Gegen halten

Das heißt nicht ignorieren, kompensieren oder schön denken. Die Welt ist, wie sie ist, und mir werden mit den Jahren die existenziellen Dinge immer vertrauter. Viel Moll und wenig Dur sozusagen. Was aber immer schon in mir so angelegt war. Kein ausgesprochener Hang zur Schwermut, aber ein beständiges sich-sorgen in Verbindung mit einem augeprägten Hang zum grübeln.

Sei es jetzt Erbgut (warum eigentlich -gut ? ) oder sei es meine Herkunft aus den dunklen, engen Wupperbergen, die schon immer solche Köppe hervor brachten. Das sich-sorgen-müssen wird so langsam weniger, mit zunehmenden Vertrauen in den großen Plan, der sich mir nach und nach erschliesst.

Gegen den sich abzeichnenden Schwermut hift manchmal nur das genaue Gegenteil. Mal ein Gläschen (wer Sorgen hat, hat auch Likör) trinken geht ja leider nicht mehr, wegen meiner Vergesslichkeit, das aufhören betreffend. Dagegen halten mit scheinbar völlig sinnfreier Leichtigkeit hilft schon eher und hat keine Nebenkosten wie das saufen. Manchmal animiert mich das pendeln zwischen diesen Polen zum schreiben, manchmal finde ich die Leichtigkeit, die mir gerne mal abhanden kommt, in der Musik.

So etwas hier zum Beispiel.

 

Ja, Belgien kann so viel mehr als Pommes und Pralinen.

Textprobe?

A one armed gogo dancer
a midget in a suit
riding giant pony’s
and wearin‘ western boots
a bare hand bull fighter
in fishnets and heels
your chubby cousin Pete
On a tractor with big wheels
Mehr davon hier

*

10 Gedanken zu “Gegen halten

  1. Die existenziellen Dinge verweisen auf den Kern unseres Menschseins. Trinken, essen, einen Platz zum Schlafen, überleben oder auch nicht, den Raubtieren oder Krankheiten zum Opfer fallen. Sterben. Mehr ist Mensch eigentlich nicht und wenn wir mehr in einem Menschen oder uns selbst sehen, kommt es daher, dass wir ihn selbst zu diesem Mehr oder auch Weniger machen. Aber das wirklich Existentielle ist das alles nicht, das ist alles nur, einschließlich unserer Körper, Materielles, Schaumschlägerei, insbesondere unsere Molls und Durs. Das wirklich Existenzielle ist der Glaube an das Göttliche in uns und mit uns. Das kommt ohne Molls, Durs und Misstöne, ohne jeden Ton aus und bringt unsere Molls und Durs aus der Schwingung. Wir dürfen es nur nicht vergessen, es jedem Moll und Dur entgegenzuhalten. Das ist am Ende existenzieller als alles Essen und Trinken.

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    1. Manchmal habe ich eine Ahnung davon, was du meinst.

      Allerdings bin ich Mensch und als solcher kann ich in meiner Befangenheit nicht gut zwischen dem „Existenziellen“ und dem „wirklich Existenziellen“ unterscheiden. Gefühle, Befindlichkeiten sowie unsere körperlichen Bedürfnisse als Schaumschlägerei abzutun, finde ich dagegen reichlich abgehoben.

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      1. Im Bibelbuch Prediger ist, was ich meine, in 12 Kaptiteln beschrieben: Und entferne den Unmut aus deinem Herzen, und tue das Übel von deinem Leibe weg; denn die Jugend und das Mannesalter sind Eitelkeit. Weisheitsworte, wenn man sie hören will.

        Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass die Tageslosung heute aus Prediger stammt.

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  2. Du sprichst mir aus der Seele:

    Nonsense, gut gebracht
    so manche Freud‘ gebracht,
    die Birne und die Kniee weich,
    hoppla, welch ein ulkig Streich.

    … aber Pommes und Pralinen sind dennoch nicht zu verachten. Besonders letztere lindern die Seelenqual, wenn man sich zuviel Medienprodukte der Klassifizierung „Besonders wertvoll“ „reingezogen“ hat.

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  3. Meine Erfahrung ist, dass Nüchternheit und schön reden oder gar ignorieren nicht funktioniert. Es ist wie es ist und manchmal ist es trist, kalt und leer – das Leben halt mit all seinem Licht und Schatten.
    Musik hilft mir und das Wissen, dass dieser Zustand vergeht morgen vielleicht.

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