Raus aus`m Haus

Bei dem guten Wetter gestern brechen die Liebste und ich am Nachmittag auf, eine Runde über`n Engelnberg drehen. Von der Gathe über die Holsteiner Treppe hin zum Platz der Republik, den die Alten immer Exe nennen, vom ehemaligen Exerzierplatz, weiter über die Engelnbergtreppe hin zur Hardt, der größten innerstädtischen Grünanlage hier.

Und ja, ich mag den morbiden Charme dieser Stadt. Macht mir die Stadt nicht zu beliebt und lasst es mit dem neuen Hauptbahnhof gut sein. Keine Lust auf zuviel Geld, welches sich hier breitmachen wird, sollte es zu hübsch werden. Keine Lust auf Verhältnisse wie in anderen, benachbarten Großstädten am Rhein und anderswo. Noch ist die Stadt lebenswert …

Sommerzeit

Ich mag diese Eisdiele, ein paar Straßen weiter. Diesen blitzsauberen winzigen Laden in einer engen Seitenstraße, mit den genau zwei Besuchertischchen. Hier ist die Zeit noch ein wenig stehen geblieben, und – man lebt Tradition, man kennt sich. Erkennbar zum Beispiel an diesem alten Mann, der nach einem gebrummten Gruß schweigend an dem einzigen freien Tisch Platz nimmt – schweigend bekommt er von der Bedienung seinen Amarena-Becher mit Sahne kredenzt, eine gefrorene Selbstverständlichkeit, ohne große Worte. Braucht es hier nicht, der Talbewohner an sich liebt keine überflüssigen Worte. Bloß kein Gedöns, wie es heißt. So wie Moin im Norden zur Begrüßung reicht und Moin Moin schon als Gesabbel gilt.

Ich mag unsere Ferienwohnung, mit den vielen Büchern, den bunt zusammengewürfelten Möbeln, der planmäßigen, kreativen Unordnung – selbst Katzen gibt es hier und man spricht deutsch. Das müssen echt nette Leute sein, die sonst hier wohnen. Von hier aus erkunden wir neugierig wie immer das nähere Umfeld und zu sehen gibt es immer etwas.

Erwähnte ich, dass wir dieses Jahr im Tal der Wupper Sommerfrische genießen?

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