Kurz vor Vier

Wach bin ich, ohne die Augen öffnen zu können, blind greife ich nach dem Lichtschalter und lehne mich für einen Moment noch zurück, blinzelnd schalte ich die Wecker aus. Es dauert nicht lange, dann kommt die große Kleine an, konditioniert vom Licht. Ich strecke meine Arme aus und sie lässt sich nieder, sie liebt nackte Haut sehr.

So startet der letzte Werk-Tag des alten Jahres sehr gemach, draußen rüttelt ein warmer Wind unregelmäßig an den uralten Rolladen unserer Burg, Die Kleine lässt ihr dunkles, rhythmisches Schnurren ertönen, ohne Punkt und Komma, während sie auf meinen Armen döst.

In solchen Momenten muss ich gerade nichts, ich darf sein, ich bin. Vieles ist zu tun und kann doch warten. Oder ersatzlos ausfallen. Wie zum Beispiel die Hatz nach irgendwelchen Geschenken. Ein befreites, friedvolles Gefühl macht sich in mir breit, die nicht zu belegende Gewissheit, dass sich alles findet und gut ist, wie es ist.

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Diese frühen Stunden

Allein mit meinem Atem.
Mal knackt eine herunter gefallene Wollnuss auf der Straße
unter den Füßen eines Frühaufstehers.
Kaum ein Mensch zu sehen, in dieser frühen Stunde.

Selbst die Katzen dösen, satt wie sie sind.
Zeit zum Frieden sammeln.
Zeit für mich.

Der Trick ist,
den gesammelten Frieden gut einzuteilen,
über den Tag.
Auf dass des Abends noch etwas übrig sei.