Samstag, 220108

Zwischenzeit, Zeit zwischen Bürostuhl und Stuhlgang, also Zeit mit freien Händen zum schreiben, bevor es gleich erst los und dann heraus geht, Mehrfachdeutung möglich. Das werte Befinden? Der Alltag hat mich wieder, unerlässliche Routine, die Schränke füllt, Seele ermüdet und Kreativität tötet. Es grüßt das Murmeltier aus dem Hamsterrad, frei drehend dank Novalgin, für die immer noch gereizten Nerven.

Dagegen halten also, hier und jetzt. Der Tag wird sich finden, es gibt einen Plan und es gibt das Chaos. Es gibt Vertrauen darauf, dass es gut wird, so oder so. Demut – war ein Thema, zu dem ich in einem Forum etwas schreiben wollte, aus Zeitgründen aber nicht dazu kam. Die Definition ist verschieden, sie hat einen Geschmack, die Demut. Viele denken an zu-Kreuze-kriechen, an Unterwerfung. Andere picken sich den Mut heraus und verknüpfen ihn beliebig, das verneinende „De“ davor außer acht lassend. Für mich heißt Demut, das meine zu tun, nach Stand der Erkenntnis und bestem Wissen und Gewissen. Tun, was ich kann, Ergebnis-offen, auch wenn es starke Wünsche oder Visionen davon gibt, und – meinem Schöpfer das seine überlassen, verbunden mit dem Wunsch, das wie auch immer geartete Ergebnis in Frieden annehmen zu können. Vom grollen und hadern wird es auch nicht besser, falls das Ego Gründe dafür sieht.

Überhaupt, das Ego. Es hält per se nicht viel von Demut, sie ist nicht seine Natur. Was soweit in Ordnung geht, demütig erlegt man keinen Säbelzahntiger. Oder so. Einzig die Grenzen sind wichtig, zu wissen, wo hört meine persönliche Macht auf, wo fängt göttliche Fügung an. Bis dahin darf man auch schon mal Spaß machen, King for a Day, Balsam für das Ego, das geht auch ohne Leder-String 😉 Danke für die musikalische Inspiration und die Erinnerung an längst vergangene Zeiten, VVN 🙂

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8 Gedanken zu “Samstag, 220108

  1. ❤lichen Dank für deinen Beitrag Reiner. 🙏
    Er hat einiges wieder in mir bewegt, was noch in Worte sortiert werden möchte.
    Für einen Kommentar ist es allerdings zu viel. Da werde ich mal einen Beitrag raus zaubern. Darf ich deinen Beitrag dazu verlinken?
    LG, Nati

    Gefällt 2 Personen

  2. Also ich bin oft demütig. Dass ich noch lebe, trotz der vergangenen schweren depressiven Phasen, dass meine Kinder so gut gelungen sind, obwohl ich lange dachte, ich verbocke es; dass ich mich wieder gut mit meinem Exmann verstehe, dass ich in meinen 40ern die Liebe meines Lebens gefunden habe – das alles hätte auch ganz anders laufen können und deshalb bin ich demütig und dankbar über die Gnade, die mir zuteil wurde.

    Gefällt 3 Personen

  3. Sach ma deinem Ego, es kann sich entspannen, Säbelzahntiger ist schon lange ausgestorben …
    Echt jetz, das is nämlich u.a. das Problem …
    Unser Stress Warner regiert ständig über als Erbe aus längst vergangener Zeit …
    Und selbst wenn du jetzt und heute innen Sack hauen würdest … das wäre NICHT tödlich 😉

    Gefällt 1 Person

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