Wort zum Sonntag

Sorry, ein klügerer Titel fiel mir gerade nicht ein 🙂 Wie die Lage ist? Wenn ich nicht gerade einkaufen muss, so wie jetzt, dann geht es. Falls doch, muss es auch gehen, aber wie… Laden betreten, schon sind die ersten 15-30 Minuten weg, draußen in der Schlange. Drinnen dann alles da – was ich gerade nicht brauche. Um mich herum vereinzelt Typen aus`m Mustopp, die mir immer noch zu dicht auf die Pelle rücken. Da wird schon ein jeder genötigt, eine Einkaufskarre zu verwenden – einer schafft es gestern, selbigen vorne angepackt hinter sich herzuziehen und mir so fein nahe zu kommen, grandios einfallsreich irgendwie. Vielleicht sollten wie alle rückwärts vor der Kasse anstehen, nur so, weil`s die Birne anregt und dann der Abstand wieder stimmt…

Zum einkaufen fällt mir noch ein, was so alles tief innen drin geschehen kann, wenn einem das von den Werbestrategen hoch gehaltene „Einkaufserlebnis“ plötzlich versaut wird, siehe oben, oder online durch mehrwöchige Lieferzeiten. Persönlich habe ich eh einen Hang zu „weniger ist mehr“, darum trifft mich das nicht in vollem Umfang, glaube ich. Lästig wird das alles nur, wenn auch ich gerade wirklich mal etwas brauche, wie zum Beispiel das weiße Gold in Papierform. Mein arabischer Kollege ist mir da ein große Hilfe, mal gibt er mir konspirative Tipps (Psst – um Eins kriegt Lidl `ne Lieferung, echtes Vierlagiges …) oder er lässt mich wohlwollend an den verborgenen Schätzen seines Kofferraumes teilhaben, fein hinter einer Sichtblende verborgen. Man hat schließlich schon für weniger ein Auto aufgebrochen. Selbst hat er einige Töchter und ein Frau, alle sehr reinlich, darum läuft er an den Kassen zur Höchstform auf, beim Bequatschen der Kassiererinnen, zwecks Erkundung des nächsten Lastwagens. Tausend und eine Nacht live, ich liebe ihn sehr, unabhängig von solchen Gefälligkeiten.

Sonst so? Die Stille da draußen hat etwas Surreales. Selbst darf ich vorerst in normalen Umfang weiter arbeiten – komme ich Nachmittags um Drei heim, ist das Quartier schon fast zugeparkt … unglaublich, wie viel Menschen daheim bleiben müssen. Macht mich sehr nachdenklich bezüglich der Folgen für uns alle, wobei ich glaube, es ist immer noch das so genannte kleinere Übel, im Vergleich zu einer unkontrollierten Ausbreitung dieser Viren… was mich persönlich sehr unruhig macht, ist der Umstand, neben dem Pflegedienst der Einzige zu sein, der sich noch um meine greisen Eltern kümmert (kümmern muss, darf…) Was ist, wenn … trübe Gedanken jagen sich. Nehme ich mir Zeit für Meditation und/oder andere Sammlungsübungen, geht es mir wieder besser. Es gibt keine Kontrolle, nichts ist wirklich von uns beherrschbar, alles Illusion pur. Vorsicht und Umsicht gehen, garantieren aber nichts. Grüße an`s Ego …

Und – zum Thema „In Verbindung bleiben“ – Videokonferenzen auch zu mehr als vier Personen gibt es hier gut beschrieben, teilgenommen habe ich schon, eine Konferenz eingerichtet noch nicht. In dem Zusammenhang – mittelpreisige Webcams sind allesamt ausverkauft und die Teuren haben zig Wochen Lieferzeit. Wohl dem, der noch altes Equipment hat…

Einen guten Sonntag uns allen.

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Jeden Tag drei Fragen, Tag 23

  • Was war die verrückteste Idee, die Du je hattest ? Hast Du sie umgesetzt ?

Definiere „verrückt“. Ich hatte eine Menge Ideen, die ich auch meist umgesetzt habe. Wofür „man“ mich teils für „verrückt“ gehalten hat. Heute weiß ich, dass die meisten meiner Mitmenschen alles für „verrückt“ erklären, was nicht in ihr Weltbild passt. Was mir wurscht ist. Meine Ideen pass(t)en in mein Weltbild … ergo hatte ich nie „verrückte“ Ideen, von so einigen Erfahrungen in jungen Jahren mal abgesehen.

  • Wie wärs: Für den Rest des Tages ohne Radio, Kopfhörer und Fernsehen ? Was hörst Du dann ?

Zunächst den eigenen Atem, der mich meine Befindlichkeit spüren lässt. Und über selbigen korrigieren lässt. Ansonsten finde ich das richtig nett von dir, lieber Programmierer, dass Du das Internet ausgespart hast 🙂

  • Muss man immer fröhlich sein ?

Müssen ? Gott bewahre ! Mir tun die Menschen leid, von denen das beruflich erwartet wird. Dann gibt es noch jene, die sich selbst „Fröhlichkeit“ auferlegen, sie zum festen Bestandteil ihres Habitus machen. Sie machen mich vorsichtig – auch ein Dolch kann lächelnd gestochen werden. An weniger guten Tagen schaue ich dann mal, wie belastbar eine solche „Fröhlichkeit“ sein kann.

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Stille

Lärm ist allgegenwärtig. Draußen vor dem Haus sind es die Autos und Lastwagen sowie die zahlreichen Passanten. Auf Arbeit ist es der Maschinenlärm. Der lauteste Lärm allerdings ist in mir. Die Unruhe, das Chaos der stets rotierenden Gedanken, die nur selten zum Stillstand kommen. Es gibt einige Tricks, mit denen ich wieder zu mir komme, wenn es zu arg wird, Atemtechnik ist ein gutes Mittel der Wahl. Körperhaltung ebenso. All dies zusammen mit meditativen Techniken kann helfen, die Zentrierung beizubehalten, bei mir zu bleiben, mich nicht vereinnahmen zu lassen vom inneren und äußeren Lärm.

Und – das Thema bewegt, so scheint es, viele Menschen.
Ein gutes Buch dazu ist „Stille-ein Wegweiser„, von Erling Kagge.

Darin lese ich gerade – gefällt mir.

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