Drabble – Drei Worte für Dienstag, den 19.3.2024

Die Regeln – 100 Wörter, die drei Vorgegebenen müssen enthalten sein. Beugen geht, Synonyme gehen nicht. Überschriften zählen nicht mit. Zum Zeichenzähler geht es hier. Viel Spaß!

Hier die Wörter für Dienstag, den 19.3.2024:

Kopfkino – schimmernd – rödeln

Mittwoch, 240313

Ein bewegendes Buch geht zu Ende. Eine Geschichte von entwurzelten Geschwistern, speziell dem Jüngsten der Dreien. Wie Menschen im Laufe ihres Lebens zu ihrer Bestimmung finden. Sicher nicht nur, aber auch mein Thema.

Lesenswert

Wir sind von Geburt an auf der Titanic….Was ich sagen will: Wir gehen unter, wir werden das hier nicht überleben, das ist bereits entschieden. Nichts kann das ändern. Aber wir können wählen, ob wir schreiend und panisch umherlaufen oder ob wir wie die Musiker sind, die tapfer und in Würde weiterspielen, obwohl das Schiff versinkt, …“

Benedict Wells
Vom Ende der Einsamkeit

Präsent sein schließt Verinnerlichung nicht aus, ebenso wenig die Traumwelten, ohne die es nicht nur nichts zu schreiben gäbe, auch das Gewicht mancher Wirklichkeit wäre nur schwer zu ertragen.

240312 – Drabble-Dienstag

Die Regeln – 100 Wörter, die drei Vorgegebenen müssen enthalten sein. Beugen geht, Synonyme gehen nicht. Überschriften zählen nicht mit. Zum Zeichenzähler geht es hier. Viel Spaß!

Hier die Wörter für Dienstag, den 12.3.2024:

beißen – Affe – unerwartet

🌞

Frühling lässt sein blaues Band und so.

Die Sonne scheint, was für ein Tag. Der heiße Kaffee, das knusprige Croissant, und dann dieser Kerl am Nebentisch. Kein Gardemaß, aber eine gute Körperhaltung, feine Gesichtszüge, die Hoffnung machen, er möge sich nicht wie manch anderer zuvor nach der ersten Nacht als so ein egomanischer Affe entpuppen.

Die Sonne scheint, was für ein Tag. Licht, Luft, Straßencafe und diese Frau am Nebentisch. Ihre nackten Fesseln, die Art, wie sie vermeintlich diskret zu ihm herüber schaut, während sie hinreißend langsam ihren Croissant abbeißt. Reiz- und Geistvoll, gute Mischung, denkt er, als sie aufblickt und ihm unerwartet ein bezauberndes Lächeln schenkt.

Von Gewohnheiten und vom Juckreiz

Diese Zeilen sind Teil von Christianes Schreibeinladung. Die Regeln sind einfach, maximal 300 Worte, drei davon sind vorgegeben:

Abendbrot
heimatlos
auszeichnen

Geregelte Mahlzeiten sind wichtig, denkt sie, während ihr beim Abendbrot Brotkrümel ins Dekolletee fallen und dort ungeregelten Juckreiz provozieren. Genau wie all die anderen Rituale, ohne die sie auseinanderzubrechen droht, so fühlt es sich jedenfalls für sie an. Ihre fragilen Einzelteile scheinen ein Stützkorsett aus Gewohnheiten zu brauchen, um sich nicht in alle Himmelsrichtungen davonzumachen. Was bliebe dann schon noch von ihr?

Das hätte so weitergehen können, wäre da nicht diese Angst gewesen, auf ihren Grabstein könnte einst stehen, „Sie hatte ein geregeltes Leben“. Geregelt und so was von eintönig. Langeweile war ihr zwar immer fremd, aber diese zunehmenden Grautöne ihres Daseins drücken sie nieder und provozieren Fragen. Was genau zeichnet sie über dem täglichen Regelwerk hinaus eigentlich aus, was gibt es dahinter noch an Neuen zu entdecken? Was bleibt, wenn das Stützkorsett fort ist?

Auch Grübeleien haben manchmal ihren Sinn, wenn sie ihrem natürlichen Ende entgegengehen und zu irgendeiner Entscheidung führen. Und so beschließt sie, ihrer inneren Heimatlosigkeit äußeren Ausdruck zu verleihen. Wenigstens zeitweise, denkt sie, als sie sich liebevoll von ihrem Mann verabschiedet, der anders als sie noch arbeiten muss und dies nicht nur muss, sondern auch bis zum Ende seiner Herztropfen beibehalten möchte. Er liebt sie, aber eben auch seine Arbeit, etwas, was ihr stets fremd war. Sie bewundert ihn für seinen Idealismus, der möglicherweise sein Korsett sein könnte, das kann sie nur ahnen, ist aber seins und nicht ihres.

Nach 6 Wochen ist sie wieder da, die Haut gebräunt, die Seele gefüllt mit Eindrücken aller Art von diesem vollständig planlosen Trip. Als erstes renoviert sie ihr Zimmer, schafft Raum für sich. Schafft Weite, analog zu den letzten sechs Wochen. Die Unruhe, das Streben nach Freiheit, Licht und wenigstens innerer Unabhängigkeit sind offensichtlich ebenso Teile von ihr wie der Wunsch nach Sicherheit. Wichtige Erkenntnisse dieser losen Tage.

Für C.J. und alle anderen, die sich angesprochen fühlen könnten, mich selbst eingeschlossen.

Drabble – Drei Worte für Dienstag, den 12.3.2024

Die Regeln – 100 Wörter, die drei Vorgegebenen müssen enthalten sein. Beugen geht, Synonyme gehen nicht. Überschriften zählen nicht mit. Zum Zeichenzähler geht es hier. Viel Spaß!

Hier die Wörter für Dienstag, den 12.3.2024:

beißen – Affe – unerwartet

240305 – Drabble – Dienstag

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Hier die Wörter für Dienstag, den 27.2.2024:

ohnmächtig – Politik – reifen

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Gegenüber dem, was die Politik derzeit verbricht, bin ich ohnmächtig. Wenn ich mich in der Gegenwart umschaue, reift in mir der Gedanke an die theoretische Möglichkeit eines so genannten nicht natürlichen Ablebens. Hier habe ich keine Wahl, hier muss ich hinnehmen, falls den Verantwortlichen auch noch die letzten Sicherungen durchbrennen.

Eine Wahl habe ich, wie ich mit meiner Endlichkeit umgehe, so oder so. Wie ich die Zeit namens Leben bis dahin fülle.

Gelassenheitsgebet, Quelle

Samstag, 240302

Wespe No.1/24 weckt gemeinsames Interesse. Honigbonbon zum Frühstück, keine gute Sache für Katzennasen. Aber spannend, das brummende Ding. Musste dennoch intervenieren, Katzen raus, Fenster auf, Wespe ganz raus. Wie enttäuscht Katzen dreinschauen können.

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Nett versteckt, zwischen Katzencontent und narzisstoidem Selbstbildnis – ein geschichtlicher Rückblick auf das Jahr 2025.

Wie konnte es soweit kommen? Bis heute streiten Historiker, es wird diskutiert, warum niemand dieser tödlichen Dynamik Einhalten bieten konnte oder wollte, gerade so wie in den Jahrzehnten nach den beiden letzten großen Kriegen zuvor. Wie konnten die europäischen Staaten einem Nicht-Nato-Mitglied vassallentreuen Beistand versprechen, wie konnten sie über 10 Jahre falsche Hoffnungen schüren und sich am Ende in ihren eigenen, substanzlosen Versprechungen so tief verstricken, dass kein glaubwürdiger Rückzug mehr möglich schien? Fakt ist, sie standen am Ende allein da, nachdem der große überseeische Bruder sich abgewandt hatte.

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Zum Schluss eure Verschlafenheit in Öl.

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Drabble – Drei Worte für Dienstag, den 5.3.2024

Die Regeln – 100 Wörter, die drei Vorgegebenen müssen enthalten sein. Beugen geht, Synonyme gehen nicht. Überschriften zählen nicht mit. Zum Zeichenzähler geht es hier. Viel Spaß!

Hier die Wörter für Dienstag, den 5.3.2024:

ohnmächtig – Politik – reifen