so. Um halb Acht machte der Markt auf, kurz nach halb war ich drin. Viertel nach wieder raus und schon stand alles Schlange. Unnötige, aber unvermeidliche Sozialkontakte, die wie ich gute Gründe haben, kurz vor den ganz stillen Tagen noch mal schnell den Kühlschrank zu füllen. Ein super Übungsfeld, den Impulsen der Ungeduld nicht nachzugeben und sogar hier und da ein mildes Lächeln zu verschenken. Frohe Festtage wünschen. Jemanden den Parkplatz vor der Tür überlassen. Geht doch, nett sein.

Während ich über meine Ausbrüche von Nettigkeit nachsinne, läuft im Hintergrund die per Zufall-Mix die Playlist aller drei Studioalben von den Sisters of Mercy. Musik, die meine derzeitige Stimmung aus Planlosigkeit und Fatalismus verstärkt. Wenigstens der schwarze Vogel hält sich zurück, gut so. Nickt nur manchmal und schaukelt leise auf meiner Schulter – bin noch da, keine Sorge. Auf den ist Verlass.

Sonst so? Wir nutzen die freien Tage zum gemeinsamen Essen und Filme gucken. Lassen uns gemeinsam berühren. So wie gestern, Enkel für Anfänger, nettes Filmchen mit ernsthaften Hintergrund, das zum lachen und zum nachdenken anregt. Nachspüren, fühlen, was gehen könnte, für die Zeit nach der Arbeit. Für das, was man Alter nennt. Jeder für sich und idealerweise gemeinsam. Kommt leider nicht all zu viel bei heraus, meinerseits, Planlos eben. Im Grunde war ich noch nie viel anders, was irgendwelche Visionen, Pläne oder Träume anging. Es gab nie welche, das wurde spätestens, nachdem die klassischen Lebensentwürfe sich als für mich nicht praktikabel herausgestellt hatten (so feine Bilder wie Vater-Mutter-Kind ), klar.

Orientierung war nie meine Stärke. Praktisch sichtbar wurde das in grauer Vorzeit, als es noch keine Navigation im Auto gab. Die zahllosen Ehrenrunden in fremden Gefilden sind aus heutiger Sicht ein passendes Sinnbild und gut übertragbares Gleichnis in Sachen Orientierung. Was hoffen lässt, ist die Tatsache, dass ich meinen Weg eigentlich immer gefunden habe, wenn auch mit etlichen Schleifen, seltsamen Abzweigungen, Umwegen und Hindernissen wie z.B. Baustellen oder Unfälle.

So Sachen werden immer dann klar, wenn gerade mal nichts abzuarbeiten ist. Also kein industrielles Gewerke, kein Elterndienst, kein sonst was. So wie jetzt eben. Was da bleibt, ist weiter auf Führung, auf innere Navigation vertrauen, darum zu bitten, weiter machen, wach bleiben, sich dem stellen, was ist.

Und – nach den Tagen wird es kälter, das passt gut.

*

Freitag, 201113

Ein entspannter Tag, weil werkfrei. Unspektakuläre und wohl dosierte Aktivitäten. Den Schornsteinfeger empfangen. Die neugierige Jung-Katze klettert erst einmal in seine Arbeitstasche, sie riecht nach Hund, die Tasche, wie mir berichtet wird. Darum also. Die Neugier weicht dem Fluchtinstinkt, als das Messgerät unter Restspannung brummend wieder an seinem Platz verstaut wird. Der schwarze Mann geht – wie geil, denke ich. Freitag, der 13te und dann noch ein Schornsteinfeger – kann eigentlich nix mehr in die Hose gehen.

Staubsaugen und danach ein paar fehlende Sachen einkaufen. Vormittags, weil es dann nicht so viele meiner Art sind. Einlass nach Schlange stehen, ich sehe nur maskierte Gesichter mit angespannten und/oder aggressiven, ängstlichen Augen. Wahrscheinlich sehe ich auch so aus. Schaffe es, ein bemühtes Grinsen an der Kasse hinzulegen, verbunden mit dem Wunsch nach einem guten Wochenende für die Kassiererin, deren Miene sich daraufhin etwas aufhellt. Ein Tages-Highlight, wenn man so bedenkt.

Mittagsschlaf. Den liebe ich, wenn ich ihn mir leisten kann. Kann ich, heute. Gefolgt von Wim Wenders – Im Lauf der Zeit. Zumindest die zweite Stunde von insgesamt knapp dreien. Der dritte und letzte Teil seiner Roadmovie-Serie, Anno 1976. Kino und Familiengeschichten stehen im Mittelpunkt des in schwarz-weiß gehaltenen Streifens, den ich mir nur stundenweise anschaue. Melancholie pur, gemischt mit Bildern der Zeit. Landstraßen entlang der Zonengrenze, alte, heruntergekommene Kleinstadtkinos, in denen geraucht wird, Film-Vorführmaschinen aus der Nachkriegszeit – ich liebe das. Stundenweise eben. Der Streifen stand übrigens seinerzeit auf dem Index, wegen diverser Szenen. Das Protagonist scheißt auf einer Abraumhalde und sitzt zumindest einmal nackt in seinem alten Möbelwagen, ein Filmvorführer schaut gemütlich masturbierend einen typischen 70er-Porno mit, den er mittels Spiegelchen in sein Kabuff ablenkt. Reichte wohl für den Index. Komische Zeit, denke ich, der damals gerade mal 14 war. Alles locker und flockig, jeder vögelt jeden, aber so etwas schafft es auf den Index. Merkwürdig. Jedenfalls habe ich mir für lange, dunkle Stunden die komplette Wenders-Werkschau aus der Mediathek gezogen, 130GB Filme, das reicht für den Winter.

Sonst so? Morgen bin ich bar jeder haushaltlichen Verpflichtungen, derweil heute schon fleißig. Dafür fahre ich den Alten in`s Grün-Graue, am Morgen, solange seine Kraft reicht. Was heißt, Mittagsschlaf ist mir auch morgen sicher. Ich liebe so berechenbare Arrangements. Chaos kommt von allein.

Sonst so, Teil 2. Ein Gespräch mit `nem Kollegen ist im Kopf irgendwie hängen geblieben. Er hat einige wohl geratene Kinder und eines davon studiert BWL, steht mit ihren 22 Jahren der F.D.P. nahe. Und ja, ich finde die alte Schreibweise irgendwie hübscher. Was so ziemlich das einzig hübsche an der ganzen Truppe für mich darstellt, die in meinem persönlichen Ranking knapp oberhalb der AfD rangiert. Die Kleine jedenfalls lernt gerade, wie man der Generation ihres Vaters den wirtschaftlichen Garaus macht, ganz im Sinne der reinen Lehre. Gut für sie und schlecht möglicherweise für uns, die wir eh schon durch die Zeit gefallen sind. Eine bescheuerte Zeit, in der die einen nichts mehr haben, andere wiederum daheim arbeiten sollen und so Restbestände wie wir mit altersschwachen Maschinen rummachen, aus Scheiße Bonbons zaubern und irgendwie die Kinder manchmal nicht mehr so richtig verstehen. Was der Liebe keinen Abbruch tut.

Und jetzt? Grünkohl zubereiten. Essen ist existenziell. Wohlan, frisch an`s Werk.

PS: Wenn schon 70er, dann richtig. Danke, Wim … das beste am folgenden Stück ist das Intro, der Rest – na ja. Mir fällt gerade nix besseres in die Hände, will ja noch in die Küche.

Soll für das nächste halbe Jahr reichen…

Samstag

Um 8 schon Katzensteine gekauft, mit einem Sack alten, ausgeleierten Schlauchschal vor `m Gesicht, der noch genug Luft zum atmen lässt. Anschließend heldenhaft noch einige Kleinigkeiten im Supermarkt besorgt, Outfit siehe oben. Die Eltern mit Erdbeeren, Blaubeeren, Tageszeitung und meiner ca. zehnminütigen Anwesenheit beglückt, anschließende sehr kurze Stippvisite bei Freunden im selben Dorf.

Brunch mit der Liebsten und – Nicht mein Tag auf dem Schirm. Ein auch vom zeitlichen Rahmen feiner Film zum Brunch, kein Klischee bleibt unbedient, tolle Szenen, rührender Klamauk. Gekonnt an Brötchen und Ei vorbei gelacht, Erinnerungen an meine Zeit mit dem Maurerporsche in den 80ern Revue passieren lassen. Bestimmt nicht meine beste, aber die verrückteste Zeit.

In meinem Kopf brummt es noch von dem Film gerade eben. So eine Ohrwurm-Melodie, im Film zwar nur kurz angespielt, aber sofort bei mir festgesetzt. Musik zum staubsaugen gleich…

Aber erst mal:

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Noch ein wenig einkaufen…

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Gut, dass ich ein Gemütsmensch bin. Also, will sagen, ich habe eines, von der Qualität dessen möchte ich im Zusammenhang mit vorweihnachtlichen Einkaufsschlachten lieber nicht sprechen. Jedenfalls bin ich wieder wohlbehalten daheim, der Kühlschrank ist voll und weder habe ich mich an wem vergangen noch umgekehrt. Nur eine halbe Stunde nahm die Parkplatzsuche in Anspruch, mit nur wenig Gefluche meinerseits, gut so (Hätte auch das Rad nehmen können, fühlte mich aber nicht ganz so in Form…). An der Supermarktkasse brauchte ich bloß eine weitere halbe Stunde warten, wie schön!

Ein kleines Highlight während des Wartens war der Moment, an dem ich schon fast ganz vorne war und mit mir der Typ hinter mir, dem laut einfiel, er hätte jetzt das Toilettenpapier vergessen. Da konnte ich hören, wie es in ihm denkt, welch Freude, noch einmal anzustehen … um keinen Preis, denkt es dagegen in mir. Lieber die Verdauung massiv einschränken oder nach allen möglichen nutzbaren Alternativen suchen (Putzlappen aus klein geschnittenen alten T-Shirts fänden so auch noch Verwendung), als noch einmal das Ganze… es juckt mich, das Thema mit meinem Hintermann auszudiskutieren, was ich dann aber lasse – bin gleich dran.

Wie war das mit der Geduld?
Muss mal meinen Bruder fragen…

Typisch Mann …

Nach der Arbeit mache ich das, was die meisten so machen. Steige in mein Auto und fahre heimwärts, den inneren Blick auf mögliche Besorgungen gerichtet. Der Supermarkt liegt gleich am Weg, mal eben schnell, denke ich, während ich einen Parkplatz suche.

Der Einkauf ist zügig zusammengestellt, mir sind Einkäufe eigentlich ein Angang, andererseits aber auch eine gute Gelegenheit, ein paar andere Gesichter zu sehen, abseits der teils Jahrzehnte-lang vertrauten Antlitze. Wobei sich der Unterhaltungswert in engen Grenzen bewegt. Den Mienen nach zu schließen, hat keiner die rechte Freude am Geschehen. Oder den Kaffee auf vom Tag an sich. Wahrscheinlich beides..

Das Finale kommt, wie immer, an der Kasse. Es sind schöne neue Kassen installiert, intuitiv stelle ich mich natürlich an die falsche Kasse, also dort, wo mindestens drei Rentner Tonnen von Kleingeld sorgfältigst abzählen und mindestens ein Kartenzahler irgend einen Punk mit seiner EC-Karte hat. Endlich bin ich an der Reihe, mein Zeug wird am Scanner vorbei gezogen. Hinter mir wartet eine Dame, vielleicht ein paar Jahre jünger als ich. Schon länger habe ich sie gerochen, sie hat ein etwas ausgefallenes Parfum. Ein wenig verkniffen wirkt sie, fast unablässig in ihr Smartphon starrend, während ihre Tochter (oder eher Enkelin?), vielleicht 6,7 Jahre jung, das Kassenband mit Einkäufen bestückt. Weil sie kaum darüber schauen kann, liegt einiges etwas quer und fällt in Richtung der Kassiererin, als das Band wieder mal anläuft. Die Gute hinter dem Band an der Kasse hat es eh nicht leicht, mit ihrer Leibesfülle wirkt sie in dem eher engen Kassenverschlag ein wenig deplatziert, wenigstens verhindert ihre Statur die Weiterreise der sich auf Irrwegen befindlichen Ware nach ganz unten.

Mein Zeug ist durch, bis auf den kleinen Beutel Zwiebeln. der nicht zu scannen geht. Oweiah, denke ich mit Blick auf die Schlange hinter mir, gleich hat mich hier keiner mehr lieb, während die Kassendame vergeblich die Kollegen nach dem Preis von den Zwiebeln befragt. Weil keiner Bescheid weiß, mich selbst eingeschlossen, zwängt sie sich mühsam aus ihrem Verschlag, um die Kollegen aus der Gemüseabteilung zu befragen, während ich in eine andere Richtung schaue, um mögliches Grinsen zu unterbinden. So wendet sich mein Blick nach hinten, trifft den Blick der Dame hinter mir. Die wirft mir einen sehr langen, ebenso wissenden wie missbilligenden Blick zu und meint dann tatsächlich etwas wie „typisch Mann“ von sich geben zu müssen. Gespielt entrüstet lege ich meinerseits los: „Das Zeug ist einfach Scheiße ausgezeichnet, muss nix gewogen werden, Sack Zwiebeln, Stückpreis – von wegen typisch Mann ...“, während die Kleine im Anhang umher hüpft und lustig nachplappert: „Typisch Mann, typisch Mann, hihi ..“ Hat das Gör wieder etwas für`s Leben gelernt, denke ich, während mein Gegenüber mich neckt, kumpelhaft mit der Schulter anrempelt, ein mildes Grinsen im Gesicht. Während wir unseren Spaß haben, kommt die Kassiererin zurück, locht sich wieder in ihren Verschlag ein und endlich kann es an`s Bezahlen gehen, bar und ohne Kleingeld.

Ein feiner Wortwechsel, denke ich.
Immerhin überhaupt irgend eine menschliche Begegnung heute.

Was den Feierabend ein wenig abrundet.

~

 

Auf, auf !

Gleich ist es soweit. Ich darf Christtagsfreuden besorgen gehen. Es gibt schließlich zweieinhalb (!) Tage nix mehr zu kaufen. Wobei gehen relativ ist, der tapfere Held fährt lieber. Mit dem edlen Stahlross Drahtesel. Also frisch gestärkt hinein in das Rüstzeug, das treue Tier gesattelt, die Packtaschen verzurrt und sorgfältig die scharf geschliffenen Sporen angelegt. Das sind im übrigen Sonderanfertigungen, sie passen auch an alle gängigen Einkaufswagen. Schön vorne dran …

Ich wünsche euch ebenso viel Freude
bei den Weihnachtsvorbereitungen !

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*

Isser jetzt anders als Didl?

Nach dem letzten Eintrag beim Wassertiger bezüglich meiner Eindrücke vom letzten Discounter-Besuch wurde verstärkt eine Lanze für die Ekade-Märkte gebrochen, was Freundlichkeit angeht.  Was mir ein Grinsen in`s Gesicht treibt, erinnere ich mich doch an eine kleine Episode, die vielleicht so zwei Jahre zurück liegt und nichts mit den dort Angestellten zu tun hat.

Unser nächstbester Ekade-Markt ist eingebettet in ein Einkauf-Zentrum. Dort gibt es fast nur Laufkundschaft, also viele Kunden mit wenig Waren. Und eng ist es dort auch, sehr eng gerade im Kassenbereich, wenn man nach vollbrachter Tat sein Zeug verstauen möchte.

Gerne suche ich mir hierfür mangels Packtisch eine leere Kasse aus. Die gibt es aber an diesem Tag nicht und so stehe ich an einem Leergut-Automaten (dort lädt eine kleine Ablage zum abstellen der Tasche ein) und packe meine Habseligkeiten in den Rucksack. Kommt ein altes Mütterlein und fordert sofortigen freien Zugang zum Automaten. Ich entgegne ihr, sie möge doch bitte einen Moment warten, gleich wäre ich soweit. Das ist ja wohl die Höhe… tönt es in mein Ohr. Was ich mir einbilden würde und so weiter. Woraufhin ich immer noch so freundlich wie mir möglich sage, dass sie nun warten möge, bis sie an der Reihe wäre. Dann kam er, dieser Satz.

Sagen Sie mal, sind sie eigentlich verheiratet?
??!

Mir schwillt der Hals an, weil ich ahne, worauf die Alte hinaus will. Wer nimmt denn wohl so was wie mich, will sie mir suggerieren. Ego und Macho in Reinkultur oder so. Vielleicht erinnere ich sie auch an irgend einen Verflossenen, was mir in dem Moment allerdings wurscht ist. Also entscheide ich mich dafür, sie zu füttern, zu bestärken in ihrem Bild von mir.

Das geht Sie, mit Verlaub, einen feuchten Scheiß an.

Wenn schon, denn schon. Der Rucksack ist eh mittlerweile gepackt und raus geht es …

*