Mich beschäftigt gerade neben den echten Freuden der Pflicht ein weiterer Roman von Milena Michiko Flašar. Sehr einfühlsam, dicht und achtsam geschrieben.
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Darüber hinaus ist gerade wenig Kluges in meinem Kopf. Einen neuen Kollegen gibt es, sein Platz ist direkt über dem Werkstatteingang. Gestatten, Specht, wo darf ich hacken?
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Neulich piept es wieder mal bei mir. Im Rauchmelder wohnt, so scheint`s, ein Mäuschen. Und da ist sie schon, sie hilft, wo sie kann.
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Optisches Highlight: Die Dicke mit Kupfermütze.
Friedhofskirche Wuppertal
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Zum Schluss ein Eckzimmerkunstwerk, Sozialraum Spezial.
Ruhe kehrt ein, gut zwei arbeitsfreie Wochen liegen vor mir, vor uns. Die Zeit scheint sich zu dehnen, alles geht entspannter zu. Von ein paar Tagen Reise in Sachen Familie abgesehen sind wir meist zuhause. Ich bin nicht gerne unterwegs, merke ich in letzter Zeit vermehrt. Die Katzen allein zu lassen, auch wenn sie versorgt sind, tut mir mehr weh als denen. Alte Narben. Dazu kommt der Umstand, dass sich mein Leben seit gut vier Jahren in großen Teilen zunächst um die Eltern, jetzt nur noch um Mutter dreht.
Gutes Karma? Nein eher die Hoffnung auf einen eigenen Gnadentod. So G*tt will eben. Bis dahin tägliches Dasein mit allem, was mich als Mensch ausmacht. Klar im Kopf, so souverän wie möglich im Umgang mit den eigenen Dämonen und darüber hinaus das Leben nicht ernster nehmen, als es ist.
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Schönheit im Alltag, früh morgens auf dem Werkstatthof.
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Manchmal habe ich Fragen, beim hören der Nachrichten. Fragen zum Sprachgebrauch im Umgang mit „Freund“ und „Feind“, der offiziellen staatlichen Sichtweise nach, nicht meiner persönlichen. Was ist zum Beispiel der Unterschied zwischen einem staatlichenAuftragsmord und einer gezielten Tötung, auch ausschalten genannt (was für ein Euphemismus)? Wer verbiegt sich da wem zuliebe und warum?
Du sollst nicht töten. Punkt. So Scheiße einfach kann das sein.
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Meine Lektüre für die kommenden Tage. Ein Buch über den einsamen Tod, im Japanischen auch Kodokushi genannt, und eines über den lebenden Beweis, dass Herkunft nicht alles ist.
Bis dahin lese ich die Mitternachtsbibliothek zu Ende, ein Buch über die vermeintlich surreale Vorstellung von Möglichkeiten im Leben. Die Geschichte eines Menschen, der beschließt, zu sterben und in der Zwischenwelt langsam, aber sicher eines besseren gelehrt wird.
Ein bewegendes Buch geht zu Ende. Eine Geschichte von entwurzelten Geschwistern, speziell dem Jüngsten der Dreien. Wie Menschen im Laufe ihres Lebens zu ihrer Bestimmung finden. Sicher nicht nur, aber auch mein Thema.
Lesenswert
„Wir sind von Geburt an auf der Titanic….Was ich sagen will: Wir gehen unter, wir werden das hier nicht überleben, das ist bereits entschieden. Nichts kann das ändern. Aber wir können wählen, ob wir schreiend und panisch umherlaufen oder ob wir wie die Musiker sind, die tapfer und in Würde weiterspielen, obwohl das Schiff versinkt, …“
Benedict Wells Vom Ende der Einsamkeit
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Präsent sein schließt Verinnerlichung nicht aus, ebenso wenig die Traumwelten, ohne die es nicht nur nichts zu schreiben gäbe, auch das Gewicht mancher Wirklichkeit wäre nur schwer zu ertragen.
Werktätig, wieder, seit Montag. Erste Erkenntnisse:
Mein Profession heißt Improvisation, mit Zweitnamen.
Nichts ist dauerhafter als ein Provisorium.
Ausnahmen gibt es, dann ist groß die Freude.
Interne Schulungen wollen nicht nur erfolgreich bewältigt, sondern seit Neuesten auch separat bewertet werden. Nicht nur das, auch die Bewertung will begründet werden, auf dass die Begründung eventuell wieder bewertet wird.
Meine Begründung für erfolgten Jubel: Eine glückliche Führungskraft. Als alter Pfadfinder halte ich mich noch daran – täglich eine gute Tat.
Das hier ist übrigens mein Kollege, der am Jahresende in Rente geht. Das Grinsen manifestiert sich, von Tag zu Tag mehr. Ich freue mich mit ihm.
Weiß wer, wie der wirklich heißt?
So, un nu wieder mit beiden Händen…
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Sonst so? Ich lese immer noch, scheint ein Jahrewerk zu werden. Weit über 1000 klein gedruckte Seiten, ein „Taschenbuch“ von locker 1.5 Kg. Manchmal wünsche ich mir so`ne digitale Lesekrücke. Dann wiegt das geballte Wissen nicht so schwer.