Und wieder Sonntag

So einer mit viel Sonne. Da denke ich, ein wenig mehr Regen wäre gut für die Erde, verbunden mit ein wenig mehr Sonne in den Herzen. Bei mir angefangen, wo sonst. Ja, die Zeiten sind unüberschaubar, verunsichernd und auch beängstigend. Merkwürdiger Weise macht es mit mir weniger als erwartet, weil innerlich vertraut. Mal `ne Krise von außen statt von innen – der einzige Unterschied ist teilweise verschiedene Herangehensweise. Akzeptanz und Annahme ist innen wie außen der erste Schritt. Äußere Krisen sind im Vergleich zu inneren Krisen mit einem höheren Grad an Anpassung verbunden und auch mit vergleichsweise größeren Risiken, gesellschaftlich.

Was hilft – neben Hoffnung, Glaube und Vertrauen: Ein bei aller Emotionalität etwas realistischer Blick auf die Dinge. Es ist nur ein VIRUS, keine Weltverschwörung, wie einige selbst aus meinem Umfeld zunehmend glauben. Natürlich gibt es Kräfte, die diese Lage für ihre Zwecke nutzen wollen. Und wieder – Vertrauen, hier auf die Gegenkräfte, ganz konkret unsere Verfassung und deren Vertreter. So lahm und quer, wie unsere Demokratie oft auch rüber kommt, mit ihrer Langsamkeit und föderalen Struktur, zu jeder Kraft gibt es eine Gegenkraft. Nicht nur in der Physik.

Hier ein guter, wenn auch langer Artikel zum Thema, für euch freigeschaltet auf

Krautreporter

Sonst so? Alte Rezepte wirken immer noch. Selbst ein maskiertes Lächeln bekommt Antwort, selbst eine freundliche Bemerkung hinter einer ehemaligen Unterhose im Gesicht findet Resonanz. Geht doch! Und ja, ich schreibe das hier hauptsächlich auch für mich, damit ich das nicht vergesse.

Denen hier ist die Gesamtlage übrigens wurscht. Wenn ich bei ihnen liege, spüre ich das. Positive Vibrations. Zumindest für eine kleine Weile …

Auch ja, falls es jemand vermisst …

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So Tage

Grundgereiztheit – so ist die Stimmung an der Oberfläche. Weil mich wie viele andere dieses gesellschaftliche Beschnitten-Sein nervt. Weil ich Einkaufen schon immer ätzend fand und nun erst mal so richtig. Weil manche Menschen meine Lebenszeit als persönliche Verfügungsmasse ansehen. Weil sich die Winterräder am Auto nicht lösen ließen. Das erste Mal im vergangenen Herbst die Räder aus Bequemlichkeit wechseln lassen und promt haben die Akteure vergessen, Kupferpaste oder ähnliches zur Verhinderung von Kontaktkorrosion zu benutzen. Jetzt muss ich in die Werkstatt, die Dinger auf der Bühne loskloppen lassen.

Wenn man nicht alles selber macht. So ein alter Glaubensgrundsatz, den ich natürlich (?) immer wieder bestätigt bekomme. Offensichtlich gibt es da noch etwas zu tun, für mich. Wenn sich mein Ärger legt, sehe ich wieder die Wahrheit hinter meinen persönliche, Ego-Wahrheiten. Weil ich mich gerne über meine verkackten Winterräder aufrege, das ist besser zu ertragen als die Trauer über den Zustand meines Vaters.

So. Zeit, mir mal klar zu machen, wie gut ich es eigentlich habe. Ich fühle mich wohl, daheim. Das ist nicht selbstverständlich und Grund zur Dankbarkeit. Dann hat es hier ausgesprochen liebenswürdige Mitbewohner, also meistens jedenfalls. Mit und ohne Fell. Das Fell-Baby schaute sich heute morgen sehr interessiert den gesegneten Zweig an, den ich am Lampenkabel unter der Decke gehangen habe. Potentiell außerhalb ihrer Reichweite, aber man weiß ja nie. So nahm ich sie mir erst einmal auf dem Arm und setzte sie in die Wanne, in der ich gerade eben ein Prachtexemplar von Silberfisch entdeckt habe. Eiweiß-Spielzeug zum vernaschen für die Kleine, das liebt sie sehr.

Und wir sie …

 

Wieder Sonntag

So heißen schon etliche Einträge hier, etwas einfallslos, aber sei’s drum. Meine Stimmung ist angesichts der Umstände eher gedämpft, positiv wirkt der gestrige Abend nach, Stunden, in denen Worte Gesichter bekamen, die Menschen dahinter aus der virtuellen Welt auftauchten.

Gleich beginnt der Tag mit Fassadenputz und den obligatorischen Übungen, zu denen ich mich manchmal überreden darf, was aber nicht lange dauert, vertreiben sie doch die trübe Stimmung, schaffen Erdung und Bewusstsein. Verbinden mich mit mir selbst und mit meinem Schöpfer.

Danke an der Stelle für das passende Bild, liebe N. 🙂

Und … Sonntag ist.

🐟

Wie tankst Du Kraft?

So lautete die Frage eines lieben Menschen, nebenan beim blauen Buch. Die Antwort fällt mir immer dann schwer, wenn ich gerade müde, platt, mit den Nerven herunter bin oder mich schlicht sehr leer und dunkel fühle (der schwarze Vogel lässt grüßen). Zustände, die Gott sei Dank nur temporär sind und nicht dazu neigen, sich zu manifestieren. Eigentlich ist es schon einiges, mit dem ich weder zu Kräften finde. Hier also mal der Versuch, dieses in loser Folge zusammen zu schreiben.

Gutes Essen, gerne selbst gemacht, ist immer hilfreich.
Licht, Luft, und Bewegung wirken Wunder.
Musik, mal still, mal wuchtig, immer intensiv.
Bücher – regen den Geist an, oder, je nach Genre, ab.

Aber auch die so genannten Kleinigkeiten bauen ungemein auf. Meine allmorgendlichen Übungen für Leib und Seele. Der Geruch und Geschmack von frisch gebrühten Sencha-Grüntee. Sinnlichkeit auf allen Ebenen, so auch der Duft von ätherischen Ölen, gerne Jasmin mit Ylan-Ylan.  Berührung  – sei es in der direkten Begegnung oder visuell hier beim lesen und schreiben. Das Gefühl von Dankbarkeit, berührbar zu sein, weil ich weiß, wie es sich anfühlt, unberührbar zu sein.

Alles zusammen schon eine ganze Menge, wie ich finde. Alles zu seiner Zeit und gemeinsam hilft es, den schwarzen Vogel zu besänftigen. Schimpfen hilft nicht, und fort will er auch nicht. Soll er also bleiben, wo er ist, auch, wenn wir keine Freunde werden, können wir doch miteinander auskommen.

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