Freitag, 251205

Das Projekt Holsteiner Treppe neigt sich dem Ende zu, nur noch ein Absatz von 11 Stufen steht an, interessanterweise zum Thema „Altersweisheit“. Und das mir, aber wer weiß. Die letzten Stufen schreibe ich in Ruhe vor und veröffentliche beizeiten, damit das Geschreibe nicht mit dem sonstigen Leben kollidiert. Das ist nicht ohne, derzeit.

Zu viel Cortisol im Blut, mit entsprechenden gesundheitlichen Herausforderungen. Gefühlt will alle Welt irgendetwas, mein Arbeitgeber vorneweg. Aber auch für die Zeit danach (<15 Monate) hat die Welt so ihre Erwartungen. Mutter träumt von 24/7 Dauerbespaßung, das Kind von tatkräftiger Hausbauunterstützung, die Liebste von einer grundlegenden Behebung des Sanierungsstaus in der Wohnung und die Selbsthilfe von mehr Engagement meinerseits in Verwaltungsangelegenheiten. Sieht also nicht nach Langeweile aus, die Zeit nach der „Arbeit“.

Und ich? Muss gelegentlich an Sonjas Jugenderinnerungen denken, die mit dem Papagei, der „Tach Aaschloch“ sagen konnte. Son Tier will ich auch … leider steht zu befürchten, dass der sich nicht wirklich gut mit den Katzen verträgt. Also erst einmal in der Gegenwart geblieben, heute, hier und jetzt. Da ist es zumindest überschaubar.

Das wichtigste zuerst – wenn schon der Papagei aus Gründen ausfallen muss – neben den Katzen war da auch noch was mit Höflichkeit – erst mal schauen, dass etwas mehr Gelassenheit in die Gegenwart kommt. Die hat sich derzeit gut getarnt, läuft irgendwo da draußen mit einer dämlichen Weihnachtsmütze rum und macht auf schlanken Fuß. Na warte, komm du mir nach Hause 😉

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Sonntag, 211212

Der dritte Advent – ich kann mich nicht erinnern, je so eine relativ ruhige Adventszeit gehabt zu haben, wenn auch krankheitsbedingt. Ein paar Tage darf ich dieses Jahr noch schaffen, ab nächster Woche, zwar noch nicht vollständig heil, aber nicht mehr infektiös, immerhin. Darf wieder verstärkt auf mich achten, in dem anstehenden Trubel. Was ich dieses Jahr nicht mehr mache – mich an dem Punk um Geschenke beteiligen. Will nix und gebe nix, ganz einfach. Dafür bin ich nach Kräften ganzjährig für meine Lieben da. Kaufmannsläden sind mir ein Graus, ebenso wie kaufen „auf Verdacht“, exzessives Online-bestellen eingeschlossen. Die schönsten Geschenke sind mir Begegnungen, in Zeit & Ruhe. Übrigens das erste Mal, dass ich mich das traue, auch offen zu leben.

Sonst so? Beim Wassertiger gibt es ein paar Worte zu den Themen Eigenliebe und Mangel. Nicht nur für suchtkranke Menschen wie mich ein Thema. Wünsche uns allen einen guten dritten Advent!

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Gestresst? — Panta rhei

Eigentlich nicht, also ich. Darf gleich sehr schmutzige Maschinen putzen, bin bis an den Rand gefüllt mit Vorfreude darauf. Jährlicher Highscore in Sachen Splitter inne Finger. Dafür ist heute auch der letzte Werktag dieses merkwürdigen 2020. Und überhaupt: Kein Stress mit irgendwelchen dämlichen Einkaufsrummel. Kühlschränke und Vorratskammern werden gefüllt, fertig. Vielleicht Bücher, als Nahrung für Geist und Seele.

Das Bild? Die Liebste sieht zwei Kühe, aha. Da ist Handlungsbedarf. Ich sehe das Meer, unendliche Weiten, feiner blauer Himmel, die scheinbare Unendlichkeit. Mit was drin, was springt. Genaueres ist unwichtig.

Danke, Marion, für das geniale Bild 🙂

Gestresst? — Panta rhei