Montag, 250818

Klassischer Blogeintrag, so wirr wie das Leben

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Mutter ruft an, wegen Einkäufe. Ich geh gleich zum Gedächtnistraining, sagt sie, und brauch Zahnpasta. Fein, sage ich, dann lass uns danach nochmal telefonieren, bestimmt weißt du dann, was sonst noch fehlen könnte. Immerhin fanden auf Nachfrage noch Apfelsinen und Nektarinen Erwähnung.

Mutters kleiner Kühlschrank kollabiert in der Hitze und muss seinerseits ventilatorisch gekühlt werden, zur Vermeidung von Stauwärme. Ein Irrsinn, aber wohl weit verbreitet. Dem Vernehmen nach haben die Bofrostleute Umsatzeinbrüche, weil so viele Geräte überfordert sind.

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In der Küche feiern Heerscharen von winzigen Fliegen fröhlich Urstände, obwohl ich denen alles nur mögliche an Nahrung entziehe. Scheißviecher. Die Katze liegt faul auf dem sonnigen Teppich. Ich bitte sie, doch mal in der Küche nach dem rechten zu sehen und Fliegen zu fangen. Im Ergebnis zuckt träge ihre Schwanzspitze. Geh mir nicht aufm Nerv und fang deine Scheißfliegen selbst, höre ich sie denken. Den alten Mann brauch ich erst gar nicht zu fragen.

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Ich habe Urlaub, sollte alles mögliche erledigen und bekomme den Arsch nur für das notwendigste hoch. Müde ich bin, dann ist das jetzt so. Hält hoffentlich nicht zu lange an. So müssen die Rechner weg, wegen WIN11, mal prüfen, was geht.

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Anderes Thema, nah dran: Mein Webspace-Anbieter hat seine Fax-Funktion gecancelt. Und das, obgleich noch echter Bedarf besteht. Zwar haben manche Behörden und Ämter mittlerweile eigene Eingabemasken, wo auch Dokumente hochgeladen werden können, aber immer noch gibt es genug Anwendung, Ärzte zum Beispiel. Einst dachte ich die so genannte DE-Mail (dito Einschreibestatus wie das gute alte Fax) würde Ersatz liefern. Wurde nicht angenommen und ist mittlerweile Geschichte. Private Fax-Anbieter gibt es mittlerweile reichlich, aber die wollen Geld, bei teils arg eingeschränkter Leistung und Datensichtung als Dritte.

Und so mache ich mich gerade nach standfesten und gefälligen Alternativen kundig (also kein klassisches Faxgerät im Reisekofferformat). Das gute alte Modem gibt es noch, mit USB-Anschluss auf einer Seite und Telefonbuchse auf der anderen Seite – was sich auch mit dem Router vertragen soll. Linux bietet Software dazu, ich überlege noch. Kostet einmalig etwas Geld, Zeit und Mühe, bietet aber am Ende die Möglichkeit, PDFs per Einschreibestatus mit Empfangsbestätigung zu senden und zu empfangen.

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Dienstag, 250527

Digital-Punk

Ein Deutschland-Ticket nutze ich, was eine feine Sache ist. Da gibt es einen Online-Anbieter, der hat eine eigene App dazu und verschickt zu jedem Monatsende so eine Mail mit Ticket-Code und anderen persönlichen Daten. Der Code will dann umständlich händisch in der App verfüttert werden, um den Folgemonat „scharfzuschalten“. Ein kleiner Routinevorgang, der, wenn man weiß, wie es geht, schnell erledigt ist – mal von der Frage abgesehen, warum er überhaupt nötig ist, der Vorgang.

Gestern Abend nun kam die Mail für den Juni. Hart an der Schlafenszeit, aber was weg ist, ist weg, also mal eben erledigen. Ticket-Code rauskopiert, selbigen samt Nachname eingegeben – und Fehlermeldung, ungültige Eingabe. Kontrolle, noch ein halbes Dutzend weiterer Versuche. Herumgefluche über den Arschlochanbieter, will so ne dämliche Plastik-Karte, wie früher, kündige den Scheiß und so weiter. Jedenfalls nahm die App trotz Rücksetzung und sogar trotz Neustart des Phons die Daten nicht an, das Rumpelstilzchen vor dem Schirm komplett ignorierend.

Haste kein Ticket im Juni, tolltolltoll. Den Wisch allein akzeptieren die nicht, die wollen den QR-Code scannen, der leider nicht Bestandteil der Benachrichtigungs-Mail ist und erst beim „scharfschalten“ auftaucht. Und jetzt? Mal die monatliche Mail heruntergescrollt, auf der Suche nach einer Lösung. „Zu Goggle-Wallet hinzufügen“ steht da unter anderen, mit einem Link. Das tue ich und es scheint funktioniert zu haben, ich kann die eingetragene „Karte“ samt dem begehrten Code abrufen. Screenshot, man weiß ja nie.

Dann suche ich im Phon nach der/dem(?) Wallet, finde etwas und will mich einloggen, um auf diesem Wege meine Daten einzusehen. Funktioniert nicht, wieder Gefluche, um dann festzustellen, das Ding heißt Samsung-Wallet und nicht Google-Wallet. Leckt mich doch. Die Google-App ist nicht an Bord, lässt sich aber problemlos aus dem Store laden. Ich öffne das Ding und suche nach dem Ticket, erfolglos. Weiteres Gefluche, ich bin müde, unkonzentriert und sehe meine Nachtruhe entschwinden. Stur, wie ich allerdings sein kann, gebe ich nicht auf und finde eine Einstellungsmöglichkeit für möglicherweise verschiedene Google-Accounts. Davon hat es in meinem Fall mehrere, ich gehe nochmal zurück zu dem Screenshot, suche den richtigen Account aus und siehe, da ist mein Ticket. Fein zur potentiellen Kontrolle abrufbar, wie an der dämlichen Anbieter-App.

Es bleiben noch gut 5 Stunden Nachtruhe. Erleichtert bitte ich den großen Zampano um mehr Gelassenheit in solchen Dingen (ich höre den kichern angesichts meiner Schimpf-Tiraden) und vergesse auch nicht, mal Danke zu sagen.

Der Wecker geht, der erste Griff gilt der Katze, der zweite dem Phon. Positiv sollten Sie ihren Tag beginnen, hieß es mal vor langer Zeit, also ein frischer neuer Ladeversuch- und siehe da, das Ding frisst es. So lernt Mensch also dazu, denke ich, und freue mich über nunmehr 2 Zugänge zu dem Ticket. Das mit der Gelassenheit übe ich noch ein wenig.

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Freitag, 250314

Aufstehen gleicht einem Kampf gegen die Schwerkraft, derzeit. Bleierne Müdigkeit, die mehr als körperlich ist. Feine Dinge möchte ich tun. Gesetzte Worte von mir geben, Katzen bespielen, andere Versehrte (unversehrt ist in dem Alter kaum wer) zum Cafe treffen, ausgiebig Mittagschlaf halten, gute Bücher lesen, Zeit für raffinierte Gerichte finden, handwerken nur, wenn es Not tut.

Aufwachen, jetzt.

Stattdessen zerkleinere ich hochlegierten Werkzeugstahl – ich verdiene mein Geld damit, einfach solange etwas zu entfernen, bis der verbleibende Rest Gefallen findet. Die Ohren sorgfältig mit Silikonpfropfen versiegelt – Hohlraumversiegelung nennt das der untergroße Kollege nebenan. Worauf ich ihm Futter gebe und zwanglos blöd tue. Das ist einfacher als es klingt, ich habe sie nicht alle, das weiß man hier.

Im Grunde geht es mir gut, Es nerven nur wenige, und das eher selten, meist sind alle nett zu mir – mag sein, eher aus Selbstschutz denn aus Nächstenliebe. Was das Verweilen erleichtert, aber in der Folge so einen scheißlangen Abschied von der Arbeit nach sich zieht. Etwas in mir möchte sich unbeliebt machen, auf dass man mich schassen möge, aber den Gefallen tun sie mir nicht. Dann bleib ich eben umgänglich, das ist auch ein Leichtes, derweil ich 90 % meiner Zeit hier allein bin.

Wenn nur die Müdigkeit nicht wäre.

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Mittwoch, 240807

Ruhiger wird es, und die Müdigkeit nimmt zu. Typisch irgendwie für die ersten arbeitsfreien Tage. Königsklasse ist krank werden, wenn man mal auskömmlich Zeit dazu hat, kenne ich auch, ist jetzt Gott sei Dank kein Thema.

Viel Zeit verbringe ich mit Innenschau, meine momentane Lebenssituation im ausgehenden 9ten Jahrsiebt betreffend. Zufrieden? In Frieden, alles in allem. Vom Außen mal weg, was zählt wirklich – ich folge meiner inneren Stimme. Es gibt keinen Entwurf, keinen Plan, nur das Vertrauen auf Führung. Im Multiversum soll ja vieles möglich sein, mir hat es immer schon an Vorstellungsgabe gemangelt, was mein eigenes Leben angeht. Es findet sich.

Online bin ich die nächste Zeit eher sporadisch, möge man mir das nachsehen.

Grundmüdigkeit + Blutspende + Hitze = Gesicht.
Einfache Gleichung.

Samstag, 240629

Samstägliche Zwischenzeit, Schreibzeit zwischen Frühstück und Stuhlgang, bevor es gleich heraus geht. Packstation, einkaufen, über die Wupperberge zu Mutter, wieder zurück ins Tal, einkaufen dort, wo das Auto nicht hinkommt. Schlafen, aufstehen, Kaffee, langer Tisch – Wuppertal feiert sich selbst zum 95sten. Optional ist das, weil ich es geschafft habe, auch alle anderen durchaus sehenswerten lokalen Großveranstaltungen dieses Frühjahr nicht zu besuchen. Ebenso kann ich mit Stolz kundtun, noch nicht ein einziges Fußball-Länderspiel gesehen zu haben.

Passt nur am Rande, aber wenn schon das Thema in Richtung „noch nie gemacht“ abdriftet – in einem Flugzeug habe ich ebenso noch nie gesessen, geschweige denn geflogen. Hätte mein Schöpfer das gewollt, hätte er mir Flügel geschenkt.

Wann geht es endlich los, denke ich immer öfter. Die Welt wird regiert oder will regiert werden von hinfälligen und/oder boshaften Greisen mit mehr eingebildeten Eiern als Hirn, Blackrock-Austeritätisten, Faschisten aller Farben, egomanische Kaputtniks, Lobbyisten als verlängerte Arme der CEO `s, ebenso gutmeinenden wie schlechtmachenden Überzeugungstätern und so weiter. Die Besten der Länder eben.

Wenn es stimmt, dass sich Zeitqualitäten alle 60 Jahre der chinesischen Astrologie folgend wiederholen, dann sollte es spätestens 2028 losgehen, wie anno 1968, dito ein Erdaffenjahr. Falls die Jugend mal kurz das Handy aus der Hand legen kann, um auf die Straße zu gehen. Ich komme mit, falls ich dann noch laufen kann.

Fürs erste reicht das hier…