Irgendwas mit Pferden
Im Songtitel sollte „Horse“ vorkommen, so las ich eben. Wenn ich an Musik und Pferde denke, fallen mir als erstes The Four Horseman von Aphrodite`s Child ein. Released 1972, weit vor den Anfängen meines damals 10-jährigen musikalischen Interesses, das sich auf die Anfänge des Glamrock beschränkte. Nein die vier Reiter kamen knapp 10 Jahre später, so mit 19 oder 20 zu mir. Genauer gesagt nur einer der Vier, der auf dem weißen Pferd (nicht umsonst der Erstgenannte in der Bibel, der für Kriegsausbruch steht). The white Horse, so nannte sich ein damaliger Coffee-Shop mitten in Eindhoven, Anfang der 80er regelmäßiges Ziel planloser Wochenendausflüge.
Raus aus dem westdeutschen Muff, rein ins gelobte flache Land mit den großen Fenstern und dem für mich unfassbaren Umgang mit Haschisch & Co. Damals war ich weit davon entfernt, mir vorstellen zu können, dass mich keine 20 Jahre später eben jener Lebensstil an der Rand einer handfesten Psychose bringen sollte. Wenn ich der Erinnerung nachspüre, dann ist da gerüttelte Gedankenlosigkeit – ich tat dafür ja auch mein Bestes. Gepaart mit einer gewissen Leichtigkeit, den den jungen Jahren geschuldet war. So ein Lebensgefühl in dieser Art habe ich später oft vergebens gesucht, erst in den letzten Jahren beim Streunen durch fremde Städte kam ein Hauch davon zurück.
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Der Kerl hinter dem Tresen säbelt mit einem riesigen Messer den bestellten Dope von einem Klotz Haschisch ab, wir staunen und sofort regt sich gewissenhafte Bautätigkeit. Alkohol lassen wir außen vor, der Cafe ist lecker und irgendwie wollen wir noch heim in der Nacht. Aber das kommt später, erst einmal ist Zeit für das große Abschalten im Oberstübchen. In der Kneipe steht ein Kicker, ein Schwarzer grinst mich an, so breit wie ich selbst. Was folgt, ist ein Lehrstück von Selbstvergessenheit und Hingabe an den Augenblick.
Gelingt mir heute in der Meditation sowie mit Kindern und Katzen, manchmal auch in der Natur. Ohne Stimulanzien. Aber damals ging es nicht anders als eben mit. Dem weißen Reiter folgen mit den Jahren meine ganz persönlichen weiteren drei, der letzte drehte kurz vor mir ab. Fürs erste davongekommen, so war das.
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