Komplimente bekomme ich eher selten. Falls überhaupt, dann ganz sicher nicht meinen eventuell vorhandenen, wie auch immer gearteten Charme betreffend. Gestern war es tatsächlich soweit: Kollegin U. meinte, ganz besonders würde sie meinen hölzernen Charme mögen. OK … besser hölzern als gar keiner, dachte ich. Freudig erregt teilte ich dies, ohne vollständige Erwähnung der Sache (ich weiß ja, wie neugierig der ist), meinem arabischen Lieblingskollegen mit, der zu gespielten Eifersüchteleien, was die Kollegin U. angeht, neigt. Der so, spontan:
Die verarscht dich!
Na klar, du Sack, dir werd ich nochmal mein Herz ausschütten. Doch, sagt der, hab genau gesehen, wie sie die Finger gekreuzt hat, während ihr miteinander gesprochen habt. Was hat sie dir eigentlich gesagt? Na, dat willste wohl gerne wissen, sage ich – und verlasse die Lokalität. So. Kommt der mir erwartungsgemäß hinterher und bohrt, neugierig, wie er ist. Sach ich nich, meine ich, unterschreib mir erst mal meinen Urlaubsantrag …
Wir lieben uns sehr.
Sonst so? Es werden immer weniger, auf Arbeit. Wenn ich durch die Umkleide gehe, sehe ich überwiegend leere Spinde mit den Namensschildern ehemaliger Kollegen. Der gekündigt, der in Rente, der verstorben. Last Men standing. Irgendwie beklemmend.
So. Gut (Klein-) Holz jetzt, mit beiden Händen.













