Nichts besonderes

Die Fell-lose Mitbewohnerin schläft noch und meine morgendlichen Rituale sind durch. Ich hätte Lust auf Brötchen, aber keine Lust auf die Schlange vor`m Bäcker. Mal sehen, wie das Pendel ausschlägt. Ansonsten braucht es noch Grünfutter, Gemüse eben, das bekomme ich auf dem Markt. Die unerledigten Dinge sind abgearbeitet, so allmählich kehrt Ruhe ein, neben dem Alltäglichen, Trivialen, Vermeidlichen, Unvermeidlichen.

Qualität der Stunde? Ein leerer Kopf, selbst der gewohnte Druck ist weniger spürbar, was eher selten vorkommt. Für eine Weile treten manche Sorgen in den Hintergrund, sei es durch meine gerade beendeten Übungen oder sei es der Anblick unseres tiefenentspannten Fellbabys, das ich gerade vom selbst benötigtem Bürostuhl auf`s Sofa in die Sonne gelegt habe, wo sie nahtlos weiter döst. So dann, von ein paar Kleinigkeiten, die noch zu besorgen wären abgesehen, kann Ostern kommen.

PS: Gestern gesehen, nach einem Tipp von nebenan:
Die rechte und die linke Hand des Teufels, 1969, auf Kabel 1. Fazit:

  • Alle paar Jahre ein flacher Italo-Western kommt gut.
  • Alle paar Jahre werbeverseuchtes Privatfernsehen ist immer noch grenzwertig zu ertragen.
  • Erschreckend, mit wie viel dümmlichen Pathos (schön platziert mitten im Werbeblock) das Volk auf die bescheidene Gesamtlage eingeschworen wird, # wirbleibenzuhause …
  • Reicht erstmal, für die nächsten Jahre.

Kunden-Hotline

Ja, Hallo und guten Tag, mein Name ist … und ich möchte nach dem Verbleib meiner Bestellung fragen. Kundennummer … Bestellnummer, ok. Kurzes Schweigen am anderen Ende, dann kommt die Frage: Was genau hatten Sie denn bestellt? Hmm, denke ich, wieso fragt sie, hat sie doch alle Daten und kann am Schirm alles ablesen. Angesichts des Umstandes, das meine Bestellung schon drei Wochen zurück liegt, und auch, weil niemand auf meine schriftliche Nachfrage von letzter Woche reagiert hat, werde ich leicht ungehalten.

Kalender, sage ich. Gelassenheit (!)2018, mit Spiralbindung. Oh, tönt es freundlich und unbekümmert an mein Ohr, die waren in Verzug, sind aber am Montag rausgegangen. Könnt ja wenigstens mal Bescheid sagen, meckere ich. Gelassenheit 2017 sei nämlich schon recht verbraucht und außerdem in Kürze nicht mehr aktuell, merke ich ungehalten an.

Die interessante, dunkle Frauenstimme mit leicht polnischen Akzent am anderen Ende meint, Machen Sie sich bitte keine Sorgen, Gelassenheit 2018 sollte dann heute oder morgen bei Ihnen eintreffen. Ansonsten möge ich mich nochmal melden.

Wir verabschieden uns freundlich und ich beschließe für mich, mit der 2017er Rest-Gelassenheit sinnvoll und überlegt zu haushalten.

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