Nackt und roh – heil werden
Nach Beendigung meiner Morgenroutinen setze ich mich einen Augenblick. Trinke Tee und lese etwas über Schuldgefühle in der neuen Trokkenpresse. Passt gerade, denke ich. Es gibt schon lange keine Ausflüchte mehr, Ursache und Wechselwirkungen, vor allem aber Verantwortung. Für das, was war, aber vor allen dafür, manches nicht zu wiederholen. Sauber bleiben, innen und außen.
Kurz darauf stelle ich das Denken ein, davon gibt es am Tag noch genug. Musik in den Ohren und fließende, kraftvolle Bewegungen, der Tee verlässt mich wieder, über die Haut. Da ist weiter nichts außer Gefühl und Rhythmus, Impulse aus der Tiefe, Bewegung, Kraft. Es gibt im Tai Chi Bewegungsabfolgen, die solch eine starke Symbolik haben, dass es kaum zu beschreiben ist. Mal Abwehr, mal eins werden, mit allem, was ist.
Dem gebe ich mich hin und nehme etwas mit, wenn ich jetzt da raus gehe. Dort gibt es keine Musik mehr, alle Aufmerksamkeit gilt dem Außen. Allein das Gefühlte wirkt nach, kreist im Blut und spielt unter der Haut weiter, in Muskeln und Sehnen.
Durch die Schwärze zur Ruhe im Herzen.
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