Samstag, 220625

Urlaubszeit, seit gestern – was heißt, ein recht loser Tagesrhythmus und kein Wecker. Politik beschäftigt mich, es juckt zum schreiben, Stichworte Abhängigkeiten, von militärischen Schutz, von Energie, von inneren Frieden. Das lasse ich jetzt, vielleicht später, ich mag mir nicht den Morgen verderben.

Innerer Friede ist ja nicht nur gesellschaftspolitisch ein Begriff, sondern lässt sich trefflich aufs Individuum herunterbrechen. Das ist naheliegend, in diesen Zeiten. Ich mag Orte, die dabei unterstützen können, eben jenen inneren Frieden wieder zu sammeln. So wie diesen hier:

Need no attachment
My mind at ease
My mind at ease
My mind at ease
Gotta find my inner peace

Und – dann wäre noch die hier. Darf nicht fehlen. Sie weiß, dass sie da nicht hin soll. Allein es ist ihr Wurscht. Sie tut es dennoch, guckt frech und kommt heraus, wann es ihr beliebt, die Lilith, dunkle Seite des Mondes …

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Mittwoch, 220525

Geschäft & Moral
Achtung – Provokation & Polarisation

Die Ampel-Koalition hat eine neues Ziel in der Welt des Bösen ausgemacht: Nach Russland nun China. Alles richtig, Menschenrechte haben dort nicht so einen Stellenwert wie hierzulande. Wir sind also die Guten, zumindest besser, oder? Ok, ich will jetzt nicht noch weiter differenzieren, obwohl – geht es doch auf bayrischen und sächsischen Polizeiwachen möglicherweise etwas weniger nett zu als in „westdeutschen“ Wachen. Fallzahlen bitte und Faktencheck. Und Konsquenzen – wenn schon, denn schon.

Gehts noch? Ich will, dass die Menschen meines Landes in Lohn und Brot stehen. Hat eigentlich einer von euch selbsternannten Moralisten darüber nachgedacht, was hier so los sein wird, wenn alle Geschäfte mit Staaten, die erwiesenermaßen Menschrechte verletzen, eingestellt werden? Dann gibt es demnächst auch kein Gas mehr aus irgendwelchen Emiraten. Wie darf es dann anstelle dessen sein? Autarkie a la Holzvergaser oder was? Für mich gilt immer noch „erst das Fressen, dann die Moral.“ Und wer sich jetzt empört, hat gute Gründe dazu, so viel ist sicher. Viele von euch verurteilen mit Recht die Menschenrechtsverletzungen in den betroffenen Staaten, sind aber zeitgleich ebenso lautstark zu hören, wenn es darum geht, die territoriale Integrität eines Staates zu bewahren. Mal unter uns – kann mir jemand sagen, wie man zum Beispiel 1.4 Milliarden Menschen basisdemokratisch zusammenhalten soll? Glaubt das jemand? Ich nicht. Und nein, ein Knüppel ist auch für mich keine Lösung. Ich habe schlicht keine Lösung.

Ebenso keine Lösung kann es sein, dieses Thema dem rechten Rand zu überlassen. Überschlagsrechnung (Achtung, aus der Hüfte geschossen)? Pro 100000 Arbeitslose mehr entspricht 1% Plus für die selbsternannte Alternative. Inflation über 10%? Zuschlag für eben solche Partei, die am Ende mit der Union ins Bett steigen wird. Politik ist eine Hure. Darum besser keine als Doppelmoral und Ruhe im Land bewahren (wie gesagt, Provokation).

So. Eine jede, ein jeder, die/der jetzt meint, so ginge ja jetzt auch nicht, dem gebe ich uneingeschränkt recht. Aber wie sollte es denn dann gehen? Und bitte bedenken – jede Lehrkraft, jeder Angestellte im Gesundheitswesen, jede Verwaltung, jeder Rentner, der Großteil aller inländischen Dienstleistungen, alles will finanziert werden. Auch wenn das heute in Vergessenheit geraten ist – wie leben von Produktion und Handel – für den Binnenmarkt, aber auch international.

Am meisten stört mich diese unglaubliche moralische Überheblichkeit, mit der all dies angegangen wird. Eigene Weste denn wirklich rein? Stichworte Frontex und Flüchtlings-Pufferstaaten in Nordafrika. Wir sind die Guten?

Viele Worte ohne Anspruch und Hoffnung auf Veränderung. Die Zeit, sie ist jetzt gerade so. Es findet sich, soviel ist sicher.

Mittwoch, 220413, zweiter Versuch

Den ersten wortgewaltigen und langen Versuch veröffentliche ich nicht, der entstand gerade aus der Empörung. Keine gute Basis für öffentliche Beiträge, zumal wenn sie politisch sind. Und dabei belasse ich das jetzt. Nur soviel: Nicht in meinem Namen riskiert ihr, die ihr unser Land gerade regiert, das Blut unserer Kinder und lasst euch dafür noch beleidigen, als Dank für die Gastfreundschaft, die ihr – auch in meinem Namen – den geschundenen Menschen gewährt.

Sonst so?

Schönheitswahn – dazu gibt es hier einen guten Beitrag. Man kann durchaus auch Haltung und Mensch-sein bewahren, wenn das eigene Gesicht irgendwie an einen Boskoop im Mai erinnert.

Nettes Liedchen dazu:

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Dienstag, 220208

Schön warm daheim?
Gedanken zur Nachrichtenlage,
HIER
beim Wassertiger.

Sonst so? Neue Wortkreation gefunden: Räumlich abgegrenztes Brauchtumsgebiet. Recht so, macht einen hohen Zaun um die Narren, mit und ohne Pappnase. Die Wortschöpfung erinnert mich irgendwie an den so typisch deutschen Begriff „Verrichtungsbox“ – kennt den noch jemand? Wie erklärt mein Lieblingkollege nochmal seinen arabischen Landsleuten die deusche Sprache? Die Deutschen bauen Türme aus Worten und freuen sich, wenn das einen Sinn ergibt. Deutsche Sprache – ich liebe sie.

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Freitag, 211029

Ein freier Freitag, wenn ich mal von dem gleich anstehenden Besuch des GWS-Installateurs absehe, der die jährliche Heizungswartung durchführt. Eine Gas-Therme, klassisch. Betrieben mit Gas aus Russland, aus Speichern, die kurz vor dem Winter nur zu 10% gefüllt sind, weil eine hunderte Milliarden teure Pipeline aus politischen Verhinderungsgründen seitens der designiert mitregierenden Grünen im Verbund mit den Amerikanern, die wiederum ihr eigenes Flüssiggas loswerden möchten, nicht in Betrieb genommen werden soll. Es werden geschäftspolitische Argumente vorgeschoben, von wegen Betreiber- und Liefergesellschaft identisch und so. Stimmt alles, ist aber kein Grund, die Betriebsgenehmigung einer solchen Anlage zu verweigern. Natürlich könnten die fast leeren Speicher auch über die bestehenden Pipelines gefüllt werden, das wiederum ist die politische Antwort der Russen. Geben und nehmen, im Kleinen wie im Großen. Über die Grünen ließe sich noch so viel sagen, ich habe sie selbst lange gewählt. Später vielleicht.

Sonst so? Es ist Herbst vom Feinsten. Auch heute soll es noch einmal Farbenpracht pur geben. Wir haben volles Haus, ein mir lieber Skorpion begeht morgen Geburtstag. Wenn der Brenner sauber ist und die Bäuche gefüllt, gehen wir wieder vor Tür. So wie gestern schon.

Kiez im Bilderbuch-Herbst:

Zwei Halbschattengewächse:

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Sonntag, 210926

Wahltag. Spannend, dieses Mal. Heute Abend sind wir klüger, was die reine Mathematik angeht. Danach geht es um Allianzen, innen- wie außenpolitisch vertretbare, gemeinsame Werte gibt es reichlich, auf allen Seiten, dazu mindestens ebenso viele Gegensätze. Wir haben schon länger gewählt und das ist gut so.

Sonst so? Neben den üblichen Dauerbaustellen namens Alltag und Familie bewegen mich die Themen Manipulation, Stimmungs- und Meinungsmache via Social-Media. Dinge, die ich nicht ändern kann. Aber auch Dinge, an denen ich mich nicht beteilige. Kräfte-zehrend und letztendlich fruchtlos, den Don Quijote überlasse ich anderen. Ich gehen wählen und beteilige mich auch gelegentlich an politischen Diskussionen, sofern mir mein Gegenüber das wert ist. An den so beliebten Diskursen beteilige ich mich nicht, ich biete unter diesem Mäntelchen so genannten Querdenkern und religiös-politischen Akteuren aller Couleur keine Plattform zur Darlegung ihrer geistigen Ergüsse. Sie sind es mir nicht wert.

Passende Musik hat es dazu auch.

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Donnerstag, 210506

Ambivalenz

Mein letzter Eintrag (geteilt) macht mir wieder einmal mehr deutlich, wie widersprüchlich mein Dasein doch ist. Seit nunmehr 43 Jahren habe ich mein Auskommen „mit Metall“ – davon seit fast 28 Jahren „mit Autos“, und das sind eben nicht die preiswerten und zumindest bislang auch nicht die umweltbewussten oder Ressourcen-schonenen Fahrzeuge. Eher die Statussymbole derer, denen genau dies gleichgültig ist, oder, falls Skrupel erkennbar sind, auf einen 3 Tonnen schweren Stromer ausweichen, mit mehreren Hundert KW. Seit vielen Jahren schon besuche ich keine Auto-Messen mehr, aus Überzeugung und mit Hingabe mache ich meine Arbeit nicht. Eine Haltung, die Verantwortung, Präzision, Verlässlichkeit und Kostenbewusstsein nicht ausschließt. Wenn mich die Zweifel zu laut plagen, sage ich mir – immerhin können die Teile, an deren Herstellungsprozess ich beteiligt bin, auch in nicht fossilen Antrieben verbaut werden. Oder – noch besser – wenigstens arbeite ich nicht in einer Waffenschmiede. Und nein, auch hier möchte ich nicht genauer hinschauen, bei einem börsennotiertem Arbeitgeber.

Privat – auch so ein Begriff, wie privat sind eigentlich unsere Lebensformen vor dem Hintergrund der Verwobenheit unseres Lebens mit allen anderen Menschen dieses Planeten – also „privat“ verzichte ich seit vielen Jahren schon auf Fleisch, zunächst aus gesundheitlichen Gründen, mittlerweile auch, weil ich die Verbrechen an unserer Schöpfung, welche mit der „Produktion“ von Fleisch zusammenhängt, nicht mehr mittragen möchte. Ich saß zur Belustigung meiner Lieben noch nie in meinem Leben in einem Flugzeug und es fehlt mir nicht. Hat einen Grund, keine Flügel bekommen zu haben … ja, und Schiss habe ich auch.

Ich fahre einen Miniatur-Verbrenner, weil ich in einem Altbau-Kiez lebe, in dem parken Glücksache ist, von irgendwelchen Stromquellen mal ganz zu schweigen (einen Hybrid fände ich praktikabel, mal sehen, später vielleicht). Fahre meine Autos in der Regel bis zum geht-nicht-mehr, damit sie sich rechnen, aber auch, um Ressourcen zu schonen. Bin früher sehr viel Rad gefahren, heute aus gesundheitlichen Gründen nur noch selten. Brauche mein Zeug „auf“, kaufe nichts „billiges“. Lebe in einem sehr alten Haus, nicht modernisiert, für kleines Geld – eine energetisch zeitgemäße Wohnung würde locker 200€ mehr Kaltmiete kosten. So viel kann ich nicht heizen …

Widersprüche also, soweit das Auge reicht. Die Art, wie unsereins haushaltet, hat sich überholt, soviel ist klar. Was besseres ist (noch) nicht wirklich praktikabel, ich verfolge sehr interessiert verschiedene Ansätze und Diskussionen dazu. Wir leben in eine Art Übergang, das Nächstliegende ist, diesen so zu gestalten, dass alle ihr Auskommen haben. Soziale Verwerfungen im Namen des Klimaschutzes nutzen niemanden etwas, außer denen, die eine andere Republik wollen.

Dienstag, 210427

Leben ist heilig.

Guter Artikel dazu HIER bei den Krautreportern, ohne Bezahlschranke.

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Warum manche Menschen sich eher an Corona-Regeln halten als andere:

Auch bei Krautreporter – HIER.

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Mangelnde Diskurs-Fähigkeit – habe ich neulich irgendwo vernommen, so allgemein gehalten. Kann schon sein, bei mir. Weil ich keine Lust mehr auf nicht enden wollende Standpunkt-Erläuterungen habe. Weil ich schlicht die Faxen dicke habe, mich auf jeden Stöz einzulassen. Kostet zu viel Aufmerksamkeit, zu viel Energie, zu viel Zeit.

Meinungsfreiheit – auch in aller Munde, derzeit. Stehe ich uneingeschränkt hinter, absolut keine Selbstverständlichkeit, das Maul nach Belieben öffnen zu dürfen (sofern man auch Gegenwind abkann). Allerdings wird da gerne etwas verwechselt. Meiner freien Meinung nach hat es mit Meinungsfreiheit nichts zu tun, wenn schlicht sachlich falsche, durch nichts als vielleicht irgendwelche dubiosen Youtube- oder Telegram-Kanäle belegbare Äußerungen getan werden, die auf gutgläubige Menschen einen gefährlichen Eindruck hinterlassen, sie in ihrem Verhalten manipulieren und so am Ende im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden können. Hier werden für mich die Grenzen der freien Meinung klar überschritten.

Informations-Quellen – am meisten geht mir auf den Sack, dass heute ein jeder glaubt, es besser zu wissen als teils Jahrhunderte alte wissenschaftliche Fakultäten. Natürlich sind die nicht über jeden Zweifel erhaben und altes Wissen zu hinterfragen, ist ein dynamischer Prozess durch alle Zeiten. Allerdings sind schon ganze Reiche daran zerbrochen, Kulturen untergegangen, weil Menschen lieber an höhere, geheime Mächte glaubten und nicht an den Stand der Wissenschaft. Natürlich lohnt sich in dem Zusammenhang auch immer ein Blick darauf, wer woran wieviel verdient, Stichwort Lobbyismus und Korruption. Auch jeweils Fakultäten für sich. Und – gerade in diesen Zeiten schwer zu erfassen – die sich aufgrund der Zeit-Knappheit überschlagenden Erkenntnisse und teils kruden Schlussfolgerungen via Verordnungen daraus. Könnte ich es besser? Eher nein. Überhaupt – besser können, ich kann auch nur noch schlecht dieses Genörgel ertragen, nach dem nichts, absolut nichts Konstruktives folgt, wie man der Pandemie Herr zu werden könnte. Aber- wie gesagt, ein Hoch auf die freie Meinung. Was mich nicht daran hindert, den einen oder anderen ganz gerne den Stecker ziehen zu wollen. Was natürlich nicht in meiner Macht liegt. Gott sei Dank vielleicht …

Samstag, 210417

Endlich Wochenende, die Arbeit ist getan. Was bewegt? Der Kampf der Titanen in der Union vielleicht. Eiermann gegen Möchtegern-Landesvater. Alpha-Tier gegen kleinen listigen Zwerg – solche Menschen werden eh gerne unterschätzt. Selbst mag ich weder den einen noch den anderen sonderlich. Das letzte Mal, als ein so genanntes Alpha-Tier gewählt wurde (ich will hier rein), hat es uns die ALG2-Gesetzgebung gebracht. Spätestens damals entwickelte ich eine gesunde Abneigung vor allzu charismatischen Eiermännern.

Sonst so? Die Arbeit war die Tage schon Thema, Dualität der Ereignisse ebenso. Das lässt sich durchaus noch ergänzen. Wenn zum Beispiel dem Kollegen, der seinen Renteneintritt in der Tasche hat, von zwei völlig verschiedenen Seiten inhaltlich völlig verschiedene Ansagen gemacht werden, kann das durchaus anregend und kreativ wirken. So sagt der Noch-Vorgesetzte: Beschäftigt euch! Und die Frau sagt, mit Blick auf die frei werdende Zeit: Schaff dir mal n Hund an.

Voila, das Ergebnis:

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Mittwoch, 210407

Gedanken zur Zeit – HIER beim Wassertiger.

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Sonst so? Freie Tage zuhause, mitten im April-Winter. Vorteil: Zeit für aufgeschobenes wie zum Beispiel der alte Laptop, nunmehr ein Linux-Maschinchen, zunächst ausgestattet mit einer alten, nicht mehr supporteten Version. Also lesen und machen – seit diese Nacht halb eins läuft eine LTS-Version, nachdem ich es geschafft habe, einen Boot-Stick zu kreieren, den richtigen USB-Port dazu zu finden (das geht noch lange nicht mit jedem), das Teil erkennbar werden zu lassen, aus Linux heraus einen einmaligen USB-Boot zu initiieren und die neue Frische parallel zur alten Version zu installieren. Selbst der Mann und groß die Freude wie die Dankbarkeit.