Macht der Worte 3

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Zwischenablage

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Macht der Worte 2

Zwischenablage

Gefunden bei der altehrwürdigen Tagesschau. Erstes benannte das Staatsoberhaupt von Myanmar, letzteres stand für das syrische Staatsoberhaupt. Friedfertige Demokraten sind sie beide nicht, aber welcher Begriff kling besser …

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Die Tränen eines anderen weinen

Lyrik ist nicht meine Stärke. Eher Prosa … was nicht ausschliesst, dass ich mich gerne berühren lasse, von fein geschriebenen Worten.

Aja

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In die Schneise der Einsamkeit wachsen Mariendisteln zur Zeit,
zerkratzen die Beine, erschweren das Gehen.

Schwer zu verstehen sind die Bilder, die mir übertragen,
ohne zu fragen verwortet, verortet, gespiegelt auf mich.

Du kannst nicht weinen? Ich weine für Dich.

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Wie tankst Du Kraft?

So lautete die Frage eines lieben Menschen, nebenan beim blauen Buch. Die Antwort fällt mir immer dann schwer, wenn ich gerade müde, platt, mit den Nerven herunter bin oder mich schlicht sehr leer und dunkel fühle (der schwarze Vogel lässt grüßen). Zustände, die Gott sei Dank nur temporär sind und nicht dazu neigen, sich zu manifestieren. Eigentlich ist es schon einiges, mit dem ich weder zu Kräften finde. Hier also mal der Versuch, dieses in loser Folge zusammen zu schreiben.

Gutes Essen, gerne selbst gemacht, ist immer hilfreich.
Licht, Luft, und Bewegung wirken Wunder.
Musik, mal still, mal wuchtig, immer intensiv.
Bücher – regen den Geist an, oder, je nach Genre, ab.

Aber auch die so genannten Kleinigkeiten bauen ungemein auf. Meine allmorgendlichen Übungen für Leib und Seele. Der Geruch und Geschmack von frisch gebrühten Sencha-Grüntee. Sinnlichkeit auf allen Ebenen, so auch der Duft von ätherischen Ölen, gerne Jasmin mit Ylan-Ylan.  Berührung  – sei es in der direkten Begegnung oder visuell hier beim lesen und schreiben. Das Gefühl von Dankbarkeit, berührbar zu sein, weil ich weiß, wie es sich anfühlt, unberührbar zu sein.

Alles zusammen schon eine ganze Menge, wie ich finde. Alles zu seiner Zeit und gemeinsam hilft es, den schwarzen Vogel zu besänftigen. Schimpfen hilft nicht, und fort will er auch nicht. Soll er also bleiben, wo er ist, auch, wenn wir keine Freunde werden, können wir doch miteinander auskommen.

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Kunden-Hotline

Ja, Hallo und guten Tag, mein Name ist … und ich möchte nach dem Verbleib meiner Bestellung fragen. Kundennummer … Bestellnummer, ok. Kurzes Schweigen am anderen Ende, dann kommt die Frage: Was genau hatten Sie denn bestellt? Hmm, denke ich, wieso fragt sie, hat sie doch alle Daten und kann am Schirm alles ablesen. Angesichts des Umstandes, das meine Bestellung schon drei Wochen zurück liegt, und auch, weil niemand auf meine schriftliche Nachfrage von letzter Woche reagiert hat, werde ich leicht ungehalten.

Kalender, sage ich. Gelassenheit (!)2018, mit Spiralbindung. Oh, tönt es freundlich und unbekümmert an mein Ohr, die waren in Verzug, sind aber am Montag rausgegangen. Könnt ja wenigstens mal Bescheid sagen, meckere ich. Gelassenheit 2017 sei nämlich schon recht verbraucht und außerdem in Kürze nicht mehr aktuell, merke ich ungehalten an.

Die interessante, dunkle Frauenstimme mit leicht polnischen Akzent am anderen Ende meint, Machen Sie sich bitte keine Sorgen, Gelassenheit 2018 sollte dann heute oder morgen bei Ihnen eintreffen. Ansonsten möge ich mich nochmal melden.

Wir verabschieden uns freundlich und ich beschließe für mich, mit der 2017er Rest-Gelassenheit sinnvoll und überlegt zu haushalten.

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Vergangenheit oder Gegenwart

„Sicher wäre ein freier Samstag für viele ein schönes Geschenk, aber für viele auch ein Fluch. Die meisten Menschen leben ohnehin auf der Flucht vor sich selbst. Ihnen wäre ein fehlender Arbeitstag kein Segen, sondern die Leere würde noch vergrößert. Und die trostlose Flachheit, mit der die meisten ihre freie Zeit vertrödeln, würde noch stärker zu Tage treten.“

Heinrich Nordhoff, VW-Chef, 1955

Heute sind die Methoden geschickter. Unsereins wird nicht mehr pauschal für flach und vertrödelt erklärt, sondern zum einen knapp gehalten, was mehrere Arbeitsstellen forciert. Andererseits wird uns vorgegaukelt, was wir alles haben sollten, um auf der Höhe der Zeit zu sein, oder besser, die wenige verbleibende Zeit mit eben jenen Segnungen flach zu vertrödeln.

Passt schon, Herr Nordhoff (R.I.P.)
Es kommt niemand auf dumme Gedanken.
Politik oder so … keine Angst.
Wir sind beschäftigt.

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