Sonntag, 220626

Ein loser Start in den Tag, allein mit den beiden Fellnasen. Hat auch seine Vorzüge in Sachen Zeiteinteilung. Die kommenden freien Tage machen sich darüber hinaus mit einer gewissen Leichtigkeit und auch Gleichgültigkeit bemerkbar. Wer mich näher kennt, weiß, das ist relativ zu sehen, je nach Temperament und inneren Zuschnitt. Eine Feder lebt Leichtigkeit in ihrem Flugspiel im Wind, ein Fels freut sich, wenn ihn die Sonne wärmt und Eidechsen auf ihm dösen. Meine Leichtigkeit ist jetzt gerade, die Wohnung mal so zu lassen, wie sie gerade ist, mit einer Menge Katzen-, Kopf-, und anderen Haaren. Fünfe werden dadurch nicht gerade, aber man kann ja mal so tun, als ob.

Die Zeit nutze ich, neue Wanderschuhe einzulaufen und nebenbei ein paar Bilder zu machen.

Zeit fließt, Katzen dösen,
Gedanken irrlichtern und lösen sich auf.

Und – Fundstück nächtlicher Wühlaktionen. Manchmal kann ich es nicht glauben, die eine oder andere Kapelle noch nicht gekannt zu haben, bis dahin. So wie die hier, Social Distortion, soziale Verzerrung – genannt auch Social D. – passt immer noch gut in die Zeit (Tschulligung, Leichtigkeit). Die gibt es tatsächlich schon seit Ende der 70er und sie machen immer noch Musik. Der Sänger ist mein Jahrgang und hat eine spannende Lebensgeschichte. Jedenfalls mag ich sein Auftreten und sein 1A-Genuschel. Das Filmchen ist 25 Jahre alt, neuere Bilder zeigen durchaus auch die Zähne der Zeit.

Love is a burning thing…

Zum Schluss – Danke, Roman Pestak, für unten stehende Zeilen.
Für ein dünnes Grinsen reicht es derweil schon.

*

Gegen halten

Das heißt nicht ignorieren, kompensieren oder schön denken. Die Welt ist, wie sie ist, und mir werden mit den Jahren die existenziellen Dinge immer vertrauter. Viel Moll und wenig Dur sozusagen. Was aber immer schon in mir so angelegt war. Kein ausgesprochener Hang zur Schwermut, aber ein beständiges sich-sorgen in Verbindung mit einem augeprägten Hang zum grübeln.

Sei es jetzt Erbgut (warum eigentlich -gut ? ) oder sei es meine Herkunft aus den dunklen, engen Wupperbergen, die schon immer solche Köppe hervor brachten. Das sich-sorgen-müssen wird so langsam weniger, mit zunehmenden Vertrauen in den großen Plan, der sich mir nach und nach erschliesst.

Gegen den sich abzeichnenden Schwermut hift manchmal nur das genaue Gegenteil. Mal ein Gläschen (wer Sorgen hat, hat auch Likör) trinken geht ja leider nicht mehr, wegen meiner Vergesslichkeit, das aufhören betreffend. Dagegen halten mit scheinbar völlig sinnfreier Leichtigkeit hilft schon eher und hat keine Nebenkosten wie das saufen. Manchmal animiert mich das pendeln zwischen diesen Polen zum schreiben, manchmal finde ich die Leichtigkeit, die mir gerne mal abhanden kommt, in der Musik.

So etwas hier zum Beispiel.

 

Ja, Belgien kann so viel mehr als Pommes und Pralinen.

Textprobe?

A one armed gogo dancer
a midget in a suit
riding giant pony’s
and wearin‘ western boots
a bare hand bull fighter
in fishnets and heels
your chubby cousin Pete
On a tractor with big wheels
Mehr davon hier

*