Montag, 210614

Ein arbeitsfreier Tag, der zum Teil den Eltern gewidmet ist, zum Teil dem Haushalt. Es bleibt auch noch Zeit zum still sitzen und nach Möglichkeit nichts zu denken. Gute Sache, das liebe ich an den Katzen, ebenso ihr Talent, ihre persönliche Meditations- oder Dröselzeit von jetzt auf gleich zu unterbrechen, weil gerade etwas wichtiger wird. Nur die Objekte der Begierden unterscheiden sich nicht unwesentlich. Jedenfalls fühle ich mich ihnen sehr verbunden, manchmal, beim Löcher-in-die Luft-gucken, den Geist fliegen oder auch irrlichtern lassen, abseits von all den wichtigen Dingen des Tages.

Sonst so? Vom gestrigen Sonntag bleiben noch ein paar Bilder von der kleine Runde gestern. So `n Farbklecks zum Beispiel, auf dem katholischen Friedhof Hochstraße, hier im Tal der Wupper.

Oder ein Grabschmuck, der mich verweilen ließ, weil so noch nicht gesehen. Das Grab einer Frau mit einem langen Leben. War sie weit gereist oder in mehreren Ländern zuhause? Verstand sie sich als Kosmopolit, als Weltenbürger? Ihre Angehörigen werden es wohl wissen.

Bizarrer Baumwuchs…

Und – ein Teil des Schreibers Antlitz, Produkt der dröselden sonntäglichen Muße. Wenn schon absichtslos hochgeladen, darf es auch zur Schau gestellt werden. Einzig die sich verändernde Farbgebung stimmt nachdenklich, wird doch aus dem melierten Irgendwas so langsam ein fettes Grau.

Von wegen dröseln 😉

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Sonntag, 210613

Gestern Abend, gegen Sechs. Es gibt noch etwas zu erledigen, Post wegbringen, Sachen abholen, profane Gründe, das Haus zu verlassen. Ich staune über die vielen Menschen, die offenen Läden, die vollbesetzten Biergärten, das pralle Leben. Glückseligkeit allerorten und ich bin es nicht mehr gewohnt. Menschenansammlungen machen mir Unwohlsein oder verstärken Vorhandenes, je nach Blickrichtung. Sind sie echt, die Gesichter mit dem halben Liter Weizen im Gesicht oder der dicken Eiswaffel? Mich reizt es nicht, auch mit Blick auf die Zettelwirtschaft, digitale Wüste. Zu laut, zu voll, zu aufgesetzt, zu ungewohnt wirkt die Stimmung auf mich. Die Mitternachtsseele vermisst den kühlenden Schatten und flüchtet sich in St. Laurentius

Es ist Messe, in jeder zweiten Bank sitzen einige wenige Menschen. Maskiert möchte ich Platz nehmen, jemand sagt HALLO, eine nette junge Frau nötigt mich freundlich, aber bestimmt zur Adressabgabe. Ich schüttle den Kopf und wende mich um zum gehen. Als ich fast schon wieder draußen bin, höre ich sie, mir folgend. Hallo, Sie können dort sitzen, wenn Sie möchten… und zeigt auf eine Bank ganz hinten. Die Katzenbank für Menschen wie mich. Und so nehme ich einen Moment Platz, kann zwar nichts von der Show weiter vorne sehen, aber hören, das reicht mir. Liturgien sagen mir nichts, und das aufgeblähte Drumherum der Katholen erinnert mich irgendwie an die Sonne, das Weizenbier, die Gesichter. Nach einigen Minuten gehe ich.

Es ist nicht nur Messe, auch eine überregionale Veranstaltung, wie mir ein Infotisch im Eingangsbereich sagt. Beim gehen schaue ich die beiden Kärtchen, die ich eingesteckt habe, weil sie mich ansprechen.

Mit Blick auf den Trubel denke ich an Geistliche, die sich wundern, wo die Menschen bleiben. Vielleicht – wenn mehr Klartext über unser aller Befindlichkeiten gesprochen würde, hätte eine Messe bessere Chancen gegen Weizenbier, Eis, Currywurst, Hedon in allen Farben. Keine Ahnung, vielleicht liegt es an der Mitternachtsseele, die sich aus gegebenen Anlass gerade verstärkt mit Verfall, Tod, mehr oder eher weniger erfüllte Leben und dergleichen auseinandersetzt, aber auch ihr gefällt die etwas befremdliche Sonne.

Apropos Mitternachtsseele…

Ich mag die Sonne, die Palmen und das Meer
Ich mag den Himmel, schau‘ den Wolken hinterher
Ich mag den kalten Mond, wenn er voll und rund
Und ich mag dich mit einem Knebel in dem Mund
Ich mag volle Gläser, die Straßen wenn sie leer
Ich mag die Tiere, Menschen nicht so sehr

So, und weil der Schatten nie das letzte Wort haben soll, noch ein paar Licht-Bilder zum Schluss, abseits vom Trubel auf dem Laurentius…

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Sonntag, 210530

78

Heute vor 78 Jahren – der Tag, an dem meine Eltern für den Rest ihres Lebens paralysiert und traumatisiert werden sollten. Die Welt ist zwar nicht gleich untergegangen, wie später behauptet, aber es hat schon gereicht, für ein paar Tausend Tote mehr sowie für weitere unzählige schwerst traumatisierte Seelen, denen an diesen Tag noch mehr ihrer eh schon spärlichen Möglichkeiten der eigenen Entwicklung genommen wurden. Es lohnt sich also, dem zu gedenken, nicht nur aufgrund meiner eigenen Entwicklung als Kriegsenkel, dem es zwar physisch an nichts mangelte, der dafür jedoch Nacht für Nacht mit den entsprechenden Bildern und Träumen versorgt wurde. Der, obgleich so gut wie nicht über den Krieg gesprochen wurde, mit einem riesigen schwarzen Schatten aufwuchs. Es gibt Welten jenseits der Worte…

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Sonst so – Bratwurst.

Nein, kein geschreddertes Tier im Naturdarm, sondern eine Ortslage in Wuppertal. Da war ich gestern, auf einer für meine Verhältnisse etwas größeren Runde von 12500 Schritten und knapp 9 Km. Wird langsam besser, meine Kondition. Wer will, kann mir auf der Karte via GPX folgen, falls..

In der Bildmitte unsere Friedhofskirche, nebenan…

Nach dem Vogelsang – ich liebe diese uralte Deutsch 🙂 , ja danach kommt das Sonnenbad, für Mensch und Tier…

So gesehen an der Böschungsbefestigung unserer Nordbahntrasse.

Und – Glaskugel, wir so – Anno 204X.

Eine gute Alternative wäre, früher loszulaufen. Allein die Füße sind so schwer…. Einen guten Sonntag allseits.

Pfingstsonntag, 210523

Allein mit zwei Katzen und meinen Gedanken, die Liebste ist das große Kind besuchen. Ich hätte können mich verabreden, tat ich aber nicht. Irgendwie war, ist mir nicht danach. Stattdessen lief ich, gestern und heute, die Hügel hier herauf und herunter.

Bilder von gestern, GPX hier, den Nützenberg herauf und herunter:

Die Schwebse – seit dem untauglichen Versuch aus einer ehemals durchaus alltagstauglichen Museumsbahn ein HighTec-Gefährt zu bauen, leider eine Dauerbaustelle. Derzeit fährt sie nur an den Wochenenden, um den Touris Funktionalität vorzugaukeln. Aber immerhin.

Wenn man, so wie ich, gerne Gedanken-verloren den Blick auf den Boden richtet, sieht man komische Dinge, die postwendend die Aufmerksamkeit weiter nach oben richtet…

Bekannter Weise fallen schon mal Sachen herunter, aber die hier scheinen schon etwas länger dort zu liegen. Weiter oben sieht jedenfalls alles frisch aus …

Eine der trostlosesten Ecken im Tal…

Anregung zum Nachdenken…

Downtown schwarz-weiß…

Heute ging es auf der Königshöhe ein wenig bunter zu, wieder mit GPX, hier:

Blick von weiter unten auf den Südhang…

Bunte Blüten für die Soldaten

Der Turm, zugewachsen und leider nicht zu besichtigen.

Die Stadt wirkt weit fort, was gut 100 Höhenmeter so ausmachen…

Da isser wieder, der weithin sichtbare Schlot vom Elberfelder Kraftwerk.

Und – ich wollte ihn immer schon mal fotografieren, weil ich genau so einen mit 20 mal selbst gefahren habe. Die Farbe stimmt, nur war der meine ein „Caravan“, also die Kombi-Variante. Praktisch, in dem Alter, beim damaligen spontanen Übernachten im gelobten Land.

Sonst so? Letzen Dienstag hatte ich meinen ersten Impftermin, mit Biontec – für mich sehr gut verträglich, nur der Arm schmerzte leicht am nächsten Tag. Ende Juni dann der Zweite und dann ist das Thema bis zur Auffrischung im nächsten Jahr hoffentlich erstmal durch. Wobei mir die allgemeine Aufregung gestohlen bleiben kann, mich reizt keine Gesellschaft derzeit. Außer die Familie, die leider gut im Land verteilt lebt, gegenseitige Besuche dürften im Sommer wieder drin sein. Ne heiße, aushäusige Pizza fände ich auch wieder mal gut, abwarten.

Bis dahin …

Wünsche frohe Pfingsten, allseits.

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Nachtrag von Pfingstmontag – vor dem großen Regen: Runde durch den Kaiser-Wilhelm-Hain mit Blick auf die Stadt, GPX hier.

Freitag, 210514

Vorfreude im Tal.

Die Online-Variante der örtlichen Tageszeitung frohlockt mit der Headline: Gastronomie in Wuppertal: „Wir machen wieder auf, wenn wir dürfen“ Und – Auf welches Café freut ihr euch am meisten? In meinem Kopf – ich weiß nicht genau warum, vielleicht mit Blick auf diverse körperliche Gebrechen irgend eine Freud´sche Fehlleistung – denkt es „Cafe Kaputt“ Das gab es hier wirklich mal, hat vor, ich glaube gerade mal 40 Jahren leider dauerhaft schließen müssen, nach diversen Razzien, die aufgrund komischer Kräuterfunde immer wieder temporäre Schließungen nach sich zogen, bis der Geduldsfaden der Ordnungskräfte endgültig riss. Der Laden stach aus der damaligen Kneipenlandschaft optisch ein wenig hervor, ein ehemaliges Ladenlokal mit großer, schwarz gefärbter Fensterfront, darauf ein in Pink mit vielleicht 2m Durchmesser etwas überdimensionierter nackter Arsch. Das Interieur schlicht, rohes, Bier-getränktes Holz, jede Menge Dreck und das Publikum trug langes Haar, zerrissene Jeans sowie Armee-Parker aus dem US-Shop. Kein Wunder, dass die Bullen hier in den verruchten 70ern ihren Spaß hatten.

Wer heute so wie ich gerade die Suchmaschine der Wahl nach Cafe Kaputt suchen lässt, stößt auf jede Menge Reparatur-Cafes. Zeiten ändern sich eben, mit ihnen die Begrifflichkeiten. Früher waren wir die Kaputten, rein äußerlich zumindest, heute geht es eher um Toaster oder Waschmaschinen, die nicht mehr so wollen, wie gewünscht. Gute Einrichtungen, wie ich finde, bieten sie doch Hilfe zur Selbsthilfe, stemmen sich gegen den Konsumterror, helfen Geld sparen und dümmer wird davon auch niemand.

Sonst so? Eigentlich habe ich heute frei. Uneigentlich nicht, mit Blick auf eine Menge Arbeit und dem ersten Impftermin nächste Woche, (Achtung, kein Drängler, sondern enge Kontaktperson pflegebedürftiger Menschen), der möglicherweise kurzzeitige Unpässlichkeit nach sich ziehen könnte. Und damit ich nicht allein hier werkele, was auch nicht so ganz legal ist, hat mein lieber Kollege versprochen, auf mich aufzupassen und ebenfalls seinen freien Tag geopfert. Kommt locker gegen Acht, ich bin schon zwei Stunden hier, erstes Hemd satt durch. Mahlzeit, sage ich und grinse. Hätt drei mal tot sein können … untermalt mit vorwurfsvollem Blick. Och, sagt der, ich hätte dich schon wiederbelebt und deutet ein paar gezielte Fußtritte an. Steh auf, du Simulant… getz übertreibse abber…

Müßig, zu erwähnen – wir lieben uns sehr.

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Sonntag, 210425

Ausgeschlafen – ein gutes Gefühl. Die Welt da draußen, also außerhalb unserer Wohnhöhle, hat derzeit etwas extrem Schräges. Die Niki hat das gut ausformuliert, brauche ich nichts mehr hinzufügen. #Alles dichtmachen? Hier kann man meine Meinung dazu hören & sehen. Ist eh so ziemlich alles schon gesagt worden, nur nicht von mir. Kann in Teilen auch so bleiben. Gefährlicher verbaler Schrott in flachem Wasser von Künstlern, die vorgeben, sich für weniger Bekannte ihres Schlages einzusetzen. Kommt hin, denke ich, wenn vielleicht auch nicht so, wie von den dümmlichen Protagonisten erhofft. Sollten selbst die Öffentlich-rechtlichen irgendwann mitbekommen, das blanker Zynismus im Gewand der selbstdarstellerischen künstlerischen Freiheit nicht ganz so gut beim gemeinen Volk ankommt, werden möglicherweise mal neue Nachwuchstalente gesucht werden müssen. Eine gute Idee, wie ich finde, notleidenden Künstlern wirklich zu helfen. Von daher, weiter so, es wird!

Ausgangssperre – um kurz vor 10 gestern Abend war hier noch richtig was los, eine halbe Stunde weiter ist alles leer. Bis auf eine Frau mit Hund, die mich auf meiner Loggia freundlich grüßt. Gute Sache, so ein Hund, jetzt, denke ich. Und wundere mich über mich selbst, wieder mal. Bin nie des Nachts spazieren gegangen, zumindest die letzten Jahre nicht mehr, weil ich für gewöhnlich viel zu müde um die Zeit dazu bin. Jetzt, auf einmal, wo es verboten ist, habe ich tierisch Bock darauf, allem Verstand zum Trotze. Um 5 nach 12, wohlgemerkt, nicht vor Mitternacht, das wäre uninteressant. Freue mich im Geiste schon auf das Ordnungsamt, die ich spontan einlade, mir die Bude aufzuräumen. Nur in meinem Kopf, wo auch sonst. Ist er doch noch da, der alte Anarcho, manchmal eine beruhigende Feststellung.

Sonst so? Paar Bilder von meiner gestrigen Runde durch den Kiez, Frühling gucken. Hat was, am hellerlichten Tag…

Sonntag, 210418

Im Bad höre ich Radio, ein Bericht über die kanadischen Ureinwohner, die sich zunehmend mehr ihrer ursprünglichen Kultur besinnen. Gestern noch sehe ich eine Doku über die so genannte Identitäre Bewegung, die nach außen hin ähnliches anstrebt. Und dann sehe ich Menschen in Deutschland auf der Straße, die mit den stilistischen Mitteln der amerikanischen Ureinwohner (oder aus irgend einem anderen Erdteil entliehen) die Herausforderungen des Jahres 2021 hier in Germanien bewältigen wollen. Aha. Mir wird ein wenig schwindelig dabei … Wobei auch ich ein Mensch bin, der feine Schwingungen wahrnehmen kann, gute und weniger gute Energien spürt, allem nach außen manchmal dargestellten Habitus zum Trotz.

Sei`s drum, es darf und muss ein jeder für sich selbst herausfinden, was passt. Vielleicht täte uns allen eine kulturelle Rückbesinnung abseits vom allgemeinen Taschen-füllen auch mal ganz gut. Und ein Blick auf die Millionen Menschen, die ihre Kultur hierher mitgebracht haben, geht auch in Ordnung. Mich beschäftigt schon viele Jahre eines: Was genau bleibt aus diesen vielen scheinbar so verschiedenen Kulturkreisen unseres Planeten übrig, wenn man alles Äußere gnadenlos eindampft, wenn man die, so scheint es, Sucht nach Unterscheidung der Menschen voneinander außer Acht lässt. Was bleibt im Kern übrig, dann? Wo liegen unsere Gemeinsamkeiten, der kleinste gemeinsame Nenner, wenn man möchte? Es gibt ihn, ich weiß es. Manche nennen ihn bedingungslose Liebe zu allem, was ist. Ein weites Feld…

Sonst so?

Gestern Abend war ich mal wieder draußen, Füße vertreten, unbekannte Ecken erkunden, gleich vor der Haustür. Wer will, kann mitlaufen (Spielerei mit dem GPX, interessiert sehr wahrscheinlich niemanden, fällt wohl in die alte Kategorie Guck` mal, was ich kann) Herausragen fand ich neben dem ersten zarten Grün und dem teils tollen Licht die Ruine des alten Turms, siehe Bilder, den ich noch nicht kannte. Solche Anblicke erinnern mich an Traumbilder aus sehr schlechten Zeiten. Auferstanden aus Ruinen…

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Ostersonntag, 210404

Jesu Auferstehung, der wird heute gedacht. Hier an der Zimmerdecke hängt seit genau einem Jahr ein mittlerweile arg trockener, aber gesegneter Zweig, der mir am Ostersonntag 2020 liebevoll aufgedrängt wurde, von ein paar alten Leutchen an einem ansonsten verwaisten Stand der Kirche am Laurentius, weiter unten. Damals ahnte ich schon, das Ding dauert länger und verschwindet nicht über einen warmen Sommer.

Gut, zu fühlen, nicht allein zu sein.

Sonst so? Wir sind zuhause. Das war nicht so gedacht, aber absehbar. Zuhause sein geht in Ordnung, obgleich uns der Sinn mehr nach weiter weg gestanden ist. Wem nicht … Zuhause sein ist in sofern zwiespältig, als dass es sich herumspricht, die unerwartete Erreichbarkeit erweckt Wünsche von interessierten Kreisen. Sei `s drum. Es bleibt alles in allem noch genügend Zeit, die wirklich das Prädikat frei verdient.

Gestern Abend nahm ich sie mir, die Zeit. Abendrunde rund um den Acker, wieder mit GPS, verspielt, wie ich sein kann. Nebenbei bemerkt machen mich solche kleinen Runden dankbar, nur kaputte Arme zu haben. Beine gehen noch so, im wahrsten Wortsinn. Immerhin kamen dank ihrer Unterstützung gestern insgesamt über 11000 Schritte zusammen. Und ein paar Bilder hat es auch:

Auf dem Rückweg, vorbei an unserer Friedhofskirche

Frohe Ostern 2021!

Sonntag, 210307

Aktuell: Brief geschrieben, nachzulesen HIER beim Wassertiger.

Kein Schnee, aber von gestern: Wieder eine Runde über bis dahin unbekannte Wege, gleich nebenan, dieses mal mit GPS. Eine Runde entlang der Autobahn, Berge und Treppen hinauf und hinunter, ungläubiges Staunen über die Behausungen und Gefährte mancher Menschen in einem durchquerten Bungalow-Viertel. Alles in allem knapp 2 Stunden bei 7 Km und ca. 10000 Schritten. Gute Kür.

Begegnungen dieses Mal nur wenige. Eine junge Frau mit Hund, der es sich nicht nehmen ließ, mich anzuspringen. Was dennoch einen netten kleinen Dialog nach sich zog, meine Frage nach dem Weg betreffend. Jaa, DA geht es den Berg hinunter, und wenn Sie DORT lang gehen – geht es auch den Berg hinunter. Vielen Dank, so genau wollte ich es jetzt nicht wissen – Gelächter und gegenseitige gute Wünsche, bezogen auf den weiteren Verlauf des Tages.

Ein Rentner mit schrägem Gefährt lud zum verweilen und plaudern ein:

Und – Heute hat eine junge Dame Geburtstag, den zweiten. Herzlichen Glückwunsch!

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Donnerstag, 210225, am Abend

Lockdown sei Dank.

Meist treiben mich liegengebliebene Dinge um. Steuererklärung, Reifen wechseln, Wohnung sauber machen, einkaufen, Katzenklo oder oder oder, Die Liste ist lang und heute nicht kürzer geworden. Um halb Sechs gehe ich noch eine Runde vor Tür, wie man hier sagt. Irgendwie schaffe ich es in letzter Zeit immer wieder, Wege und Pfade zu finden, die ich nicht kenne. Finde mich in fremden Quartieren wieder, obgleich ich nur wenige Kilometer von daheim entfernt bin. So auch heute.

Eindrücke:

Ein netter rotgesichtiger Kerl mit versoffener Stimme im Vorgarten, der mich freundlich, aber bestimmt darauf aufmerksam macht, dass es da nicht weiter geht. Dort schon eher, Fußweg und so, ich bedanke mich.

Ein junger Mann mit bunten tätowierten Unterarmen und schwarzen Vollbart lädt gerade sein Auto aus, ein Audi 80 aus den 70ern, in kotzpopelgrün, wie die Telefone damals. Ich grüße freundlich und frage nach der Teileversorgung für das Gefährt, immerhin über 40 Jahre alt. Kein Problem, reichlich, sagt der, und freut sich, mal jemanden zu treffen, der älter als sein Auto ist.

Ein großer Puschelhund in dezentem Grau kreuzt den Weg, samt Herrchen. Ludwig heißt er, der Hund, und kommt aus Bayern, versichert mir der rundliche Mensch mit breitem Grinsen im Gesicht.

So viele hellerleuchtete Fenster und so viele Kinder. Auf dem Rückweg gehe ich ein Stück über die Nordbahntrasse, weil es der kürzeste Weg ist und die Zeit voran geschritten ist – man könnte glauben, es gäbe keine Pandemie, so viele Menschen. Eine gefährliche Illusion, die aber niemanden zu schaffen machen scheint. Auf dem Bolzplatz unter der Brücke der A46, die die Stadt im Norden der Länge nach durchschneidet, plärren drei oder vier Getto-Blaster zeitgleich und eine Menge Kids kicken Bälle gegen den Beton und in die Körbe.

Fast 11 000 Schritte heute, persönlicher Highscore. Draußen sein tut gut.

Schaurig schön …